Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92231
Momentan online:
380 Gäste und 21 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Erster Brief des Apostel Jugend An alle älter werdenden
Eingestellt am 05. 08. 2003 09:02


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Talarmar
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2003

Werke: 88
Kommentare: 345
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Erster Brief des Apostel Jugend
An alle älter werdenden

Nicht alles was mir aus der Feder kommt
Ich lästre Gott und auch den Staat,
Am Ende auch dem braven Bürger frommt.
So geht sie auf, die wohlgemeinte Saat.
Wenn sie nur trifft des Bürgers Brut,
Dann hat sie ihren Zweck erfüllt.
Will weiter schüren ihre Wut,
Bis sie zum Aufruhr sind gewillt.

Wenn mir die Tinte spritzt aufs Blatt,
Ist mir das Ende meist egal,
Dann mache ich Gefühle platt
Und stänker gegen die Moral.
Lass sie in einen Spiegel sehen,
Wie sie als Spießer einmal enden,
Solange bis sie mich anflehen,
Ich soll den ganzen Spuk beenden.

Sonntag in die Kirchen eilen,
Beim Stammwirt auf ein Bier noch gehen,
Auf ein paar Stündchen hier verweilen
Und dann nach der Familie sehen.
Das Essen wird hinein geschlungen,
Dann wird die Glotze angestellt,
Es wird sich auf die Couch geschwungen,
So ist des Bürgers Sonntagswelt.

Auch ihre Wochen sind sehr trübe,
Verkauft wird sich an allen Tagen,
Regiert von Geld und nie von Liebe,
Man hört nur Jammern und auch Klagen.
Gesetze werden hingenommen,
Stets Akzeptiert alle Reformen,
Man will ja in den Himmel kommen
Und man gefällt sich in den Normen.

Immer nach dem Nachbarn gucken.
Man ist der Mode angepasst.
Nur immer mit dem Winde spucken.
Wer anders denkt, der wird gehasst.
Um solche macht man einen Bogen.
Sie stören ihren heilen Kreis
Und immer weiter wird gelogen.
Es wird geglaubt der größte Scheiß.

Wie viele sah ich zornig mucken.
Als sie noch jung und voller Feuer.
Jetzt sind sie Schleimer, die sich ducken,
Sie schimpfen höchstens auf die Steuer.
Ach gäbe es doch bloß ein Mittel,
Dass ihnen hielt die wilde Wut.
Was sie beseelt im ersten Drittel,
Es wäre auch fürs Alter gut.

©RT


__________________
"Die historische Wahrheit ist ein Mädchen, das man vergewaltigen kann, Hauptsache man macht ihr schöne Kinder" Alexandre Dumas

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


shiva
Autorenanwärter
Registriert: Jul 2003

Werke: 10
Kommentare: 29
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Klasse! Gefällt mir gut! Viele (schmerzliche) Wahrheiten!!
Allerdings: Ein paar Holperer, und zwar
- leider am Anfang
- ... und stänkere gegen die Moral (besser: stänker)
- ... Akzeptiert werden die Reformen (besser: ???
vielleicht "Akzeptanzen der Reformen" - naja, schwierig!

Am Ende: "währe" extra mit "h"?

Ansonsten, wirklich toll.

Gruss
Shiva

Bearbeiten/Löschen    


Talarmar
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2003

Werke: 88
Kommentare: 345
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Akzeptanz

Hi shiva,

danke für Deine Mühe, diesen Text aufmerksam durchzugehen.
Ich habe alles auch so weit akzeptiert.

Wünsche Dir noch ein kühles Plätzchen für den heutigen Tag.

Talarmar
__________________
"Die historische Wahrheit ist ein Mädchen, das man vergewaltigen kann, Hauptsache man macht ihr schöne Kinder" Alexandre Dumas

Bearbeiten/Löschen    


shiva
Autorenanwärter
Registriert: Jul 2003

Werke: 10
Kommentare: 29
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Der Anfang des Gedichts ist inhaltlich einfach klasse, müsste aber m.E. umformuliert werden, also flüssiger zu lesen sein.

etwa so: Nicht alles aus der Feder kommend
lästert über Gott und Staat
.... naja, nicht so leicht.

Bei meiner überdurchschnittlich guten Bewertung bleibt es jedoch.

Gruss
Shiva

Bearbeiten/Löschen    


Talarmar
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2003

Werke: 88
Kommentare: 345
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Hallo shiva

Wenns dann mal ein paar Grad kühler wird, werde ich es mir nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Dank Dir
Talarmar
__________________
"Die historische Wahrheit ist ein Mädchen, das man vergewaltigen kann, Hauptsache man macht ihr schöne Kinder" Alexandre Dumas

Bearbeiten/Löschen    


LuMen
Häufig gelesener Autor
Registriert: Jan 2003

Werke: 291
Kommentare: 699
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Fortschritt

Hallo Talarmar,

ganz schön bissig und formal schon wesentlich besser! Es sollte mich natürlich wundern (wirst Du denken), wenn ich nicht doch ein paar Kleinigkeiten fände:
Hier würde sich die Parenthese besser machen "- ich lästre Gott und auch den Staat -"
Der Anfang der 3. Strophe müßte konsequent "unbetont" beginnen, also nicht "sonntags", sondern "am Sonntag".
In der 4. Strophe würde ich vom Sinn her für treffender halten:"..regiert von Geld und nie von Liebe.." und in der 6. Zeile aus metrischen Gründen: "..und akzeptiert auch die Reformen.."
Die 5. Strophe würde ich am Ende sprachlich einfacher gestalten:"..manch einer glaubt den größten.."
Und in der 6. Strophe würde mich persönlich das "sich am Ducken" stören, u. a. könnte man formulieren:"..jetzt sind sie Schleimer, die sich ducken.."

Weiterhin frohes Schaffen wünscht
LuMen

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Gereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!