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Leselupe.de > Gereimtes
Erwartung
Eingestellt am 10. 03. 2005 12:20


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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Erwartung

Als du dich aufmachtest,
Herzland zu pfl├╝gen,
weil der Same
nicht l├Ąnger
in der Scheuer bleiben
konnte,

ich wundgescheuert
von meinen Fragen
den zerschmelzenden Schnee
in mich einsog,

schickte die Elster
Warnrufe,
obgleich sie selbst
Reiser
zum Nestbau
von der Birke
brach.

Wirst du kommen,
die Ernte sicheln
im Herbst dann
mit deinen Lippen?







__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

Werke: 1
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liebe vera-lena,

Die Liebe fing mich ein mit ihren Netzen,
Und Hoffnung bietet mir die Freiheit an;
Ich binde mich den heiligen Gesetzen,
Und alle Pflicht erscheint ein leerer Wahn.
Es st├╝rzen bald des alten Glaubens G├Âtzen,
Zieht die Natur mich so mit Liebe an.
O s├╝├čer Tod, in Liebe neu geboren,
Bin ich der Welt, doch sie mir nicht verloren.


sind brentanos verse eindeutig liebesverse,
so ist dein text doch vielschichtiger
und anr├╝hrender.
die sehnsucht nach ruhe und geborgenheit,
die dein lyri artikuliert und an IHN
adressiert ist sehr gut nachzuvollziehen.

das 66. sonett shakespeares
- " m├╝d des All, sehn mich nach Ruh" -
fiel mir sofort ein, es h├Ąngt bei mir ├╝ber den schreibtisch.

dir alles liebe

montgelas

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

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liebe vera-lena,

jetzt erst bemerke ich,
dass dein text in liebe und erotik steht.
da trifft vielleicht doch eher brentano,
als skakespeare zu.

meint

lachend

montgelas


p.s. errare humanum est !!

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Lieber Montgelas,

nun kenne ich das Shakespeare-Sonett nicht, das l├Ąsst sich aber sicher nachholen. (W├╝rdest Du mir dabei helfen, freundlicherweise, vielleicht in Deinem Thread: Bei Durchsicht meiner B├╝cher)

Auf jeden Fall:"nix mit errare humanum est", denn ich meine diesen Text so, wie Du ihn interpretierst, n├Ąmlich nicht in Anlehnung an Brentano, sondern hier ringt das Lyri mit der Frage,ob es sein Vertauen verschenken m├Âchte/kann/sollte?

Und das hat doch unbedingt mit der Liebe etwas zu tun, denke ich. Nat├╝rlich gibt es sehr starke Menschen, denen es gleichg├╝ltig sein kann, ob sie wiedergeliebt werden, sie lieben darauf los, wen auch immer. Ein Thema, auf das ich jetzt sofort Lust bekomme, es ebenfalls zu bearbeiten.

Aber dieser Text, spricht eher von einem Menschen, der sich erst einmal"von den Schneemassen" erholen muss und darauf hofft, wieder vertrauen zu k├Ânnen. Und da die W├╝nsche an IHN gerichtet sind, wie Du ja auch herausgelesen hast, muss es doch ein Liebesgedicht sein, meine ich.

Du siehst, Du hast genau gelesen, wie meistens.

Ich danke Dir f├╝r Deine verst├Ąndnisvolle Interpretation
und f├╝r die Parallen in der Literatur, auf die Du Dich immer so gut verstehst.

Es gr├╝├čt Dich herzlich
Vera-Lena
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Perry
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2004

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Hallo Vera-Lena,
dieses hin und her gerissene Warten auf die Reife der Liebe schwingt sehr ber├╝hrend in deinen Zeilen. Da der Text eher prosaisch angelegt ist, irritieren mich die willk├╝rlichen Wortauslassungen allerdings ein wenig. Auch mit der Elster k├Ânntest Du mir ein wenig auf die Spr├╝nge helfen, sie sagt mir au├čer einem vagen Warnen nicht allzu viel.
LG
Manfred

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Lieber Manfred,

das freut mich, dass der Text, selbst wenn er sich nicht allzu deutlich entschl├╝sseln l├Ąsst, eine Kraft entfalten kann.

Der Schl├╝ssel ist vielleicht das "wundgescheuert von meinen Fragen".

Es wird nicht gesagt, welche Fragen das Lyri wundgescheurt haben, aber wenn dann gleich die Warnrufe folgen, k├Ânnte man daraus schlie├čen, dass das Lyri sich selbst ├Ąngstliche Fragen stellt und zwar im Zusammenhang damit, was die Elster gerade tut, sie baut n├Ąmlich ihr Nest.

Nun ist das "DU" ja erst dabei, das Herzland zu pfl├╝gen und das Lyri k├Ânnte diesen Vorgang immer noch unterbrechen.

Es wei├č nicht, was es tun soll,also stellt es jetzt nicht mehr die bangen Fragen an sich selbst, sondern an das DU:

Wirst Du mir nicht verloren gehen in der Zeit w├Ąhrend die Ernte heranreift?
Wirst Du sie mit mir zusammen einbringen wollen?

So k├Ânnte man den Text entschl├╝sseln, was meinst Du?

Ich danke Dir ganz herzlich f├╝r Dein Interesse.
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena

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