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Leselupe.de > Gereimtes
Ernte
Eingestellt am 23. 03. 2009 11:05


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schreibhexe
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ERNTE

Die Äcker werden abgerĂ€umt
Winddurchweht und sonnentrunken
Schwoll das Korn und reifte
Die Ähren neigten schwer
Und lichtdurchflutet ihre HĂ€upter
Und nickten froh entgegen
Den Bewohnern ihres Schattens

Froh scholl’s herauf in tausendfachem Ton
Im Zirpen, Rascheln, Wimmeln und Gesumm -
Ein mĂ€cht‘ger Chor des Sommers

Im Blau der Habicht streicht davon -
Ein LĂ€rm zerreißt die Stille
Maschinen dröhnen durch die SommerfĂŒlle

Sirrend frißt der scharfe Stahl
Das Meer der gelben Halme
Moderne Technik drischt das Korn
Gleich nach dem Schnitt noch auf dem Feld
Und fegt die kahlen Stoppeln rein

Der Bauer schwitzt und flucht
Und fÀhrt den Segen ein
Rund’ um Runde zieht er seine Bahn
Sorgenvoll berechnend, ob der Gewinn
Dies Jahr ihm wieder reichen kann

Die kleine Lerche hat er nicht geseh’n
Die flatternd in die Messer ihm geriet -

Das Feld liegt leer
Verloren spielt ein Halm im Wind
Morgen kommt das erste Kind
Und lĂ€ĂŸt den Drachen steigen.

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schreibhexe
Festzeitungsschreiber
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Ernte

Liebe Heidrun,

es reimen sich auch "Stille - FĂŒlle", "rein - ein", "Bahn - kann".

Ich finde durchaus nicht, dass ein Gedicht sich unbedingt reimen muss, um gut zu sein. Es kommt auf den Inhalt an, die Aussage, auf den Rhythmus, auf den Bilderreichtum und auf die lyrische Sprache. Und alle FĂŒnf sind dort - vielleicht nicht hundertprozentig - verwirklicht. Ich denke, die Sprache sollte mit dem Inhalt korrespondieren und nicht gestört werden durch die krampfhafte Suche nach einem Reim. Ich bitte also um weniger akademische Strenge. Auch grĂ¶ĂŸere Dichter als ich haben sich davon frei gemacht um der Stimmung und der Aussage willen.

Wenn Du es allerdings passender findest, das Gedicht in "Ungereimtes" unterzubringen, tue ich das gern. Allerdings wĂŒrde ich vermutlich dort auch anecken. Man sieht also, nicht alles kann in eine Schublade eingeordnet werden!

schreibhexe

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schreibhexe
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Ernte

Hallo, Heidrun,

Rund’ um Runde zieht er seine Bahn
Sorgenvoll berechnend, ob der Gewinn
Dies Jahr ihm wieder reichen kann


"Rund’ um Runde zieht er seine Bahn
berechnet sinnend, ob der spÀrliche Ertrag
Die Kosten dies Jahr wieder decken kann"

Besser so?

schreibhexe

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presque_rien
???
Registriert: Feb 2003

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Hi schreibhexe,

mir gefĂ€llt die Idee des Gedichts! Aber auch ich wĂŒrde es ins Ungereimte stellen und versuchen, zu kĂŒrzen und zu verdichten. NatĂŒrlich muss sich auch bei einem gereimten Gedicht nicht alles reimen, es kommt also auf das GefĂŒhl an, ab wann ein Gedicht als "gereimt" wirkt. Dein Gedicht fĂŒhlt sich aber - auch aufgrund des unregelmĂ€ĂŸigen Rhytmus - eindeutig wie ein ungereimtes Gedicht an. (Ist doch auch nichts schlimmes.)

Übrigens: "Bahn" und "kann" reimen sich NICHT, "Stille" und "FĂŒlle" nur unrein und "rein - ein" ist auch ein ziemlich schlechter Reim.

Lg presque

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