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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Es gibt doch gar keine Engel?!
Eingestellt am 13. 10. 2003 20:30


Autor
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Nami
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2003

Werke: 17
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Es gibt doch gar keine Engel?!

Immer wenn ich diesen Weg dort am Strand entlang jogge, und das tue ich jeden Morgen vor dem Fr├╝hst├╝ck, sehe ich sie.
Ein M├Ądchen, ein wundersch├Ânes M├Ądchen. Sie hat braune lange Haare, die ihr im Wind um ihr zartes Gesicht wehen.
Mit geschlossenen Augen genie├čt sie das Meer und den Strand. Sie lauscht dem Spiel des Windes und atmet die frische Meeresbrise ein.
Sie l├Ąchelt sanft und scheint sehr gl├╝cklich zu sein.
Einen Hund hat sie auch stets dabei, einen gro├čen, sch├Ânen Sch├Ąferhund, der immer durch den Sand tollt und die M├Âwen jagt.
Wer sie wohl ist?
Heute hat sie ein wei├čes, langes Sommerkleid an. Sie sieht aus wie ein Engel, der ├╝ber das Meer wacht.
Aber wie sehen Engel ├╝berhaupt ausÔÇŽ, wie wir Menschen? Vielleicht ist dies der Grund, warum wir sie nicht erkennen ... Es gibt doch gar keine Engel?!
Vielleicht kann sie das Meer verstehen, vielleicht reden sie miteinander?
Vielleicht besch├╝tzt sie das Meer?

Wenn ich dann sp├Ąter den Weg zur├╝ckjogge, ist sie nicht mehr da.
Ich habe meiner Frau von ihr erz├Ąhlt und sie gefragt, ob sie an Engel glaubt. Meine Frau hat nur gelacht und nichts dazu gesagt.
Vielleicht sollte ich das M├Ądchen mal ansprechen, sie fragen, wer sie ist, woher sie kommt, warum sie immer um die gleiche Zeit am Strand sitzt und mit geschlossenen Augen das Meer beobachtet.
Ich w├╝sste gerne ihren Namen! ... Haben Engel ├╝berhaupt einen Namen?

\"Glaubst du an Engel?\" frage ich mich in dieser Nacht. Eigentlich nicht! Fr├╝her habe ich weder an Gott, noch an Gespenster, noch an irgendetwas ├ťberirdisches geglaubt, erst recht nicht an Engel. Aber seit ich sie gesehen habe...
Warum zerbreche ich mir blo├č ├╝ber sie so den Kopf? Sie ist doch nur irgendein M├Ądchen.
Ich kann nicht schlafen, unruhig w├Ąlze ich mich hin und her. Drau├čen tobt ein Sturm. der Regen prasselt gegen unser Schlafzimmerfenster. Es blitzt und donnert. Von weiten h├Âre ich sogar das Meer, das riesige Wellen schl├Ągt. Ich hasse Gewitter!

Am n├Ąchsten Morgen gehe ich wieder joggen. Die Stra├čen sind noch feucht, an einigen B├Ąumen sind ├äste abgeknickt und liegen auf der Stra├če herum. Doch die Sonne scheint. Es wird heute bestimmt wieder sch├Ân warm werden.
Als ich zum Strand komme, ist sie nicht da. Das Meer ist ganz ruhig.
Wo sie wohl ist? Bestimmt ist sie zu Hause, wie es sich auch eigentlich um diese Uhrzeit f├╝r ein junges M├Ądchen geh├Ârt. Der Strand ist noch etwas feucht.
Ob sie vielleicht f├╝r den Sturm verantwortlich war? Verr├╝ckter Gedanke!
\"Glaubst du an Engel?\" Warum kommt mir diese Frage wieder in den Sinn?
... Es gibt keine Engel!!

Am Fr├╝hst├╝ckstisch schlage ich als Erstes die Zeitung auf, und da erkenne ich! Mir stockt der Atem...
Jetzt wird mir alles klar. Ich wei├č nun, warum sie immer einen Hund dabei hatte und die Augen immer geschlossen hielt. Sie konnte es nicht sehen, das Meer, den blauen Himmel, den wei├čen Strand. Sie war blind!
... Ein blinder Engel? Vielleicht brauchen Engel gar keine AugenÔÇŽ, weil sie mit dem Herzen sehen? Aber k├Ânnen Engel sterben? Ich denke, sie sind unsterblich?

... Es gibt doch gar keine Engel?!

Doch es gibt sie, ich glaube an sieÔÇŽ! Warum? ... weil ich einen gesehen habe!

Ich lege die Zeitung beiseite und fr├╝hst├╝cke, so wie jeden Morgen.

Auf dem Titelblatt der Zeitung stand in gro├čen Buchstaben:
GESTERN NACHT WURDE DIE LEICHE EINES JUNGEN, BLINDEN MÄDCHENS GEFUNDEN! IDENTITÄT: UNBEKANNT

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