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Leselupe.de > Kurzprosa
Erste Liebe
Eingestellt am 08. 10. 2010 16:01


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Lakritze
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Oct 2010

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Es begann hoch oben, auf einer Fensterbank im zweiten Stock. Ich lie├č die Beine baumeln und verschaffte mir ├ťberblick; zwei Wochen Sommerseminar lagen vor mir. Unten auf dem Hof die Sch├Âpfe der anderen und sein Nacken: er mu├čte sich zu Gespr├Ąchen b├╝cken. Als er gegen alle Wahrscheinlichkeit aufblickte, strahlte er mich an: ┬╗Sch├Âne Frau am Fenster, komm doch!┬ź Und ich ging hin, entgegen allem, was ich sonst vertrat. ÔÇö Sp├Ąter merkte ich, er hatte H├Âhenangst. Auch f├╝r mich.

Er war ein Prinz. Sp├Âttische Augen und gewinnendes L├Ącheln; ein sch├Âner Riese mit Vorliebe f├╝r gebl├╝mte Herrenhemden. Ideen flogen ihm in dichten Schw├Ąrmen zu. Er ri├č die anderen mit und dachte doch immer, f├╝r sie sei es m├╝helos, anders als f├╝r ihn -- ihn lie├č das Lampenfieber selbst auf der B├╝hne nicht los.

Auf der ersten Zimmerparty fl├╝sterte ich ihm ins Ohr, ich h├Ątte keinen Bauchnabel, und ein, zwei Augenblicke lang glaubte er mir. Morgens fand ich ein Blatt Papier an meiner T├╝r; seine Botschaft f├╝hrte mich Buchstabe f├╝r Buchstabe ├╝ber das ganze Gel├Ąnde. Dar├╝ber, da├č ihm die Dunkelheit unheimlich war, lachten wir, wenn ich ihn nachts mit auf Streifz├╝ge nahm.

Jeden Tag erfanden wir uns neue Symbole. Am Bahnhof ├╝berreichte ich ihm zum Abschied die Schere, mit der ich das Schneiden gelernt hatte. Damit er sein Herz wieder losmachen k├Ânnte. Aber dann stiegen wir in denselben Zug, und wir fuhren beinahe gleich weit.

Beim letzten Umsteigen hielten wir einander so fest wir nur konnten, bis ein alter Mann am Bahnsteig rief: ┬╗Na, na, na. In f├╝nfzig Jahren ist alles vorbei!┬ź Da mu├čten wir doch weinen.

Wir waren siebzehn Jahre alt. Wir konnten noch nicht unterscheiden, ob das ein Ende war oder ein Anfang.

Version vom 08. 10. 2010 16:01

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
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Hallo Lakritze,

kurz und h├╝bsch und lebensnah.
Ich werd gleich mal sehen, was es noch gibt :o)

Willkommen.

Gr├╝├če
gareth

p.s. 1) Um doch noch was Konstruktives anzumerken:
"m├╝helos" ist irgendwie schon das ├äu├čerste. Besser f├Ąnde ich an dieser Stelle einen Begriff wie: "leichter" oder "einfacher".

p.s. 2) Zeder klingt ein bisschen schroff in ihrer Antwort auf Deine Fragen nach Vorstellung und Postausgang (den ich mir auch w├╝nschen w├╝rde, aber nie zu fragen gewagt habe :o)). Sie ist aber in Wirklichkeit ganz vertr├Ąglich, glaube ich.
__________________
Wie h├Ąsslich ist ein schr├Ąges Treiben,
da lob ich mir mein tr├Ąges Schreiben.

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