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Leselupe.de > Ungereimtes
Erschütterung
Eingestellt am 25. 09. 2008 13:55


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Inu
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*



im Nebel

der Morgen kommt
steile Pfade steig‘ ich bergauf
zur Kuppe des Hügels

wo Farne wachsen
wo im Gestrüpp von Dornen und Disteln
heckenversiegelt der Wald beginnt
heften sich Kletten
an den Saum meines Mantels
gedankenleer
schau ich hinunter ins Tal

die scheinwerfergleißenden Stränge
sich überschneidender Highways
die sonst wie gebündelte Lichtbänder zuckten
sind …
weg

und wo ist die City
mit ihren Banken, Büropalästen
den Türmen aus Glas / Beton?

oft betrachtete ich zu dieser Stunde
wie zwischen Nacht und Tag
unten im Tal
hundert Lichter aufflammten
dann Tausende
im erwachenden Frühmorgengetöse
der mächtigen Metropole

doch heute
NICHTS

nur
wabernder Dunst füllt die Senke
es scheint
das Urmeer hat alles
wie in Vorzeit-Nebel
verschluckt

ich bin allein
taumle ins Leere
Angst
Angst

könnte es sein,
dass die hektische Stadt
nie existiert hat?
ist sie nicht immer schon
Trugbild und Fata Morgana gewesen?
- nein - sagt der Verstand

es rauscht aber der Wind
er flüstert es mir in die Ohren:
- vielleicht ist heute der Tag,
wo der Fortschritt
vorbei ist

wie ein nutzloser Text am Computer
gelöscht wird
so tilgte Natur
das Menschenwerk
spurlos aus der Zeit

wenn dann die Nebel sich heben
wird da nur das Land sein
der Fluss
die unendlichen Wälder -
wie es immer schon war




*



Copyright Irmgard Schöndorf Welch


Version vom 25. 09. 2008 13:55
Version vom 26. 09. 2008 23:38
Version vom 27. 09. 2008 12:46
Version vom 30. 09. 2008 20:00
Version vom 16. 11. 2008 01:08
Version vom 16. 11. 2008 01:38
Version vom 17. 11. 2008 11:22

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Franka
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Hallo Inu,

dein Gedicht beweg sich auf dem schmalen Grad zwischen Prosa uns Lyrik, gekonnt, sicher. Es hinterlässt den Leser nachdenklich, und das finde ich gut.I ch musste plötzlich an "Der Schwarm" von Frank Schätzing denken.
Drei Anmerkungen habe ich aber doch:

da sagt aber der Wind
er flüstert es mir in die Ohren:
- vielleicht ist heute der Tag,
wo der Fortschritt
vorbei ist
spurlos getilgt aus der Zeit
wie ein nutzloser Text am Computer
gelöscht wird
(ist doppelt, da ist schon getilgt)
so löschte Natur
das Menschenwerk

Oft betrachtete (Der Zeilenumbruch leuchtet mir nicht ein.)
ich fasziniert

wie in Vorzeit-Nebel

Muss das nicht wie im Vorzeit...heißen?

LG Franka



__________________
Man probiert. Vielleicht klappt es. Wenn nicht, dann probiert man was Neues. (frei nach Antje Joel)

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

hallo @inu,

ich mag keine attitüden, in denen menschenwerk grundsätzlich als tand abgetan wird. es adelt solche manifestation den urheber nicht, sondern läßt ihn nach reichlich abgestandener präpotenzia duften. "nutzlos" ist einer der subjektivsten begriffe, die ich überhaupt kenne. wer ihn gebraucht, sagt schlicht, er selbst könne aus einem umstand keinen gewinn ziehen. und weil dem so ist, gönnt er diesen auch keinem anderen - darum: weg damit!

was man mit derlei maximen anrichten kann, beweisen uns die schrecklichen spuren diverser "kulturrevolutionen", mit denen man die menschlichen gesellschaften immer wieder beglückt.

der ausspruch

quote:
gedankenleer
schau ich hinunter ins Tal
scheint mir der treffendste dieses textes. der rest ist in meinen augen nur oberflächlicher versatz, der verkennt, dass nichts, aber schon gar nichts, spurlos bleibt. auch die herrmansschlacht nicht, über die's jetzt gleich drei bücher auf einmal gibt: über dieses feld ist während ziemlich genau zweitausend jahren soviel gras gewachsen, dass man gar nicht mehr genau weiß, wo, wenn man gedankenleer vom hügel herunterschaut.

aber statt italienisch sprechen @inu und bluefin jetzt deutsch und reden damit aneinander vorbei. ist das nicht wunderbar?

liebe grüße aus münchen

bluefin

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

hallo @inu, die aussage

quote:
da sagt aber der Wind
er flüstert es mir in die Ohren:
- vielleicht ist heute der Tag,
wo der Fortschritt
vorbei ist
spurlos getilgt aus der Zeit

wie einen nutzlosen Text am Computer
so löschte Natur
das Menschenwerk
ist alles andere, nur nicht wertneutral: wer spatzen von den dächern und winde was recht schlau flüstern lässt, stellt behauptungen auf.

in diesem falle solche, die widerspruch herausfordern. zum besseren verständnis vielleicht Hier klicken: da verschwindet auch nur scheinbar etwas.

liebe grüße aus münchen

bluefin

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Inu
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Hallo Bluefin

Mein Gedicht stellt Fragen und Fantasien in den Raum. Ich meine gar nichts

LG
Inu

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Inu
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bluefin

Toll, dass Du Dir so viel Mühe mit einem so schlechten Text machst. Danke ... aber jetzt ists, glaube ich genug. Ich glaube, jeder versteht, was ich in meinem Gedicht sagen will, nur Du kommst vom Hundertsten ins Tausendste und ich habe keine Lust mehr, mich Dir zu erklären. Warum wendest Du Dich nicht mit Deinen Kritiken grüneren Wiesen zu?

LG
Inu

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