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Leselupe.de > Gereimtes
Es knistert
Eingestellt am 19. 04. 2004 01:44


Autor
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Jongleur
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Aug 2001

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Es knistert


Die gr├╝nen St├╝hle
sind drau├čen, April,
sp├Ąter als im vergangenen
Jahr sitze ich mit der Zeitung
am Tisch, der Granit
ist warm.

Dr├╝ben besieht man sich
den Stand der Knospen
von Garten zu Garten,
Lachen wird weit
ges├Ąt. L├Âwenzahn
wuchert durch alle Z├Ąune,
Stimmen stehn
kr├Ąftig im Saft.

Das Erdreich
ist ausgeputzt
zwischen verbl├╝hten
Narzissen und fr├╝hen
Tulpen, der Boden
bereit f├╝r Sommer-
mohn, Margeriten.

Ein pl├Âtzlicher Wind
treibt Gestr├╝pp
├╝bers Gras und eine lose
Verabredung f├╝r den Abend.

Ich sammle die knisternden
Bl├Ątter der Zeitung
von der Grenze
zum Nachbarn
und ziehe mich
in den Schutz
des Schirms zur├╝ck.
 
 

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Schakim

Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 2002

Werke: 3
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Hi, Jongleur!

Es knistert,
das Feuerchen,
das noch nicht brennt
und keine L├Âcher
in die Hemden sengt.

Es knistert,
dieser Fr├╝hlingshauch
und alte Bl├Ątter
dort,
dort unterm Strauch,
die tun es auch,
wenn launenhaft
ein Wind
mit ihnen spielt.

Es knistert
in Gedanken,
wenn jemand
├╝bern Zaun nur schielt
und vielleicht sogar
ein L├Ącheln schenkt,
den Blick anlockt und lenkt ...

Das Rascheln
einer Zeitung wird,
wenn sie gelesen ist
und weggelegt,
auf einmal still.
Und ob der Leser
es dann will,
dass man ihn in Ruhe l├Ąsst
so wie die Maus
mit ihren Jungen dort
im Fr├╝hlingsnest,
das kann er selbst bestimmen.

Bald lauscht er
leisen Tropfen,
die auf den Schirm
gar lustig, fr├Âhlich klopfen,
verfolgt die Spinnen,
wie sie flink
ein Radnetz weben -
Er tut es in Gedanken
wohl soeben
und schwimmt darin,
w├Ąhrend B├Ąchlein
sich sammeln
und in Fr├╝hlings
Bl├╝tenteppich rinnen.


Du hast einen wunderbaren Moment festgehalten, eine Stimmung, die der Fr├╝hling in die G├Ąrten zaubert, wenn die ersten w├Ąrmenden Sonnenstrahlen die Leute nach draussen locken. Nur "Erotik" oder "Liebe" kann ich in Deinem Text nicht finden!

Ich w├╝nsche Dir eine sch├Âne Woche!
Schakim


__________________
┬ž┬ž┬ž> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim Aufbl├╝hen <┬ž┬ž┬ž

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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letzte Strophe

Lieber Jongleur,

das ist Dir gut gelungen, das fr├╝he Fr├╝hlingstreiben so locker anzurei├čen.
Die letzte Strophe w├╝rde ich komplett weglassen. Sie bringt nichts Neues mehr. Auch der Verweis auf Deine eigene Person (bzw das Lyri) ist kurz vorher als Andeutung viel pr├Ągnanter, wenn Du von losen Verabredungen sprichst.

Wolltest Du aber herausbringen, dass das Lyri bei so viel Fr├╝hlingsgemeinsamkeiten einsam ist, dann ist das f├╝r mein Gef├╝hl nicht herausgekommen.

So viel f├╝rs erste.
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Jongleur
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Aug 2001

Werke: 32
Kommentare: 315
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stiller Beobachter knisternden Nachmittags

Hi Schakim,
huch, Du hast wohl hinter mir gesessen?? Danke f├╝r das tolle Korrespondenzgedicht!!
Und, tja, die Erotik - war wohl zu sp├╝ren, zu h├Âren. Wenn man stimm- und augendienliche Flirts dazu z├Ąhlt!
Ich wollte Flirt, Erotik in die Naturbilder einbetten, auch manches Bild im ├╝bertragenen Sinne verstanden wissen.
Mal warten, ob noch mehr Leser sagen, f├╝r sie funktioniere das nicht so ...

Hallo Vera-Lena,
da hast Du mich erwischt, die Strophe ist tats├Ąchlich nachgeschoben. Durch den Ich-Einstieg hatte ich das Gef├╝hl, nachdem ich es schon f├╝r mich mit der "losen" Verabredung abgeschlosen hatte, es m├╝sse noch etwas angef├╝gt werden, um den Kreis zum stillen Beobachter zu schlie├čen.
Vielleicht arbeite ich die erste Strophe noch einmal um - ohne Ich.
Mal sehn.

Dank Euch f├╝rs Lesen und die Kommentare!

Jongleur

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Absolut gelungen!
Deine Verbindung von Stimmung und Natur...perfekt.

quote:
Stimmen stehn
kr├Ąftig im Saft.
Ein pl├Âtzlicher Wind
treibt Gestr├╝pp
├╝bers Gras und eine lose
Verabredung f├╝r den Abend.

Wunderbar. Das ist der April. Ich konnte selten Fr├╝hlingsgef├╝hle so gelungen nachlesen.

Den Schluss empfinde ich als wichtig. Du pr├Ąsentierst dich erst als Beobachter. Durch die Benennung des lyrischen Ichs zum Schluss, wird es pers├Ânlicher und ich erlese jemanden, der sich von diesem Fr├╝hlingstreiben zur├╝ckzieht. Vielleicht so lange, bis der Sommer kommt....

Einen lieben Gru├č
Sandra

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