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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Es geht auch ohne Strapse
Eingestellt am 25. 02. 2008 11:44


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Riecke
Hobbydichter
Registriert: Feb 2006

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Es geht auch ohne Strapse

„Strapse, Strümpfe und enge Röcke, das waren noch Zeiten!“, sagte mein Mann während wir zusammen unser Abendbrot einnahmen.
“Wie kommst du denn jetzt auf so ein Thema?“, fragte ich ihn.
„Keine Ahnung“ meinte er, „die blöden Hosen und Strumpfhosen haben die ganze Erotik kaputt gemacht.“
Irgendwie hatte er ja Recht, aber muss er das gerade jetzt erörtern.
„Weißt du noch, als ich dir das erste Mal deine Strapse geöffnet, und dir ganz langsam die schwarzen Strümpfe runtergezogen habe?"
Lag es am Frühling, oder hatte er wieder seine Erinnerungsphase. Die hatte er in letzter Zeit öfter. „Liegt wohl an seinem Alter!“, dachte ich, und meinte, “hör auf, das passt ja wohl jetzt nicht hierher!“
“Warum nicht? Es ist mir gerade so eingefallen. Ich habe auf dem Weg zur Arbeit ein Werbeplakat gesehen, habe keine Ahnung, welche Werbung das war. Auf dem Werbefoto war eine Frau mit Strümpfen und Strapsen, ich hab' das nur aus dem Augenwinkel heraus gesehen, aber das hat mich voll angetörnt. Und da ist mir wieder eingefallen, dass du und deine Strapse mich damals immer geil gemacht haben. Vielleicht könntest du mal wieder welche anziehen, nur mal so zum Spaß. Du hast doch noch welche, oder?“
„Ja, habe ich, die von unserer Hochzeit!“, sagte ich genervt. „Aber die passen mir doch nicht mehr! Hör jetzt auf damit!“
Aber er geriet jetzt so richtig in Fahrt, „weißt du noch damals in der Bar. Übrigens die gibt es noch. Stell dir mal vor, sie hat sogar noch denselben Namen. Die Afri-Bar hat seit Kurzem wieder geöffnet. Vielleicht sollten wir mal da hingehen, weißt du noch, wie damals, als wir das erste Mal …“
„Ja ich weiß es noch, Hab' jetzt keine Lust mit dir darüber zu reden. Bin kaputt, es war so viel los im Laden.“ Ich deckte den Tisch ab
„Möchtest du was trinken, rief mein Göttergatte aus dem Wohnzimmer.“
„O.k. einen Drink kannst du mir machen.“
Er stellte zwei Gläser mit grünem Inhalt auf den Tisch: „Das ist unser Getränk, das wir damals immer in dieser Bar getrunken haben, ‚Escorial grün’ scharfes Zeug. Dosenöffner sagten die Jungs damals über den Cocktail,“ sagte lachend mein Mann. Den Spruch fand ich damals schon doof!
Wir setzen uns gemeinsam auf das Sofa. Ich meinte, “stell mal die Nachrichten an!“
„Och ne, die Nachrichten verderben mir meine gute Laune“.
„O.k., ich stelle das Radio an, um diese Zeit kommen immer die schönsten Hits und die besten Oldies. Wir tranken den ersten Schluck von dem Cocktail, und ich fragte mich, was uns an dem Zeug damals so gut geschmeckt har. Das Zeug schmeckte einfach scheußlich.
Das fand ausnahmsweise auch mein Mann. “Weißt du was, ich mach' uns eine schöne Flasche Wein auf, das Zeug schmeckt wirklich nicht.“
„Escorial grün ist seit neuestens wieder auf dem Markt, habe ich mir gedacht, kaufst eine wegen der alten Zeiten. - Als wir noch jung und frisch verliebt waren. Du hast mich damals ganz schön lange zappeln lassen. Hast immer, wenn wir zum Tanzen waren, mich mit deinem aufreizenden Tanz total scharf gemacht. Und jetzt kann ich dir ja sagen, das harte Ding in meiner Hose war nicht mein Schlüsselbund und auch nicht meine Geldbörse.“
Ja denkt er denn, ich sei blöd. Das brauchte er mir nicht zu sagen, was in seiner Hose drückte, wenn er eng mit mir tanzte. Männer!
„Du hast mich oft auflaufen lassen. Immer, wenn ich dich nach Hause gebracht habe, hast du mir noch einen heißen Zungenkuss gegeben und bist dann verschwunden. Und ich stand da mit einem Steifen in der Hose, und musste immer selber Hand an… „
„Mann, hör jetzt auf!“, unterbrach ich ihn, „so genau wollte ich es nicht wissen.“
Wir hörten eine Weile der Musik zu. Er rückte näher an mich heran. Er kraulte meinen Nacken, und Rücken. Und gab mir ein Kuss. Wenn er wollte konnte er sehr zärtlich sein, auch nach 20 Ehejahren. „Unser zwanzigster Hochzeitstag, ist am Wochenende, was wollen wir den da machen?“ fragte ich meinen Mann.
„Na, wir können ja noch mal in die Afri-Bar zum Tanzen gehen, und uns dann lieben so wie damals.“
„Es war das erste Mal, dass du mich, als ich dich nach Hause brachte, mit in dein Zimmer genommen hast. Deine Mutter war nicht zu Hause und wir hatten sturmfreie Bude. Du hast mich mit ins Wohnzimmer genommen und dann haben wir eng umschlungen bei Kerzenschein getanzt. Du hattest enges schwarzes Kleid mit einem Reißverschluss auf dem Rücken und hohe rote Schuhe an.“
„Das weiß ich nicht mehr so genau, meinte ich.“
„Aber ich weiß es noch ganz genau. Du hattest einen kleinen Schwips. Du legtest unsere Lieblingsplatte auf. Ich zog, während wir tanzten, langsam den Reißverschluss auf.“
Ja, und er küsste dabei meinen Nacken. Seine Hände glitten langsam den Rücken hinunter. Und er streichelte sanft meinen Hintern. Er drückte seinen Körper im Takt der Musik an meinen. Wir küssten uns leidenschaftlich. Er zog mir das Kleid ganz langsam, von den Schultern.
„Ich wollte meine Pumps ausziehen, aber du meintest: Lass’ die Schuhe an, das törnt mich voll an!"
Das Kerzenlicht, die Musik, seine Hände und seine Zunge, die nun von meinem Mund zu den Brüsten schlängelte, machten mich rasend.
Ich öffnete die Knöpfe von seinem Hemd. Er roch sehr gut, ein bisschen nach frischem Schweiß und meinem Lieblingsduft. Was war das noch für ein Duft. „War das ein Rasierwasser? Weißt du noch, wie das hieß?“, wollte ich wissen.
„Ich glaube, das war Tabak Original. Aber so genau weiß ich das auch nicht mehr. Ich weiß noch, dass du meine Brusthaare, während du mich geküsst hast, kraultest. Ich holte dir noch ein Glas Sekt aus der Küche. Als ich wieder ins Wohnzimmer kam, hast du einen Strip hingelegt. Mein lieber Mann, da hätten sich die Damen von der ‚Afri-Bar’ eine Scheibe von abschneiden können!“, meinte mein Ehemann und sprach weiter: „Ich glaube das Lied nach dem du getanzt hast hieß teach me Tiger. Und ich war scharf wie ein Tiger. Als ich sah wie du dein Becken bewegtest. Und auf einem Stuhl hast du langsam einen deiner schwarzen Perlons runtergerollt und mir dann den Stumpf zugeworfen. Du rutschtest auf dem Stuhl hin und her, und sahst mich an. Es sah aus, als freutest du dich, so auf mir herumzurutschen. Dann hast du dein bestrumpftes Bein auf den Stuhl gestellt. Du hast mir deinen prallen Hintern zu gedreht und als du dich gebückt hast, um den anderen Stumpf von deinen Füßen zu streifen, wurde ich bald verrückt vor Geilheit. Ich wollte dich auf der Stelle nehmen. Aber du hast dich aus meiner Umarmung gewunden und hast weiter getanzt. Du hattest nur noch deinen BH und deinen engen Slip an, in dem sich deine Muschi abzeichnete, und durch den ich deine Haare schimmern sehen konnte.“




„Ja, dann habe ich wieder mit dir zusammen getanzt. Du hattest deine Jeans noch an. Du schobst deinen Schenkel zwischen meine Beine, und der raue Stoff scheuerte ein wenig an meinem Venushügel. Das törnte mich an, aber noch mehr erregte mich, als du mir den BH beim Tanzen mit einer Hand geöffnet hast und mit der andern unter meinen Slip meine Schamhaare gegrault, und mich dabei auch noch schamlos geknutscht hast. Du ließest von meinen Lippen ab und dein Mund fand meine Brüste, die sich dir entgegenstreckten. Deine Zunge umkreiste meine Brustwarzen. Dein Kopf ging weiter nach unten und die Zunge kitzelte meinen Bauchnabel. Meinen Slip hast du dabei heruntergezogen. Ich stand jetzt nur noch mit meinen roten Pumps mit gespreizten Beinen vor dir und wartete, dass deine Zunge endlich, nachdem du lange meine Schenkel liebkost hattest, an die Stelle kommt.“
„An welche Stelle?“, wollte mein Mann grinsend wissen.
„Na, das weißt du ganz genau!“, sagte ich.
„Ja, ich weiß noch! Du fingst an zu stöhnen, und das machte mich noch heißer auf dich!“, meinte mein Mann.
„Du griffst in meine Haare, und drücktest meinen Kopf an dich.“
„Dein Becken kreiste, deine Bewegungen wurden immer schneller,“ ich sagte: „Lass es kommen!“ Aber du entzogst dich mir und legtest dich auf den Boden. Du zogst mir die Jeans und den Slip aus, dann küssest du mich überall hin. Ich wusste bis dahin nicht, dass es so viele Stellen gibt, an denen man sich erregen kann. Aber du hast sie alle gefunden.“
„Du warst auch nicht schlecht!“, lobte ich ihn, „du hast den Rest vom Sekt in meinen Bauchnabel geschüttet und hast ihn da, wohin er gelaufen ist, abgeleckt, das machte mich ganz schön an. Und ich hielt es nicht mehr aus, ich wollte dass du in mich eindringst.“
„Was denkst du, was ich wollte?“, meinte mein Mann.

Es war schon spät geworden, obwohl uns die Erinnerung sehr erregte und weil wir ziemlich scharf aufeinander waren, wollten wir das alles noch mal genauso an unserem 20 sten Hochzeitstag wiederholen. Wir gaben uns noch einen heißen Kuss und schliefen ein.
Am nächsten Tag holte ich erst mal meine Strapse aus dem Schrank.
Na, wie ich mir schon dachte, passte der Stumpfhalter der BH und auch der Slip nicht mehr. Oh Mann, da hab' ich mal reingepasst. Ich hab' in den 20 Jahren ganz schön zugenommen.
Aber ich tröste mich damit, dass mein Ehemann auch nicht dünner geworden ist. Wir hatten gerade vor ein paar Tagen einen Prospekt im Briefkasten:
„Erotikshop ‚Frauenzimmer’ Neueröffnung! Der Erotik-Shop speziell nur für die Frau!“ Ich suchte den Prospekt und fand ihn auf dem Schreibtisch meines Mannes.
Ich war noch nie in einem Erotikshop, die Spielsachen bestellte mein Mann immer im Internet. Ich schaute erst noch mal in einem Versandhaus-Katalog nach. Die Unterwäsche war nicht schlecht aber so richtig sexy war sie nicht.
Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, und ging in den Laden. Er war gut besucht. Eine ziemlich dicke Frau, hüpfte aus der Umkleidekabine heraus. Sie hatte nicht viel an und rief, durch den Laden: „Gabi, komm mal her, sieht das nicht scharf aus?“
Ich dachte mir: „Na ja, wenn so eine Frau so etwas scharf findet, und das in ihrer Größe anzieht, dann wage ich es auch!“
Ich schaute mich noch eine Weile in den Laden um und beobachte drei Freundinnen. Sie kicherten und amüsierten sich köstlich über die verschiedenen Lustobjekte.
Mit Hilfe einer sehr guten Verkäuferin, fand ich genau das richtige für unsern Hochzeitstag: Sexi, schwarze Netzstrümpfe, einen BH, der sehr gut geschnitten war und meinen Busen und das Dekolleté so richtig zur Geltung brachte und einen heißen Slip, alles in sexi schwarz
Als Eröffnungs- Geschenk bekam ich noch einen witzigen Dildo. Den konnten wir gut gebrauchen, bei dem alten waren die Batterien ausgelaufen.
Mit dem Kleid war das schon etwas schwieriger. Es gibt ja noch enge Stretch-Kleider, aber mein Gott da sieht man ja jedes einzelne Gramm und jede Speckrolle.
Und dann ist es so eng in der Umkleidekabine, und das Licht ist so gemein.
Da sieht man wirklich alles, was an einem nicht passt.
Ich kam nach dem Stadtbummel ziemlich schlecht gelaunt nach Hause. Mein Ehemann wusste gleich Bescheid und ließ mich erst mal in Ruhe.
Ich fand aber am nächsten Tag, als Ersatz, einen ziemlich geilen, engen Rock und einen Pulli mit einem Reißverschluss auf dem Rücken. Die Teile sahen fast genauso aus wie das Kleid damals.
Ich bestellte einen Tisch in der Afri-Bar für zwei Personen.
Also konnte unser Hochzeitstag kommen, und es sollte alles so werden wie es damals war.
Morgens, bevor mein lieber Mann zur Arbeit ging, brachte er mir den Kaffee ans Bett und eine rote Rose lag auf dem Tablett mit einer Karte auf der stand: „Ich freue mich schon auf heute Abend. Ich liebe dich!“
Ich freute mich genauso darauf, dass er endlich von der Arbeit kam und darauf, unseren ersten Liebesabend zu wiederholen.
Wir wollten uns genau wie damals um 22 Uhr in der Afri-Bar treffen. Ich legte die Sachen, die er anziehen sollte, aufs Bett und ging dann zu meiner Freundin, um von dort aus zu der Verabredung zu gehen.
Meine Freundin lachte und meinte, das ist eine tolle Idee.
Um 22 Uhr stand ich ganz aufgeregt und voller Erwartung vor der Afri-Bar.
„Mist, die machen erst um 23Uhr auf. Na macht nix, dann gehen wir erst, noch ne Kleinigkeit essen. Ich habe den ganzen Tag noch nichts Vernünftiges gegessen und du bestimmt auch nicht, oder?“
„Stimmt, lass uns doch ins „Da Vinci“ gehen.“
„Gute Idee, dann können wir das Auto hier stehen lassen!“ Unser Lieblings-Italiener war gleich um die Ecke.
Camillo freute sich, uns zu sehen. „Mamma mia!“, rief er aus, als ich meinen Mantel ablegte. „Was hast du gemacht eh? Du siehst so gut und so sexy aus!“
„Brauchst du die Frau noch länger?“, wollte er gleich von meinem Mann wissen.
Mein Mann: „Du siehst wirklich gut aus, heute!“, das „heute“ hätte er sich gerne verkneifen können. Na egal, ich fand auch, dass ich an diesen Abend sexy aussah und so fühlte ich mich auch.
Als Camillo heraus bekam, dass wir Hochzeitstag haben, freute er sich mit uns. Er holte die beste Flasche Wein aus dem Keller, und trank mit uns.
Dann kredenzte er uns die besten Spezialitäten aus seinem Hause.
Er holte seine Gitarre und sang für uns und seine anderen Gäste italienische Liebeslieder. Der Wein war wirklich gut, und wir tranken noch eine Flasche Rotwein.
„Wenn wir noch zur Afri-Bar wollen, sollten wir jetzt vielleicht gehen!“
„Gut, aber einen Abschieds-Drink noch!“
Wein und Schnaps, das war nicht so gut, das kann mein lieber Mann nicht so recht vertragen. Er trank noch zwei und dann gingen wir in unsere Bar. Wir bestellten eine Flasche Sekt.
Wir tanzten eng umschlungen auf der schummrigen Tanzfläche. Plötzlich tippte mir jemand auf die Schulter, und schrie: „Ich fasse es nicht! Bist du das?“
Oh nein! Der hat uns gerade noch gefehlt! Mein Ex, auf den mein Mann immer extrem eifersüchtig war. Und er war zusammen mit der früheren Ex meines Mannes, die ich noch nie ausstehen konnte. Na, das kann ja heiter werden.
„Mann, wie lange ist das her, darauf gebe ich erst mal einen aus!“
Wir setzten uns an die Bar. Jetzt konnte ich ihr Gesicht erkennen. Sie sah immer noch verdammt gut aus, hatte auch noch dieselbe Figur. Aber mein Ex war auch nicht zu verachten. Er sah noch besser aus als damals.
Wir tranken auf unsere Jugendzeit. Mein Ex legte seinen Arm um meine Schulter und sagte:
„Siehst sexy aus! Wollen wir tanzen? Du kannst ja mit deiner früheren Freundin tanzen!“, meinte er gönnerhaft zu meinem Mann.
Wenn mein Mann noch nüchtern gewesen wäre, hätte er das nicht gemacht. Aber so: Er forderte die Frau tatsächlich zum Tanzen auf.
Es war kein Zufall, dass ausgerechtet unser Lied aus der Musikbox erklang. Tanzen konnte er schon immer sehr gut, er führte mich, ich schloss die Augen und gab seinen Bewegungen nach. Als ich die Augen wieder öffnete konnte ich nicht glauben was ich sah. Mein Mann tanzte eng umschlungen mit dieser Frau.
Und das an unseren Hochzeitstag. Ich tat so, als hätte ich es nicht bemerkt, dass sie ihm was ins Ohr flüsterte, und ihn dabei mit der Hand im Gesicht berührte. Mein Mann bestellte noch ein paar Drinks. Ich flüsterte ihm zu: “Trink nicht so viel, wir wollen doch noch, du weißt schon was!“
„Na klar weiß ich das! Einer geht schon noch!“
Aber ich hatte schon andere Erfahrungen mit ihm gemacht! „Wenn du alles durcheinander trinkst,“ sagte ich ganz leise, „dann wird das nix mehr mit der Wiederholung unserer ersten Nacht.“
Und so kam es auch: Erst bekamen wir uns in die Wolle, weil es meinem Mann nicht passte das mein Ex mich ohne Scham anbaggerte. Aber er tanzte mit der Tussi so, wie er an dem Abend mit mir tanzen wollte. Das war ein halber Akt, den er mit ihr auf der Tanzfläche veranstaltete. Als die blöde Kuh auch noch mit ihm Bruderschaft trinken wollte, hatte ich die Nase voll, und bestellte ein Taxi.
Um den Abend noch zu retten, sagte mein Mann: „Die sieht noch wirklich gut aus, aber sie kann dir nicht das Wasser reichen!“ Er gab mir einen heißen Kuss.
„Was hat sie dir denn ins Ohr geflüstert?“, wollte ich wissen.
„War was von früher!“, meinte er lächelnd, „und was hat dein Ex mit dir so geredet. Wie war er denn so im Bett?“
„Ach, ist doch egal! Ist schon so lange her, er kann dir auch nicht das Wasser reichen!“, beruhigte ich ihn. Darf man lügen?
Im Wohnzimmer angekommen, zündete ich die Kerzen an und legte unsere Platte auf. Wir fingen an zu tanzen. Er machte langsam meinen Reißverschluss auf. Aber irgendwie hakte der. Dann nestelte er an meinem Rock herum. Meine Füße taten weh und brannten wie Feuer. Ich hatte seit langer Zeit nicht mehr so hohe enge Schuhe getragen.
Ich zog erst mal die Schuhe aus. „Zieh sie wieder an!“, bat mein Mann, aber es ging nicht, meine Füße waren angeschwollen. Ich zog den Pullover mit dem eingeklemmten Reißverschluss über den Kopf und zog meinen Rock alleine aus. Nun sah er endlich meine affenscharfe Unterwäsche mit den Strapsen und meine schwarzen Strümpfe.
Er war schon ziemlich wacklig auf den Beinen, und ich meinte: „Zieh dich aus und leg dich aufs Sofa. Ich komme gleich wieder, ich hole mir noch einen Sekt aus der Küche.“
Ich wollte ihn mit einem sexy Tanz überraschen.
Als ich wieder ins Wohnzimmer kam, lag er da und schnarchte. Ich deckte ihn zu und dachte,
Wir hätten gleich an dem Abend, als wir uns gemeinsam an unsere erste heiße Nacht erinnerten, Liebe machen sollen.
Es geht auch ohne Strapse und schwarze Strümpfe!

Version vom 25. 02. 2008 11:44

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Dominik Klama
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Registriert: Nov 2008

Werke: 40
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Augenzwinkernde erotische Geschichte, geschrieben vornehmlich aus weiblicher Sicht, in welcher ein Paar nach zwanzig Jahren Ehe versucht, den sinnlich-erotischen Rausch der ersten gemeinsamen Nacht noch einmal zu erfahren. Doch es werden zu viele der Vorbereitungen getroffen, am Ende ist man („mein lieber Mann“) so müde, dass man einschläft, bevor es zum Vollzug kommt.

„Und er streichelte sanft meinen Hintern.“ An einer vergleichbaren Stelle in einem anderen erotischen Text der Leselupe hatte ich kritisiert, dass der Autor ausschließlich das Wort „Po“ benützte, wenn er vom Allerwertesten seiner Freundin sprach. Geantwortet wurde, ja, ganz zufrieden sei man mit „Po“ auch nicht, aber es gäbe ja wohl kein anderes Wort. Worauf ich antwortete, doch, man könne auch „Hintern“ oder „Arsch“ sagen. Was den Schreiber nicht ruhen ließ, der schnell mitteilte, „Arsch“ finde er ein herabsetzendes Wort, das seine Freundin verunglimpfe oder doch zumindest unerotisch wirke. Hiermit erhielten wir nun einen Fingerzeig, dass auch weibliche Autorinnen es in erotischen Texten für akzeptabel halten können zu schreiben: „Er streichelte mich am Hintern.“ Es lebe die deutsche Sprache, sie erlaubt uns immer wieder die je nach Stil gewünschte Auswahl zwischen mehreren Sprachsignalen für ein und denselben Gegenstand!

„Ich glaube, das war Tabak Original.“ Ha, Product Placement! Finde ich aber liebenswert, so ein uncooles Produkt ob seiner erotisierenden Wirkung herauszustellen.

„Als ich wieder ins Wohnzimmer kam, hast du einen Strip hingelegt. Da hätten sich die Damen von der ‚Afri-Bar’ eine Scheibe von abschneiden können!“
Ich bitte, mir meine Ahnungslosigkeit nicht als geheuchelt zu unterstellen! Aber auch im Ansatz nicht habe ich in meinem ganzen, nun schon ziemlich lange währenden Leben so eine Szene selber erlebt. Kenne das jedoch gut aus diversen Kinofilmen. Also, wenn ich richtig gelesen habe, ist das das erste Mal, wo eine junge Frau ihren Lover aufs Zimmer mitnimmt. Man hat sich in Stimmung gebracht mit Musik, Kerzenlicht, Sekt, Düften, Tanzen, Busenküssen und Brusthaarkrabbelei. Jetzt verlässt der Eine das Zimmer, wohl noch mehr oder weniger vollständig angezogen, holt Gläser, die vermutlich nach dem eher technischen Vorgang heischen werden, dass man eines davon in die Hand nimmt und daran nippt. Das dürfte es sein, was Person A an Handlung als Nächstes erwartet. Person B wagt es aber, eine ganz andere Handlung zu beginnen, kann sich also nicht völlig sicher sein, dass diese Handlung in DIESER Sekunde wirklich willkommen ist. Sie beginnt einen Strip, also eine Art erotisierendes Kleiderablegeritual. Welches erfordert, dass Person A die Getränke ganz schnell vergisst und sich mit voller Aufmerksamkeit und vermutlich unterstützenden Signalen der Bewunderung und des Begehrens voll und ganz auf Person B und namentlich deren gesamten Körperbau konzentriert. Des Weiteren dürfte ein sich vollkommen vor dem Anderen Entblößen eine gewollte Überleitung darstellen zum Vorgang des Miteinander-Schlafens, welchen Person B hiermit also als „von beiden jetzt gewollt“ deklariert. Klingt wohl alles sehr lächerlich, aber ich meine, eine gewisse Gewaltsamkeit ist doch dabei, wenn man so etwas tut. Denn einerseits ist man dem Anderen plötzlich weit voraus, was den Zustand der Nacktheit angeht, andererseits gibt es keine körperlichen Berührungen, solange die Sequenz „Strip“ andauert. Gemeinsame körperliche Berührungen würden doch aber das Herübergleiten von (gewöhnlicher) Alltagsdistanz zu (dazu im Kontrast gesehen sehr außergewöhnlichen) körperlicher Vereinigung irgendwie geschmeidiger machen, finde ich.

Da frage ich mich nun halt: Sind solche Szenen irgendwie repräsentativ für das, was in den Schlafzimmern junger deutscher heterosexueller Paare vor sich geht? Bislang schien mir ja eher: Da die Situation „Strip“ eindeutig was mit Erotik und Sex zu tun hat, da sie weiterhin die Aufspaltung von begehrtem Körper (meist der Frau) und begehrendem (meist männlichem) Blick hat, wie er der fundamentalen Struktur des Kinos entspricht, ist es völlig logisch, dass solche Szenen in Filmen vorkommen, in denen es um Erotik zwischen Männern und Frauen geht. Aber Filme und Leben sind doch was verschiedenes!
„Du hattest deine Jacke noch an.“ Aha. Da hatte er sogar noch mehr an, als ich dachte.

„Dann küsstest du mich überall hin. Ich wusste bis dahin nicht, dass es so viele Stellen gibt, an denen man sich erregen kann.“
Sagt der Mann. Mir fiel dazu eine alte Karikatur des Zeichners Erich Rauschenbach ein. Man sieht nebeneinander zwei Schautafeln in der Art von „Die Anatomie des menschlichen Köpers“ im Biologieunterricht oder im Bilder-Duden. „Die sexuell erregbaren Zonen der Frau“ neben „Die sexuell erregbaren Zonen des Mannes“. Es zeigen immer Pfeile auf die entsprechenden Partien des jeweiligen Körpers. Bei der Frau etwa ebenso viele Pfeile wie beim Mann: „der Hals“, „die Innenseiten der Oberschenkel“, „der Mund“, „die Ohren“, „die Brustwarzen“ und so weiter. Nun sieht aber der gezeichnete Mann aus, als hätte er auf der Mitte seines Köpers eine kleine stachlige Esskastanie liegen. Denn bei ihm weisen all die Pfeile nur auf eine einzige Stelle: „der Penis“, „der Penis“, „der Penis“, „der Penis“.

Was natürlich ein Scherz sein soll. Aber ist natürlich was dran. Hier kann ich auch selber etwas beitragen aus dem Schatz meiner Erfahrungen mit der körperlich-erotischen Erregbarkeit anderer Männerkörper. Ja, sie sind alle mehr oder weniger erregbar an Hals, Ohren und so weiter. Stört kaum einen, wenn man sich diesen Zonen widmet, scheint oft aber zu rangieren unter: „Na, bisher war’s ja mal ganz nett. Aber könnten wir jetzt mal richtig zur Sache kommen!“ Stürzt man sich dagegen gleich von Beginn an auf des Mannes oben erwähnte Haupterregbarkeit, scheint kaum einer dies als Hauruckmethode einzustufen. Meist werden sie dadurch binnen kürzester Zeit sexuell hochgradig erregt, überhaupt nicht vergleichbar mit irgendwas, das andernorts bewirkt werden könnte. Und genau ab diesem Zeitpunkt sind sie fest entschlossen, alles Weitere stramm durchzuziehen und die Sache auf keinen Fall wieder sein zu lassen, bevor sie zum Orgasmus gekommen sind. Auf einem ganz anderen Blatt steht gelegentlich allerdings die Frage, ob Mann die Sache nicht lässig auf sich beruhen lassen könnte, wenn zwar man selbst, nicht aber der Partner einen Orgasmus erreicht hat.

Von daher will mir scheinen, dass Männer- und Frauenkörper sexuell durchaus verschieden reagieren. Und darum wäre ich vorsichtig, einer männlicher Figur die Aussage in den Mund zu legen: „Wie war ich glücklich, als ich von dir erfuhr, an wie zahlreichen und weit verstreuten Stellen mein Körper sexuell stimuliert werden kann!“

„Es war schon spät geworden, obwohl uns die Erinnerung sehr erregte und weil wir ziemlich scharf aufeinander waren, wollten wir das alles an unserem 20-sten Hochzeitstag genauso wiederholen.“
Da grinse ich etwas. Das „obwohl“ scheint falsch gesetzt. Es war spät geworden, WEIL die Uhr genau in dem Tempo lief, wie sie immer läuft, wir, die Menschen, aber verschiedene Zeiten fühlen, die davon abhängen, was wir erleben und was wir dabei empfinden. Besser wäre hier also ein „aber“. „Es war schon spät geworden. Aber diese Erinnerungen hatten uns nun sehr erregt.“ Und darum pfiffen wir darauf, dass wir morgen sehr unausgeschlafen sein würden, wenn der Wecker rufen würde, und widmeten uns weiter unserer Erregung. (Oder auch nicht, was in solcher Klemme aber wahrscheinlich die falsche Entscheidung wäre.)

Jedoch, wenn man schon zwanzig Jahre verheiratet ist, müsste man eigentlich alt genug geworden sein, um durch Erfahrung gelernt zu haben, dass es irgendwie niemals klappt, wenn man versucht, etwas was Jahre her ist, genauso noch mal zu machen und dabei auch noch genauso zu fühlen. Nöö, dabei fällt meistens eine kleine Enttäuschung ab. Es kommt einfach nicht mehr ganz so gut heraus, wie man es in Erinnerung hatte, und man fragt sich, ob es vielleicht doch gar nie so gut gewesen ist und man sich einfach nur falsch erinnert hat. Diese Erlebnisse mit dem „genauso toll wie einst im Lenze!“ fallen eher dann an, wenn man sie gerade nicht plant, nicht organisiert, nicht erwartet. Und sie fallen natürlich auch immer mal wieder bei ganz anderen, ganz neuen Sachen an. Das ist ein Trost beim Älterwerden: Sehr viele sehr schöne Momente aus dem eigenen Leben sind endgültig vorbei und können nie mehr wieder kommen. Aber es können immer noch ganz tolle neue Momente kommen.

„Ich fand genau das Richtige für unseren Hochzeitstag: Sexi, schwarze Netzstrümpfe, einen BH, der sehr gut geschnitten war und meinen Busen und das Dekolleté so richtig zur Geltung brachte und einen heißen Slip, alles in sexi schwarz. Als Eröffnungs- Geschenk bekam ich noch einen witzigen Dildo.“

Das ist so eine Stelle, die an etwas rührt, was mich weiter oben schon und wohl mit der Grundanlage der gesamten Geschichte leicht unzufrieden macht. Besonders der Mann hier steht auf Strapse, schwarze Damenstrümpfe, durchsichtige Intimwäsche und hochhackige Schuhe, alles Utensilien, die vor und während dem Sex so lange wie möglich zur Geltung gebracht und von der Partnerin anbehalten werden sollten. Das, glaube ich mich von irgendwoher zu erinnern, soll in dieser Art nicht gar so unüblich sein und relativ oft vorkommen. Allerdings ist es natürlich eindeutig Fetischismus (der früher mal zu den „sexuellen Perversionen“ gerechnet wurde), welcher das sexuelle Verlangen vom begehrten Menschen bzw. dessen begehrtem Körper, also dem Menschlichen, dem Lebendigen auf unbelebte Gegenstände, auf tote Materie, willenlose Projektionsflächen, auf technische Hilfsmittel verschiebt. Beziehungsweise vielleicht auch gar nicht von X nach Y verschiebt, sondern es nur etwas lieber hat, Mensch, Körper X mit Gegenstand Y zusammen zu erleben als ohne, also nur Mensch oder Körper X ohne ein aufgeilendes Sahnehäubchen. Gut, würde ich dann mal sagen, „wenn es dem Verfahren dienlich ist...“ Wenn die das beide freut und wenn die das beide anregend finden und wenn sie deswegen besser können miteinander, dann sollen sie doch!

Aber. (Nun kommt ein Aber.) Auch dies ist ja nun ein oft gesehenes Element von modernen Partnerkomödien (ich kenne es wiederum meistens aus dem Kino), dass Paare, die sich im Lauf der Zeit etwas fremd geworden sind, die in einer unvermeidbaren Routine befangen sind und dabei die sexuelle Genussfähigkeit ein wenig eingebüßt haben, was diesen einen Partner betrifft (es gibt ja immer auch noch die Möglichkeit, andere Partner zu nehmen, bei denen dann wahrscheinlich genau das, was beim langjährigen sich abgenutzt hat, so aufreizend wirkt, wie es früher auch beim langjährigen mal war), sich angeblich zurücktransportieren können in den Frühling ihres wechselseitigen Begehrens, wenn sie dazu „Spielzeuge“ und „erotische Accessoires“ einsetzen. Manchmal, ich beziehe mich auf amerikanische (!) Ehepaarkomödien, auch, indem eine bestimmte Sexualpraktik als „natürlich“ akzeptiert und praktiziert wird, die bislang bei mindestens einem der Partner als „eklig“ gegolten hatte und deshalb verweigert worden ist. Rat der besten Freundin: „Na, nun sieh es einfach mal ein, dass alle Männer gern mal einen geblasen haben wollen! Das kann doch auch Spaß machen, wenn man das macht!“

Jetzt leben wir aber in einem kapitalistischen System, das wesentlich darauf beruht, dass Konsumenten unermüdlich Produkte einkaufen, verbrauchen bzw. wegwerfen und wieder neue kaufen. Wenn ich eine Firma aufmache, um Geld zu verdienen und mein Kapital zu vermehren, dann kann ich Paaren nach zwanzig Ehejahren nicht Glück und Begehren aufeinander und Unschuld und Entdeckerfreude und Liebe und Sinnlichkeit verkaufen. Sehr gut aber kann ich ihnen Reizwäsche und Champagner verkaufen. Das heißt, der Fetischist ist im Rahmen des Kapitalismus ein höchst systemkonformer Zeitgenosse. Er konsumiert Dinge, die er nicht unbedingt braucht, um leben zu können. Er gibt also Geld für Luxus aus – und Luxus ist immer teuer – und was teuer ist, hat meistens eine hohe Gewinnspanne für den Verkäufer. Darum frage ich mich halt immer, wenn so etwas kommt, ob da die Paare, die sich gern ein wenig mehr begehren würden, als sie es tatsächlich tun, nicht ein wenig für dumm verkaufen lassen. Ob das so sehr ein Zufall ist, wenn ich solche „frivolen Tipps“ recht oft aus den USA kommend erlebe. Einem Land, das sowohl für Prüderie wie für Kapitalismus einen Namen hat.

Und es stimmt mich etwas miss, wenn diese Story nun lange Zeit denselben „Königsweg“ zum Partnerglück zu weisen scheint.

„Mit dem Kleid war das schon etwas schwieriger. Es gab enge Stretch-Kleider, aber mein Gott da sieht man ja jedes Gramm und jede Speckrolle!“
Eben. Nach zwanzig Jahren ist keines einzigen Menschen Körper mehr an jeglicher Stelle so erotisch, wie er es einst mal war. Das ist einfach so und kann nicht (absolut, sondern nur relativ) geändert werden. Aber die unbelebte Materie, das Konsumprodukt, das kann ewig knackig und sexy bleiben. Und wenn der Geschmack sich wandelt, kauft man eben ein anderes. Daraus nun aber den Schluss zu ziehen, über langweilige Körper brauche man nur eine strahlende Konsumglasur zu ziehen, dann wecken auch diese wieder die Flamme des Begehrens, scheint mir etwas, na ja, naiv.

„Was hat dein Ex mit dir geredet? Wie war er so im Bett?“
Eine selten dämliche Frage, die ich nun wahrlich nicht dir als Autorin ankreide, sondern allein einer Art von literarischer Figur, wie du sie hiermit vielleicht sehr gut erfasst hast. Da fragt also ein Mann eine Frau, was andere Männer im Bett machen. (Er könnte ja auch andere Männer fragen.) Und er fragt seine eigene Ehefrau, mit der er seit zwanzig Jahren zusammen ist, die sich also nach all der Zeit noch genau daran erinnern soll, was sie mit dem Mann vor dem Mann seinerzeit im Bett getrieben hat. Und nicht nur das, sie soll es ihm auch noch erzählen. Ihm, der soeben eifersüchtig reagiert hatte, weil sie vor seinen Augen mit einem Freund von früher geflirtet hatte (dasselbe, was er mit einer Freundin von früher getan hat). Ihm also soll sie sagen, dass der Sex mit diesem unliebsamen Anderen ihr zwanzig Jahre lang so überaus wichtig war und geblieben ist, dass sie sich bis heute an jedes Detail erinnert. (Übrigens: Sex vergisst sich ja unheimlich schnell, das menschliche Gedächtnis ist nicht dafür eingerichtet. Man weiß noch, dass und mit wem man was gemacht hat, aber wie das eigentlich genau war, weiß man meistens schon nach wenigen Monaten nicht mehr.)

Diese Dialogzeile fängt aber, meiner Meinung nach, gut dieses gewisse Minderwertigkeits- und Mulmigkeitsgefühl vieler Männer ein (auch von Frauen? Ich vermute, eher weniger), wonach sie sexuell noch viel, viel aufregendere Sachen erleben würden, wenn sie alle richtigen Komplimente, die Frauen hören wollen, im Kopf hätten, alle raffinierten Stellungen des Kamasutras ausprobiert hätten und, vor allem, einen so langen Schwanz hätten wie N.N. Dies sind dann wieder künstliche Problemchen, die man ungeheuer leicht in klingende Münzen umrubeln kann, indem man Bücher wie „Was Frauen wirklich antörnt“, Pornofilme (werden bestimmt auch zum Abgucken, zum was draus Lernen angeguckt) und Penisvergrößerungsapparate verkauft. Dabei wäre die allerwichtigste Lektion doch schon glatt geschafft, wenn die entsprechenden Herren sich mal wirklich Mühe geben würden zu begreifen, dass man selber letztlich nie mehr Lust bekommen kann, als man anderen hinzugeben bereit ist. Was man dann im Einzelnen tatsächlich macht im Bett, ist reichlich zweitrangig.

„Es geht auch ohne Strapse und schwarze Strümpfe!“, steht sowohl am Anfang wie am Ende des Textes. Oben drüber als Titel und unten drunter als letzter Satz. Und dennoch - und obwohl der Inhalt dieser Aussage sich ja ziemlich mit dem deckt, was ich gerade behauptet habe - , dürfte dieser Satz meines Erachtens weder oben noch unten stehen. Denn in der Position des letzten Satzes scheint er die Lehre aus den erzählten Vorgängen zu sein. Aber du hast nichts erzählt, was diese Lehre rechtfertigt. Du hast im Gegenteil erzählt, dass es mit Strapsen manchmal sehr gut geht. Was nicht heißt, dass es ohne sie AUCH geht. Das ist falsche Logik. Und du hast erzählt, dass es mit Alkohol und einem gewissen Alter eher etwas schlechter geht. Was auch nicht beweist, dass es ohne Strapse gut geht. Da nun aber an keiner Stelle der Geschichte eine erotische Szene geschildert wird, die ohne äußere Stimulanzien abläuft und dennoch sehr leidenschaftlich aufschäumt, verspricht dein Titel dem Leser etwas an Handlung, was die Story dann nie einlöst.

Ich habe sie trotzdem gerne gelesen.

„Ich stelle das Radio an, um diese Zeit kommen immer die schönsten Hits und die besten Oldies.“
Wenn ich dazu eine persönliche Geschmacksäußerung noch anbringen darf, die mit der Story nichts zu tun hat: Es kommen ja immer, zu jeder Minute rund um die Uhr auf nahezu sämtlichen Stationen die „schönsten Hits“ und „besten Oldies“. (Wenn uns nicht gerade fröhlichst aufgelegte Moderatoren zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre überbordende Menschenfreundschaft vorspielen...) Das ist doch mittlerweile nachgerade das Problem. Wann immer ich das Radio einschalte, fliegt Paul McCartney grade „off the ground“, Elton John hält eine „candle in the wind“, irgendwelche „beds are burning“, die Stones sehen einen „jumping Jack Flash“, ABBA rufen „S.O.S.“ oder „Mamma Mia“, Herbert Grönemeyer ist ein „Mensch“ wie du und ich und die Scorpions walken „down the Moskva to Gorky Park“. Wirklich hübsche Popsongs sind gnadenlos zur Sau gemacht worden, weil man sie öfter gespielt hat, als hirnbegabte Leute sie aushalten können. Deshalb schalte ich dieses Radio meistens gar nicht mehr ein. Manchmal frage ich mich, was eigentlich passieren würde, wenn zwischendurch ein durchgedrehtes Musikprogrammierungssystem mal „Remember“ von John Lennon oder „Hazey Jane“ von Nick Drake oder „W.S. Walcott Medicine Show“ von The Band spielen würde. Eigentlich wohl nichts – außer dass ein paar Leute anrufen und sich beschweren würden, es sei was gelaufen, was sie überhaupt noch nie gehört hätten, und das könne doch weder ein „Hit“ noch ein „bester Oldie“ gewesen sein.
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14.11.2015 Forum Lupanum Threads Höhe Zeit Aufklärung Verteidiger: Es ist genug.

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