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Erwachsenwerden
Eingestellt am 05. 08. 2010 15:18


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Michael Schmidt
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Registriert: Jan 2002

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Erwachsenwerden

Ja, das mit dem Erwachsenwerden. Eine gar nicht so einfache Sache. Vollj├Ąhrig ist man heutzutage mit 18. Fr├╝her galt die Grenze mit 21, vor 1875 erlangte man diesen Status stellenweise erst mit 25 Jahren. Aber es gibt nat├╝rlich auch sonst noch interessante Grenzen.
Unter 7 Jahren ist man gesch├Ąftsunf├Ąhig. Mit 12 Jahren (Plusminus) wird man dann geschlechtsreif und da hat der Gesetzgeber mal keinen Einfluss drauf. Bis 14 z├Ąhlt man in Deutschland als Kind, bis 18 Jahre als Jugendlicher und bis 21 Jahre als Heranwachsender.
Fr├╝her durfte man mit Einverst├Ąndnis der Erziehungsberechtigten ab 16 Jahre in der ├ľffentlichkeit Rauchen und Bier trinken, der Verkauf von Tabakwaren und Zigaretten an Jugendlichen ist neuerdings verboten. Immerhin darf man ab 16 Jahren bis 24 Uhr in Kneipen verweilen.
Auch Filmvorstellungen sind limitiert. Unter 14 Jahren muss der Film vor 20 Uhr beendet sein, unter 16 Jahren darf man immerhin zu Filmen, die vor 22 Uhr enden. Sofern die Altersfreigabe passt, dort findet man die Kennzeichnung ÔÇ×Ab 6 JahreÔÇť, Ab ÔÇ×12 JahreÔÇť und ÔÇ×Ab 18 JahrenÔÇť.
Auch den F├╝hrerschein darf man ab 18 Jahren machen, Ausnahmen best├Ątigen die Regel. Eine soll jetzt daf├╝r sorgen, dass man ab 17 Jahren mobil ist, es muss aber eine ausgew├Ąhlte Begleitperson anwesend sein. Die Unfallzahlen der Fahranf├Ąnger in den letzten 5 Jahren sollen durch den ├ťbergangsversuch des ÔÇ×F├╝hrerschein ab 17ÔÇť deutlich gesunken sein.
Immerhin!
Das Wahlrecht wollen viele ebenfalls ├Ąndern, damit die jungen Demokraten schon ab 16 ihre Stimme abgeben.
Man sieht, mal wird es fr├╝her, mal sp├Ąter.

Hotel Mama hat immer noch einen guten Ruf und die Verweildauer in der elterlichen Wohnung bleibt hoch. Das spricht ├Ąu├čerlich nicht unbedingt daf├╝r, dass Verantwortung fr├╝her ├╝bernommen wird.
Auch scheint mir der subjektive Eindruck zu entstehen, die neue Generation ist eher weniger denn mehr selbstst├Ąndig.

Wahrscheinlich wird es so sein, dass man irgendwann zwar mit 15 Jahren w├Ąhlen und auch ein Automobil f├╝hren darf, andererseits aber erst mit ├╝ber 40 Jahren aus dem elterlichen Heim auszieht. So k├Ânnte man eigentlich direkt warten, bis das Renteneintrittsalter erreicht ist. Doch das wird bis dahin wohl bei 72 Jahren und mehr liegen.

Aus meiner Sicht passen die gegenl├Ąufigen Altersgrenzen nicht so gut. Einerseits soll ich als 17 J├Ąhriger vor 24 Uhr das Kino verlassen, darf den Weg aber dann mit dem Auto zur├╝cklegen.
Verantwortung f├╝r das eigene Leben zu ├╝bernehmen, daf├╝r ben├Âtigt es doch bestimmter Voraussetzungen.
Einerseits sollte man Lebenserfahrung sammeln. Andererseits nat├╝rlich vor Fehltritten sch├╝tzen. Doch zu viel Schutz und Beh├╝tung vermeidet genau dieses.

Das Erwachsenwerden ist nat├╝rlich ein schwieriger Prozess, der selten ohne Sch├╝rfwunden von Statten geht. Der Gesetzgeber ist da in einer schwierigen Lage, muss er doch f├╝r unterschiedliche Entwicklungsstadien eine einheitliche Grenze errichten.
Das sieht man bei Altersempfehlungen f├╝r B├╝cher. Ist f├╝r den einen das Buch ab 12 Jahre schon mit 10 oder 11 kein Problem, muss der andere schon 14 Jahre sein, um die gleiche Geschichte genie├čen zu k├Ânnen.
Ideal w├Ąren also gesetzliche Altersgrenzen, die man sich erarbeiten kann. Ist der junge Mensch verantwortungsvoll und hat eine entsprechende Auffassungsgabe, ist die Altersgrenze niedriger, umgekehrt bekommt derjenige, dessen Entwicklung nachh├Ąngt, eine h├Âhere Grenze gesetzt.

Das ist nat├╝rlich nicht umsetzbar und es ist auch nicht w├╝nschenswert, dass der Gesetzgeber eine solch dynamische Grenze setzt. Dem Alter und der speziellen Entwicklung aber w├╝rde es entsprechen.
Sch├Ân ist es auf jeden Fall, dass es ├╝berhaupt Bewegung in der Sache gibt. Und wenn die ersten Anzeichen geringerer Verkehrsunf├Ąlle f├╝r Fahranf├Ąnger sich auf Dauer best├Ątigen sollten, w├╝rde dass doch zeigen, der Weg ist richtig.
Ich bin ├╝berzeugt, man muss die junge Generation in die Verantwortung nehmen, dann entwickelt sie sich auch. Es ist eher unsere Generation, die aus Angst den Jugendlichen und Heranwachsenden alles abnehmen will, um sie vor den Unbillen der Realit├Ąt zu sch├╝tzen.
Doch sich das Knie aufzuschlagen, geh├Ârt zum Erwachsenwerden dazu.

Daher verbleibe ich frei nach Gr├Ânemeyer:
Kinder an die Macht!

__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

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