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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Erster Versuch: Primitive Apokalyptik?
Eingestellt am 14. 10. 2014 23:11


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derjambo
Hobbydichter
Registriert: Oct 2014

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Primitive Apokalyptik ?
Stockdunkle Nacht, nur leises Atmen, dass war alles was ich h├Ârte, wir schreiben das Jahr 2156, es ist September und es ist eisig kalt f├╝r diese Jahreszeit. Es ist nun 9 Jahre her seit der Komet in die Erde einschlug und den Virus, der tief im Erdinneren lauerte, entfesselte. Die Gro├čst├Ądte waren schneller verw├╝stet als ein Supermarkt beim Schlussverkauf, Supermarkt...ein Wunder das ich mich noch an derartige Zust├Ąnde erinnere, egal, selbst die Kleinst├Ądte warteten nicht lange auf ihre Zerst├Ârung, es ging blitzschnell. Einzelne Camps und improvisierte Staaten, bestehend aus Blechh├Ąusern, regiert von machtgierigen ├ťberlebenden, die sich als wertvoller empfinden als der Rest und versuchen durch Unterdr├╝ckung ihr ├ťberleben zu sichern, das war alles was ├╝brig blieb.
Ich war ein Alleing├Ąnger, schon immer, schon bevor ich zwangsweise auf mich selbst gestellt war. Ich suchte nie den Kontakt nach au├čen, ich erwartete auch keine Akzeptanz als Gegenleistung, ich lebte f├╝r mich und sonst niemand. Es k├╝mmerte mich nicht was die Leute von mir hielten, schon damals verbrachte ich also den Gro├čteil meines Lebens alleine. Doch jetzt ist alles anders, Alleing├Ąnger sein ist der wertvollste ├ťberlebenstipp ├╝berhaupt um in dieser Welt zu bestehen. Die Menschen sind selbstgerecht, sie sind Heuchler, nur ihren eigenen Vorteil im Sinn, genau wie ich. Deshalb schlie├če ich mich keiner Gruppe an, ich w├Ąre nur ein kleines Etwas zwischen zerrei├čenden Fangz├Ąhnen, die mich jede Sekunde zerfleischen k├Ânnten.
Ich habe noch 3 L Wasser und genug Essen f├╝r 3 Tage, ich muss bald auf Beutezug gehen...doch wen erwische ich diesmal? Ein kleine Gruppe ├ťberlebender oder gar Einzelreisende? Ganz egal, ich werde mir nehmen was ich brauche, keiner wird mich davon abhalten k├Ânnen, ich bin r├╝cksichtslos geworden, eiskalt. Doch war ich schon immer so grausam? Ich frage mich manchmal warum wir so formbar sind, warum wir uns unserer Situation derart anpassen, warum wir zu solchen Kreaturen werden nur um unser k├╝mmerliches Leben zu retten? Was gibt es schon in dieser Ein├Âde die sich Erde nennt? Gewalt und Tod sind die gegenw├Ąrtigen Prinzipien, doch war es nicht schon lange so ? Ich f├╝hle nichts mehr, selbst wenn ich bluttriefend ├╝ber ihre leblosen K├Ârper rage und mich selbst nicht erkenne. Anfangs war es ein totales Chaos, Menschen starben massenweise, nicht nur der Virus forderte seine Opfer, Egoisten wie ich es bin, machten vor niemanden Halt.
Am Tag des Ausbruchs wusste ich was ich zu tun hatte, ich schnappte mir genug Proviant und meine Pistole...Kaliber 9mm, geladen und schussbereit, auf alles und jeden der sich mir in den Weg stellte, das dachte ich zumindest. Als der erste Pl├╝nderer auf mich zu st├╝rmte z├Âgerte ich und er entriss mir meine Pistole und rannte davon. Da stand ich nun also, unbewaffnet, mit reichlich Nahrung, alleine, ich zog durch dunkle Gassen auf der Suche nach einem Unterschlupf, meine Wohnung war l├Ąngst zerst├Ârt soviel stand fest. ├ťberall Flammen und zerfetzte K├Ârper, zertrampelt von den Menschenmengen.
Sch├╝sse, ich bin schwei├čnass, ich muss eingeschlafen sein. Ich packe meine Waffe und bin still, ich beobachte die Gegend genau, sie sind raffiniert geworden, immer hinterlistiger, doch ich bin vorbereitet. Messerstich von links, ich weiche aus und schie├če, Blut, ├╝berall. Mein Gesicht ist getr├Ąnkt davon, Kopfschuss, ich erwischte ihn direkt in der Stirn, ich sah ihn an und empfand nichts, ich wusste nur ich ├╝berlebte und er nicht. Tag ein Tag aus spiele ich dieses Spiel, wie lange wird es wohl noch so weiter gehen? Ich hoffe all das findet bald ein Ende, denn ich bin m├╝de, meine Muskeln sind schlaff, seit Wochen kein richtiger Schlaf, das st├Ąndige K├Ąmpfen, ich sollte mich ausruhen.
Zeitsprung, es ist Januar, der Winter war ruhig, viele Banden ziehen sich im Winter in ihre Unterschl├╝pfe zur├╝ck, nachdem sie den ganzen Herbst pl├╝nderten. Ich bin immer noch alleine, einige Gruppen baten mir ihre Hilfe an, doch diese Gruppen sind nicht mehr, ich metzelte sie nieder, doch warum? Es ist nicht so, dass ich sie h├Ątte t├Âten m├╝ssen, doch mittlerweile bin ich so gef├╝hlstaub, dass ich selbst kaum glaube, innerlich m├Âchte ich wieder f├╝hlen, doch es ist Nichts mehr von meinem Inneren ├╝brig, ein stiller Schrei in mir, der an meinem leeren K├Ârper widerhallt und langsam verstummt, mit jedem Tag n├Ąhere ich mich der absoluten Isolation meines Bewusstseins, was werde ich dann sein? Ein K├Ârper, ohne Gef├╝hle, erpicht zu t├Âten und zu fressen? Werden wir durch Einsamkeit zu Tieren? Manchmal brenne ich darauf zu erfahren, wie es wohl sein m├╝sse, all das nicht als Mensch sondern als Gott zu erleben. Was rede ich wieder f├╝r Stumpfsinn, Gott, was soll das hei├čen? Es gibt niemand und nichts in unserem Universum, der eine solche Evolution zulassen w├╝rde, h├Ątte er die M├Âglichkeit es zu verhindern. Den Glaube habe ich bereits vor dem Einschlag verloren. Schicksalsschl├Ąge, nicht die meinen, sondern weltweite Ungerechtigkeit, Krieg und Leid. Sollte das alles von einem ÔÇ×GottÔÇť erschaffen worden sein? Nein, die Menschen d├╝rfen sich keinen S├╝ndenbock suchen, wir alleine sind an all dem Schuld gewesen. Und wo hat es uns hingef├╝hrt? Was w├Ąre gewesen wenn es keine Waffen g├Ąbe, wenn niemand w├╝sste was Krieg ist, wenn der Tod etwas nat├╝rliches ist und nicht durch Blutb├Ąder erzwungen wird?
Doch zur├╝ck zu mir, ich habe mir einen Unterschlupf sichern k├Ânnen, eine H├Âhle, au├čerhalb der Stadt. Es wird Zeit, ich muss meine Vorr├Ąte aufstocken, ich brauch nicht viel, ich bin schlie├člich alleine. Auf leisen Sohlen, leichtes Gep├Ąck, begebe ich mich in die Stadt, bereits am Stadtanfang sichte ich mehrere Gruppen, doch ich schleiche mich lautlos vorbei. Kein Mucks, ein Lager, verlassen, zumindest dem Anschein nach. Ich n├Ąhere mich langsam, stopp, 2 Wachen, einer mit Sturmgewehr bewaffnet, der Andere mit Schrotflinte, keine Messer, leichtes Spiel f├╝r mich. Ich pirsche mich an, den Schrotflintentr├Ąger kn├Âpfe ich mir zuerst vor. Unbemerkt meuchle ich ihn nieder, ein Schuss landet pl├Âtzlich neben mir, Scharfsch├╝tze, eine Sekunde sp├Ąter, Blut, mein Bein ist verletzt, ich liege am Boden. Ein Trupp kommt auf mich zu gest├╝rmt, sie heben mich auf, grimmige Mine, er z├╝ckt das Messer, kurz bevor er mich erwischt sehe ich mich selbst, auf einem Berg von Leichen sitzend, mit blutverschmierten Z├Ąhnen. War ich es der all diese Gewalt provozierte , war ich es, der den Menschen ihre Seele raubte und sie zu Tieren machte? Ich bin mir nicht sicher, doch in einem Punkt bin ich mir sicher, ich werde sterben und werde nicht mehr sein als derjenige, der sich mir in den Weg stellte. Ich sterbe genauso, wie ich andere aus dem Leben riss, ohne Reue, ohne Gef├╝hle, das ist mein Werk, meine Geschichte, meine Welt die nun ein Ende hat. Sie endet wie sie begann, mit einem dunklen Nichts.
Written by J.M.
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J.M.

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Viele Gr├╝├če von DocSchneider

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