Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5553
Themen:   95286
Momentan online:
118 Gäste und 2 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Erzähl mir eine Geschichte
Eingestellt am 09. 05. 2015 12:01


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
CPMan
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2014

Werke: 65
Kommentare: 155
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um CPMan eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ich kam in das vereinbarte Restaurant zur vereinbarten Uhrzeit und sah sie sofort. Sie saß an einem der Fenstertische. Sie war hübsch, zierlich und wirkte sehr sportlich. Mit einer Bestimmtheit, die ich im Innern gar nicht fühlte, ging ich auf ihren Tisch zu. Sie schaute erst zu mir hoch, als ich schon vor ihr stand.
„Rosebud“, sagte ich mit einem Grinsen, das doppelbödig intendiert war, aber wahrscheinlich nur dämlich wirkte.
Sie lächelte. Ein müdes Lächeln zwar, aber sie lächelte.
„Setz dich“.
Ich setzte mich.
Sie schaute mich lange an, ruhig, gelassen. Ich gab mir Mühe, ihrem Blick standzuhalten, aber sie hatte schon längst erkannt, dass sie das Geschehen bestimmen würde.
„Erzähl mir eine Geschichte“, sagte sie dann.

*

Als ich vierzehn war, bekam ich nur wenig Taschengeld. Meine Eltern meinten, ich könnte ja Zeitungen austragen, um mir was dazu zu verdienen. Ich war zwar noch nicht alt genug um arbeiten zu dürfen, denn die Zeitung stellte Jugendliche erst ab sechzehn ein, aber meine Eltern meldeten einfach meine drei Jahre ältere Schwester bei der Zeitung an und ließen mich dann die Zeitungen austragen.
Jeden Freitag Abend lud dann ein Mitarbeiter des Herresburger Reports Pakete mit insgesamt 300 Zeitungen vor unserer Haustür ab. Mit meinem Fahrrad machte ich mich dann auf den Weg in den vier Kilometer entfernten Stadtteil, warf 240 Zeitungen in Briefkästen und 60 in den Altpapiercontainer und fuhr anschließend gemächlich nach Hause.
Eines Abends, im Juli, musste ich auf dem Rückweg noch einen Brief für meine Eltern einwerfen. Das Hauptpostamt lag auf dem Heimweg und als ich dort in der Dunkelheit ankam, lag es verlassen da. Ich fuhr mit dem Fahrrad direkt an den größten Postkasten vor dem Haupteingang um den Brief einzuwerfen. Als ich die Hand jedoch in den Schlitz steckte und den Brief fallen lassen wollte, bemerkte ich, dass der Postkasten bis oben hin voll war. Ich legte den Brief also einfach oben drauf und fuhr davon.
Doch keine zwanzig Meter weiter hielt ich wieder an. Ich sah mich um. Es war schwül, kein Lufthauch war zu spüren, und es war totenstill. Kein Mensch weit und breit. Ich fühlte mich plötzlich unkontrolliert und frei. Es war, als ob mir der warme Abend geböte, ihn nicht ungenutzt verstreichen zu lassen.
Instinktiv fuhr ich zurück zum Briefkasten, sah mich noch einmal verstohlen um, und fischte dann so viele Briefe wie möglich aus dem überquellenden Postkasten und verstaute diese in den Fahrradtaschen, in denen zuvor die Zeitungen gelegen hatten.
Aufgeregt und gespannt fuhr ich mit der Beute nach Hause.


*

„Was für eine Geschichte denn?“
„Das entscheidest du. Am liebsten allerdings wäre mir eine peinliche Geschichte, eine für die du dich schämst, in der du nicht gut wegkommst!“
„Warum das?“
„Na, weil es mal eine Abwechslung wäre.“
Sie hielt kurz inne.
„Das ist doch sicher auch nicht dein erstes Blind Date?“
„Nein!“
„Na, und ich weiß nicht wie es dir bisher ergangen ist, aber ich hab sie satt, ich hab sie so satt, diese Romantiker, diese Eiertänzer, diese Aufschneider und diese gelackten Anzugträger. Sagen wir doch einfach, worum es geht: wir sind beide schrecklich allein, du willst Sex, ich will eine Beziehung, und der erste Moment entscheidet doch alles. Findest du mich optisch akzeptabel?“
„Ja“, erwiderte ich, gedehnt und verschämt.
„Na also, ich finde dich auch nicht schlecht. Kommt als nächstes der Charakter. Dein Arbeitsleben interessiert mich nicht, du bist Ingenieur, das weiß ich, es klingt schrecklich bieder, dein Alter ist mir bekannt, dein Familienleben kannst du später vor mir ausbreiten. Auf Smalltalk habe ich keine Lust. Also: Erzähl - mir – eine –Geschichte.“

*

Zuhause schleuste ich die knapp 50 Briefsendungen an meinen Eltern und meiner Schwester vorbei und breitete sie, nachdem ich mich in Sicherheit wog, in meinem Zimmer auf dem Boden aus. Ich sortierte die Umschläge nach Größe und fing dann an, die großen Umschläge aufzureißen. Ich war zunächst recht enttäuscht, denn gerade die großen Umschläge beinhalteten langweilige Dienstsachen irgendwelcher Firmen. Statistiken, Rechnungen, Korrespondenzen über Personalangelegenheiten, Bestellungen und ähnliche Dinge.
Nachdem ich alle großen Umschläge geöffnet hatte, ohne etwas Interessantes zu finden, machte ich mich über die kleineren Standardbriefe her. Das war lohnender: Private Briefe wie der von Tante Käthe an ihren Neffen Ole, eine Liebeserklärung von Carlo an die Romanistikstudentin Elena, eine Einladung zu einem Polterabend, ein Abschiedsbrief von Peter an Lutz, der nach Australien auswanderte, und einmal sogar Bargeld: ein Zehn-Mark-Schein und ein Zwanzig-Mark-Schein.
Ich war ganz vertieft in die Lektüre privater Korrespondenz. Als ich einen der letzten Briefe aufmachte, purzelte aus dem zusammengefalteten Schreiben ein Foto. Noch bevor ich es aufhob, sah ich, dass es ein pikantes Foto war. Ich erkannte nacktes Fleisch. Ich hielt es zwischen meinen Fingern, und reagierte zunächst jugendlich angewidert: Böah !!
Auf dem Foto war eine kleine, ziemlich rundliche, um nicht zu sagen fette Frau zu sehen, und sie war nackt. Auf ihrem Kopf prangte ein monströs großer, schwarzroter Federhut, der ihr Gesicht winzig klein wirken ließ. Ihr langes, kräuseliges Haupthaar sah genauso aus wie ihr Schamhaar, ihre Beine waren fleischlich zerfasert, das konnte man der trotz der absichtlich schwachen Beleuchtung gut erkennen. Sie versuchte sich in einer sexy Pose, aber auf mich wirkte das nur lächerlich und irgendwie extrem lustig.

Als Nächstes las ich den beiliegenden Brief:

Mein liebster Johannes,
ich hätte nicht gedacht, dass mir das nochmal passiert. Dieses Gefühl, dieser gedankliche Wahnsinn, der mich die Welt mit anderen Augen sehen lässt. Gestern noch war ich allein und abgestumpft, jetzt bist du da und ich schwebe über dem Boden, den ganzen Tag. Im Büro fragen mich die Kollegen, wieso ich den ganzen Tag so vor mir hin lächle, in der Familie sagen sie, ich sei wie ausgewechselt. Und ich bin es ja auch. Ich bin so voll von herrlich verrückten Gedanken, ich könnte platzen vor Freude. Ich schäume über vor frivolen Ideen und wenn ich an unser nächstes Treffen denke, werde ich rollig wie ein Kätzchen.
Um dir die Wartezeit zu versüßen, schicke ich dir ein kleines Foto.
Auf ganz bald,
Geraldine

Während der Lektüre musste ich einige Male in mich hineinkichern. Beim Wort ‚schweben’ hatte ich einen kurzen Aussetzer, und das Wort ‚Kätzchen’ kam mir bei diesem Brocken von Frau ziemlich deplatziert vor.
Nachdem ich fertig gekichert und gegluckst hatte, verstaute ich den ganzen Papierkram in einer Aldi-Tüte und schob sie unter mein Bett. Bis auf den Brief von Geraldine natürlich. Fast den ganzen Abend sah ich wieder und wieder auf das Foto, wie bei einer Mutprobe, die einem einen leichten Schauer über den Rücken jagt.


*

„Mir wäre es lieber, wenn du anfängst!“
Sie lachte laut auf. Kurz, aber laut.
„Okay, wie du magst: Als ich zwanzig war, bin ich als Begleiterin auf ein Sommercamp mit Jugendlichen mitgefahren. Der Teamleiter war ein 36-jähriger, gut aussehender Architekt, der alleinerziehend war. Er hatte eine 5-jährige Tochter, die war auch mit. Ich war von Anfang an total verknallt in ihn. Und wir haben uns auch wirklich gut verstanden. Von Anfang an. Wir haben häufig wie zufällig im Team gearbeitet, saßen abends wie zufällig nebeneinander am Lagerfeuer, und am Strand legte ich mich wie zufällig neben ihn und übte mich in sexy Posen in meinem Bikini. Ich war, so glaube ich, darauf und dran, ihn zu verführen. Aber dann ist mir etwas Peinliches passiert. Ich hatte plötzlich am Strand meine Monatsblutung, aber keine Tampons. Um es vor ihm zu verheimlichen, schwang ich mir ein Tuch um die Hüften und sagte, es gehe mir nicht gut. Dann ließ ich ihn am Strand zurück und fragte eine etwas weiter liegende Bekannte, ob sie Tampons dabei habe. Sie gab mir eins und ich ging dann in eins dieser Dixie-Klos, um das Tampon einzuführen. Als ich im Dixie-Klo war und das Tuch abnahm, sah ich, dass die Blutung relativ heftig war. Ich rollte Toilettenpapier ab und wischte das Blut weg, und nahm dann das Tampon zur Hand. Und genau in diesem Moment ging die Tür des Dixie-Klos auf und ER stand plötzlich vor mir. Er sah mich, mit heruntergelassenem Bikinihöschen, blutverschmierten Oberschenkeln und einem Tampon in der Hand. Oh, sorry, sagte er nur, und machte dann die Tür wieder zu.“
Sie hielt kurz inne.
„Ich habe danach nicht wieder mit ihm geredet, und er ist mir auch aus dem Weg gegangen. Es war uns beiden peinlich“.

*

Die Tage darauf vergaß ich das Foto zunächst. Ich ging wie gewohnt zur Schule und traf mich nachmittags mit Freunden, um mit selbst gebastelten ‚Floppern’ die Gegend unsicher zu machen. Am Freitag danach fuhr ich nach dem Zeitungaustragen wieder zur Post, diesmal allerdings waren die Briefe nicht so hoch gestapelt, so dass ich unverrichteter Dinge nach Hause fuhr.

Ich glaube, dass es das Geld in den Briefen war, dass mich auf die Idee brachte. Durch den Zehn-Mark und den Zwanzig-Mark-Schein hatte ich Blut geleckt. Schnell wurde mir aber klar, dass ich wohl noch viele Briefsendungen abschöpfen musste, um richtig Geld zu verdienen. Mir missfiel auch der Zufall, von dem ich dabei abhängig war. Und so kam mir wohl langsam die Idee, das Foto zu instrumentalisieren.
Anderthalb Wochen, nachdem ich den Brief ‚gefunden’ hatte, fuhr ich damit zur öffentlichen Stadtteilbibliothek, wo es einen Münzkopierer gab. Ich setzte mich an einer der Tische in der Nähe des Kopierers, blätterte in einem Aufklärungscomic und wartete, bis die Luft um den Kopierer rein war. Dann warf ich schnell ein Markstück in den Münzschlitz, legte verstohlen das Foto auf und kopierte das anzügliche Motiv zehn Mal. Als ich aus der Bibliothek kam und mich aufs Fahrrad schwang, konnte ich mir ein diebisches Grinsen nicht verkneifen.

Zuhause schrieb ich dann einen netten Brief an Geraldine. Erst holte ich mir fünf alte Ausgaben der BILD, Schere, Klebstoff und Papier aus dem Bastelkeller, aber als ich anfing, Buchstaben auszuschneiden und die Schnipsel zu einer Botschaft zusammen zu kleben, merkte ich, was für eine lästige Sauerei das war, und so schrieb ich einfach ein paar Zeilen in Großdruckbuchstaben auf ein Stück Papier:


WENN SIE NICHT WOLLEN, DASS ICH IHR WIDERLICHES FOTO IN DER NACHBARSCHAFT VERTEILE, DANN HINTERLEGEN SIE BIS MORGEN UM MITTERNACHT 50 MARK IN DEM MÜLLEIMER NEBEN DER SITZBANK VOR DEM SPRINGBRUNNEN IM KAISERPARK.

*

„Und was soll ich jetzt davon halten?“, fragte ich sie.
„Gar nichts. Ich will nur klar machen, dass das Leben schrecklich banal sein kann und dass ich nicht zur Romantik neige. Viele Männer finden mich vulgär, wenig weiblich, weil ich direkt beim ersten Date so etwas erzähle. Ich finde mich eigentlich nur ehrlich. Und ich habe keine Lust, mich drei- oder viermal mit dir zu treffen, und erst dann nach und nach mehr von mir preis zu geben. Du kriegst gleich die volle Breitseite, direkt, das ist vielleicht nicht die feine Art, aber so bin ich. Ist das ein Problem für dich?“
Ich zögerte.
„Ich glaube nicht“, sagte ich schließlich, unsicher darüber, ob ich fasziniert oder angewidert war.
„Erzählst du mir jetzt eine Geschichte, eine möglichst peinliche?“
Ich überlegte.
„Okay, warum nicht!“

*

Ein paar Tage später, wieder nach meiner Tour, fuhr ich gegen elf Uhr abends am Haus dieser Geraldine (sie hatte ihre Adresse auf der Rückseite des Briefes vermerkt) vorbei und warf meinen Erpresserbrief ein. Als ein alter Mann plötzlich um die Ecke kam machte ich mich mit dem Rad schnell aus dem Staub. Ich merkte, wie der Nervenkitzel mich noch schneller in die Pedale treten ließ.
Den Höhepunkt dieser wohligen Aufregung hatte ich allerdings zwei Tage später, als ich mich um sechs Uhr morgens aus dem Haus schlich, und noch im Morgengrauen zum Kaiserpark fuhr und aus dem Staunen nicht mehr herauskam, als ich in dem Mülleimer neben der Sitzbank vor dem Springbrunnen im Kaiserpark tatsächlich einen Umschlag mit einem Fünfzig-Mark Schein fand. Ich schmiss den Umschlag zurück in den Mülleimer, stopfte den Schein in meine Hosentasche, schaute mich verstohlen um und machte mich dann zügig aus dem Staub. Noch auf dem Nachhauseweg kreisten meine Gedanken um die schier unendlichen Möglichkeiten, die mir nun aufgrund der neu erschlossenen Geldquelle offen standen.

*

„Als ich beim Bund war“, fing ich an, „da war ich mit vier Jungs auf einer Stube. Wir hatten jeden Tag irgendwelche Übungen im freien Gelände, damals noch mit dem G3. Für das G3, also das Gewehr, mit dem wir übten, gab es einen Mündungsfeuerdämpfer, das war so ein metallener Aufsatz, den man oben auf den Lauf schraubte, um sich beim Schießen mit Platzpatronen nicht die Hand zu verbrennen, glaube ich. Und an einem Tag, nach einer Übung im Wald, hatte ich diesen Mündungsfeuerdämpfer verloren. Und auf Verlust von Bundeswehrmaterial stand die Todesstrafe, jetzt mal überspitzt formuliert. Ich bemerkte den Verlust aber erst, als wir schon wieder auf Stube waren. Und da sah ich dann auch, dass einer der Kameraden aus meiner Stube, der gerade im Bad war, seinen Mündungsfeuerdämpfer auf seinem Nachttisch abgelegt hatte. Ich hatte Angst vor den Konsequenzen des Leutnants, und da hab ich mir kurzerhand den Mündungsfeuerdämpfer des Kameraden geschnappt und bin damit zurück zur Waffenkammer, um alles ordnungsgemäß abzugeben. Als ich zurück zur Stube kam, sah ich den Kameraden, wie er schon fieberhaft nach dem Ding suchte, das ich ihm gerade weggenommen hatte. Hast du meinen Mü-dämpfer gesehen, hat er gefragt, aber ich hab nur mit dem Kopf geschüttelt. Als der Kamerad dann später dem Leutnant Meldung gemacht hat, hat dieser ihn vor der gesamten Kompanie zur Sau gemacht und ihm befohlen, das Ding im Wald zu suchen, und zwar die ganze Nacht. Am nächsten Morgen kam er total gerädert aus dem Wald zurück und guckte uns mit todmüden Augen an. Gefunden hat er natürlich nichts.“

*

Zwei Wochen später, die fünfzig Mark waren längst aufgebraucht, schrieb ich meinen zweiten, diesmal sparsamer formulierten Erpresserbrief:

50 Mark, gleiche Stelle: Sonst....

Als ich jedoch zwei Tage später wieder frühzeitig im Kaiserpark den Mülleimer durchsuchte, fand ich außer Bananenschalen, Brotkrumen, Verpackungsmüll und leeren Bierflaschen nichts. Kein Umschlag, kein Bargeld, kein Antwortschreiben, nichts. Wutentbrannt und mit der festen Absicht, meine Drohung wahr zu machen, fuhr ich nach Hause.


*

„Und das ist deine peinlichste Geschichte?“, fragte sie ungläubig.
„Naja, ich hab mich später tierisch dafür geschämt. Es war unehrlich und feige, das ist doch peinlich“.
Sie schwieg eine Weile. Dann, plötzlich, nahm sie ihre Jacke, legte zehn Euro auf den Tisch und stand auf.
„Ich glaube, das wird nichts mit uns“, sagte sie ganz beiläufig und verschwand.

*

Am Freitag drauf fuhr ich nach meiner üblichen Tour in Geraldines Straße und warf, als Zeitungsjunge getarnt, die Fotokopien des Fotos mit der nackten Nachbarin in zahlreiche Briefkästen.


Version vom 09. 05. 2015 12:01
Version vom 09. 05. 2015 15:43

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Karn Hardt
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo CPMan,

ich habe beide Varianten für sich gelesen, zunächst als Ablauf, später logistisch getrennt. Zwei Stränge bringst Du in einer KG, was (für mich) eher ein literarischer Supergau ist als plausible Lesestimulanz, weil eine Zusammenführung fehlt.
Weder überzeugt mich die "gerade geschriebene" Story noch die "schräge". Entweder bin ich lesetaub oder es gibt (für mich) keine Verknüpfungspointe.
Alles liest sich (für mich) gut herab trotz diverser Fehler in Kommata & Co., doch (mir persönlich) fehlt ein A-ha-Effekt.

Der Prot. outet sich als Mängelexemplar im "schrägen" Rückblick, was die Lady in der Gegenwart auch erkennt - und geht.
Glaubhaft, aber langweilig für (mich als) den Leser.
Auch finde ich die Storys in sich zu dünn für einen nachhaltigen Fokus: Regelblutung, Kameradenklau... - ich war leider (als gespannter Leser) enttäuscht vom Ende.

Gut im Ausdruck, erwartungsgemäß bei Literatur von CBMan, aber (für mich) schwächelnd in Logik und Substanz ...

LG



Bearbeiten/Löschen    


aligaga
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2014

Werke: 78
Kommentare: 4666
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um aligaga eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hier habens wir's gleich mit drei G'schichtln auf einmal zu tun. Jede für sich klingt ein bisschen nach "Weißt du noch damals, als wir zur Schule gingen und der Herr Lehrer gesagt hat ...".

Der Leser fragt sich, was uns der Erzähler denn damit wirklich näher bringen will. Vielleicht gar nichts?

Ein "Blind Date", bei dem sich eine Frau so unbeholfen-unhöflich benimmt und nicht mal weiß, dass ein Tampon was maskulines ist, ist immerhin bemerkenswert, und dass eine Frau gleich nach dem Nichtbegrüßen von ihren Menstruationsproblemen rapportiert, auch. Sonderbar.

Der Leser hat den Eindruck, die beiden "Probanden" seien offenbar nicht in der Lage, einen direkten Dialog miteinander zu führen und wichen deshalb der Einfachheit halber ins Witze erzählen aus. Bei solchen Gesellschaften gähnt man rasch und blickt nach der Uhr.

Für mich hätten die zwei fantasielosen, verklemmten Typen gut zusammengepasst. Offenbar war beiden gar nicht nach einem "Date" - sonst hätten sie ja nicht da weitergemacht, wo sie vor ihrem Aufeinandertreffen sicher auch schon waren.

Fazit: eine in jeder Beziehung peinliche "Geschichte".

Gruß

aligaga

Bearbeiten/Löschen    


DocSchneider
Foren-Redakteur
Häufig gelesener Autor

Registriert: Jan 2011

Werke: 137
Kommentare: 2459
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um DocSchneider eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo CPman,

leider der schlechteste Text, den ich bisher von Dir gelesen habe. Ich kapiere den so gut wie gar nicht. Die Geschichten verwirren, man sucht dauernd den roten Faden, und das Ende?

Die Tamponepisode ist m.E. eher lachhaft, sagen wir so, gar nicht so schlecht, über ein solches Tabuthema gleich beim ersten Date zu erzählen. Ich nehme an, der zuhörende Prot wand sich vor Verlegenheit. Allerdings muss es dann auch sachlich richtig erzählt werden, die Monatsblutung - diesen Ausdruck benutzt keine Frau! - hatte sie nicht am Strand, sondern sie fing da an und es ist wirklich unnötig zu erwähnen, dass der! Tampon eingführt werden muss...

Nix fur ungut,

lG Doc
__________________
Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermüdendem Lesen. (Virgina Woolf)

Bearbeiten/Löschen    


5 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung