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Leselupe.de > Ungereimtes
Es könnte alles geschehen
Eingestellt am 16. 07. 2003 23:12


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Astrid
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2003

Werke: 105
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Es könnte alles geschehen


Alles könnte geschehen,
wenn du mich fragen würdest.
Ein Anruf nur, eine kurze Bitte
und ich würde dir zeigen,
wie mein Herz schlägt
für dich.

Aber alles bleibt still.
Kein Anruf.
Nur mein Herzschlag
allein.

Mir ist, als säße ich
vor einem weißen Blatt Papier.
Alles könnte geschehen.
Du wärest die Hauptfigur in meiner Geschichte
und gemeinsam könnten wir schweben
auf der Wolke meiner Fantasie.

Doch du
rufst nicht an
und
alles geschieht.

__________________
Astrid

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Schakim

Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 2002

Werke: 3
Kommentare: 2501
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Hallo, Astrid!


Das Papier wird voll geschrieben -
Du sehnst Dich nach ihm, diesen ihn zu lieben!
Blumen würdest Du ihm pflücken,
würde er Dein Herz beglücken!

Alles geschieht in Deiner Fantasie -
Nur die Wirklichkeit bringt sie Dir nie!

Schön geschieht dann alles auf dem Blatt -
Finger - emsig - werden müd und matt.
Niedergeschrieben liebe Worte ...
Leg' sie ihm vor seine Pforte!

Alles geschieht in Deiner Fantasie -
Nur die Wirklichkeit bringt sie Dir nie!

Heiss ersehnt steht er vor Dir -
Rasend, wild - ein Musketier!
Nun zuckt Dein Herz und flimmert schnell -
Die Nacht in Dir wird höllisch hell!

Alles geschieht in Deiner Fantasie -
Nur die Wirklichkeit bringt sie Dir nie!


Ich wünsche Dir einen schönen Sommertag!
Schakim

__________________
§§§> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim Aufblühen <§§§

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lapismont
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Registriert: Jul 2001

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Hallo Astrid,

Dein Text beginnt mit einem Alles könnte geschehen,. Wenn man dann weiterliest, wird klar, das Du von den vielen Möglichkeiten der Liebe redest.
Der Text endet mit und
alles geschieht.

Das macht mich schon etwas ratlos. Was geschieht da?

cu
lap
(der auch immer Musketier werden wollte)
__________________
Kunst passiert.

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weghenkel
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Und nichts geschieht wirklich

Hallo Astrid aus Berlin, ein paar Sätze von einem (wie du) Junior Mitglied der Leselupe aus dem Werraland.
Das ist ein schöner Text, insgesamt. Klar gegliedert, gedanklich und optisch - und obwohl nichts wirklich Neues oder Originelles entfaltet wird, wirkt er glaubhaft. Einfache Gefühle geraten nicht zum Klischee - und zwar (lieber Lapismont) gerade durch die traurig ironische Brechung am Schluß. Wenn es die nicht gäbe, gäbe es den Kern des Gedichts nicht.
Ein scheinbares Paradoxon ist der Drehundangelpunkt, von dem aus die Wirklichkeit bestimmt werden muß, die in dem Text abgebildet ist: Gedichte können eine Flaschenpost sein, sagt Celan, sie halten auf etwas zu. Das lyrische Ich mit seiner Sehnsucht hält auf etwas zu - in dem sicheren Bewußtsein, daß es nicht da ist. Also, lieber Lapismont, diese ganz andere Bedeutung des letzten Verses im Vergleich zum ersten (obwohl es doch fast die gleichen Worte sind, aber da steht in der vorletzten Zeile ein UND ganz allein, die Spannung wird gesteigert - und dann fällt “alles” in sich zusammen, resignativ, durch eben die nur noch zwei entscheidenen Worte: das ist Realität, der Modus des Auftakts war ein ganz anderer) macht den Reiz des Gedichts aus. Am Ende schwingt die Bedeutung “alles geschieht - alles andere - alles, an dem ich keinen Teil habe” nicht nur mit, sondern hinein in das wache Bewußtsein des Lesers. Eines Lesers, der dadurch sogar zum Du des Textes wird - und der vielleicht weiß, daß es so und nicht anders ist, daß dieses Ins-Leere-Gehen einer Hoffnung eine grundsätzliche Koordinate menschlichen Daseins ist: und dennoch bleibt da ein Rest. Ein Rest an nicht zu tötender Hoffnung.
In der Hoffnung, öfter solch qualitativ gute Lyrik auf den Bildschirm zu kriegen, verbleibe ich
als Harry W.

P.S.
Dieses Werk ist flüssig und mit Freude zu lesen - wäre eine 7 auf der Skala.
Dieses Werk ist gut und durchaus ein Gewinn für die LL - wäre eine 8 auf der Skala.
Wie muß ich mich entscheiden?
__________________
weghenkel

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lapismont
Foren-Redakteur
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Registriert: Jul 2001

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Hallo weghenkel,

interessante Deutung. An etwas Ausschliessendes hatte ich auch kurz gedacht bei der letzten Zeile.
Allerdings ist der Text dafür, zumindest für mich, zu situativ.
Das Sitzen vor dem Papier, oder die erdachte Welt. Das sind die Orte, in denen es nicht geschieht.
Und die Anderwelt jenseits des Bildschirms entdecke ich nicht.
Mir fällt tatsächlich nur die Variante:
"und alles andere geschieht ohne mich" in diesem Zusammenhang ein.
Darum habe ich nachgefragt.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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weghenkel
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Registriert: May 2003

Werke: 23
Kommentare: 37
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Situative Prägung

Ja, selbstverständlich ist es auch möglich, eine weniger grundsätzliche Sicht auf das Leben aus dem Text herauszulesen und dafür mehr situative Bestimmung.
Da gebe ich dir recht. Aber prinzipiell - bei der Wirkung dieses schönen Paradoxons - sind wir uns offenbar einig. Hab Dank. Mal sehn, ob Astrid selbst noch etwas zur Erhellung beiträgt ...
Gruß - Harry W.
__________________
weghenkel

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