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Leselupe.de > Humor und Satire
Es lebe der Sport
Eingestellt am 03. 04. 2002 11:02


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itsme
???
Registriert: Mar 2002

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Ich sags gleich, so ganz viel versteh ich nicht von Fußball. Ich war auch immer der Meinung, man sollte den Jungs auf dem Spielfeld mehr BĂ€lle geben. Das wĂŒrde mehr Torchancen bedeuten, die einzelnen Spieler hĂ€tten mehr Ballkontakt; es wĂ€re sicher interessanter fĂŒr die Zuschauer. auch ein Stufenmodell könnte ich mir vorstellen. FĂ€llt in der 1. Halbzeit kein Tor, wird in der 2. zuerst mit 2 BĂ€llen, nach weiteren 15 torlosen Minuten mit 3 BĂ€llen usw. gespielt. So ein Elfmeter schießen zum Schluß ist doch unfair.

Ok, was die NiederlĂ€nder und die Italiener da im Halbfinale durchgezogen haben, ist auch eine Lösung. Mal abgesehen von den Einmischungen Dritter..... Ich bin sicher, die Mannschaften wĂ€ren auch alleine zu einem Ergebnis gekommen. Ich hab das ja schon in der Nachspielzeit beobachtet. Irgendwas lief da zwischen den hollĂ€ndischen Spielern. Wer nicht gerade aktiv am Spiel beteiligt war, quatschte mit seinen Mitspielern. Dann kam der Abpfiff. Jetzt sollte das Elfmeter schießen die Entscheidung bringen. Das konnte den HollĂ€ndern nicht gefallen nach 2 verschossenen Elfern.

Jedenfalls liefen die HollĂ€nder gemeinsam rĂŒber zu den Italienern, und ihr KapitĂ€n begann seine denkwĂŒrdige Rede mit einem Achtung gebietenden: "Hi Jungs!" Und dann: "Ihr ward grottenschlecht. Ihr wollt doch wohl nicht "zufĂ€llig" im Elfmeter schießen gewinnen? Wo bleibt euer Stolz? Sich im Strafraum verschanzen kann sogar meine kleine Schwester". Die Italiener schauten sich an. Ihre Kohle war sicher bei der Vatikanbank, aber ohne Ehre wĂŒrde es schwieriger werden bei den Groupies. "Sag mal, ist deine Schwester blond und hat sie große.....ehm, du weißt schon?", wollte, ich glaub Albertini, noch wissen. "Was schlagt ihr vor?", fragte dieser kleine Italiener mit dem Glatzkopf. "Also ich fĂ€nde es sportlicher einfach weiter zu spielen, bis ein Tor fĂ€llt", entgegnete der KapitĂ€n der HollĂ€nder. "Und ihr schafft das sowieso nicht, ihr Spaghettifresser".

Die Italiener bedauerten jetzt sehr, ihre Stiletts nicht dabei zu haben. Sie wĂŒrden es ihnen zeigen, diesen Kaasköppen. ?Also gut, bringen wirs zu Ende?. Zum Zeichen ihrer Entschlossenheit trommelten sie mit ihren FĂ€usten auf ihre stolz geschwellten HeldenbrĂŒste, und versuchten dabei furchtbar grimmig auszusehen. ?Ähmmm....wie bringen wir das dem Schiri und den Trainern bei?? ?Wir sagens ihnen einfach. Schließlich haben wir das ganz demokratisch beschlossen?. Joo, das war einsichtig. Der Schiri machte zwar geltend, daß er noch ein date habe, aber er wolle kein Spielverderber sein. Die Trainer hatten auch kein Problem, unter der Bedingung die Sponsorenkrawatten tragen zu dĂŒrfen. Etwas Ärger machte die Stadionhausmeistergewerkschaft. Aber als der Freizeitausgleich geregelt war, verstellte der Hausmeister die Zeitschaltuhr fĂŒr die Sprinkleranlage, und es konnte weitergehen. Der grĂ¶ĂŸte Teil der Zuschauer brĂŒllte: ?Oranje boven?, der Rest irgendwas anderes.

Die Mannschaften besannen sich auf ihre StĂ€rken. Die HollĂ€nder stĂŒrmten, und die Italiener verteidigten. Und das machten sie jeweils ausgezeichnet. In der 270. Spielminute beschwerte sich der gute Toldo, er sei es jetzt leid, und außerdem heiser davon seine Verteidiger zu positionieren. Er verlangte einen Torwartassistenten. Alleine könne er das nicht mehr schaffen. Toldo erhielt seinen Assistenten, und als Ausgleich die HollĂ€nder einen weiteren StĂŒrmer. In der 312. Minute dann die Überraschung. Albertini setzte zu einem schnellen Konter an. Ganz alleine lief er in die gegnerische HĂ€lfte. Die HollĂ€nder schauten ihm verblĂŒfft hinterher. Nur noch wenige Meter trennten ihn vom Tor der HollĂ€nder. Van der Sar hatte seinen Disc Man beiseite gelegt und erwartete ihn. Aber da......gerade noch rechtzeitig, besann sich Albertini seiner Verantwortung. Was, wenn der Torwart den Schuß hielt, und den Ball mit einem weiten Abschlag zurĂŒck zum Tor der Italiener beförderte? Er wĂŒrde nicht schnell genug zurĂŒck sein, um die Verteidigung zu stĂ€rken. Nein, er wĂŒrde keinen taktischen Fehler machen. Gekonnt schlug er einen Haken, wechselte zur Verunsicherung des Gegners auf die rechte Seite, und fĂŒhrte den Ball gekonnt zurĂŒck in die eigene HĂ€lfte. Die Fans waren außer sich vor Begeisterung.

Die Organisationsleitung der UEFA bewies derweil ihre FlexibilitĂ€t. Sie hatte Tische und BĂ€nke an den Spielfeldrand bringen lassen. In der 390. Minute wurde das Spiel fĂŒr eine gemeinsame StĂ€rkung unterbrochen. Mit viel Verhandlungsgeschick hatten die Organisatoren erreicht, daß Mc Doof Spieler, Trainer und Schiris mit Burgern, Pommes und Milchshakes versorgte. Welch ein friedliches Bild lieferten da die TV Kameras in alle Welt. Der Sport vereint eben Menschen. Zum Abschluß des Imbiss gabs auf Wunsch der Italiener Grappa und Espresso. Die Fans auf den RĂ€ngen jubelten und schwenkten bunte Mc Doof Wimpel.

Nach einem BĂ€uerchen ging es frisch gestĂ€rkt wieder in den sportlichen Kampf. Beide Mannschaften waren inzwischen durch diverse rote Karten dezimiert. Das wurde allgemein als unfair empfunden. Frische KrĂ€fte von den ReservebĂ€nken fĂŒllten die Reihen wieder auf. Und weiter gings. Die HollĂ€nder stĂŒrmten, und die Italiener verteidigten. Einem Ordner am Spielfeldrand kam, wie spĂ€ter in der Pressekonferenz bekannt wurde, so in der 450. Spielminute der Gedanke, es könne womöglich beim 0:0 bleiben.

Hinter den Kulissen war lĂ€ngst die Arbeit der Interessenvertreter angelaufen. Die Hauptsponsoren der Azurri drohten den italienischen TV Anstalten mit Werbestop, falls sie nicht ihren Einfluß, den sie durch Mehrheitsbeteiligungen an der italienischen Pasta Industrie hatten, geltend machen wĂŒrden. Von ihren EigentĂŒmern darauf hingewiesen, sahen es die Pasta Hersteller als ihre patriotische Pflicht an, etwas zu unternehmen. Sie drohten den niederlĂ€ndischen Pasta Importeuren einen Exportstop fĂŒr den Fall an, daß durch einen mißlichen Zufall den NiederlĂ€ndern ein Tor gelĂ€nge. Nicht auszudenken, die Konsequenzen. Die derart unter Druck gesetzten Importeure wiederum versicherten sich der UnterstĂŒtzung des niederlĂ€ndischen Europa Ministers, der seinem italienischen Kollegen eine unnachgiebige Haltung bei der Olivenöl Subvention androhte fĂŒr den Fall, daß durch einen weiten Abschlag des italienischen Torwarts der Ball zufĂ€llig im niederlĂ€ndischen Tor landen sollte. Er könne einen so wahrhaft unsportlichen Ausgang nicht hinnehmen.

Ab der 530. Spielminute machte sich eine gewisse Einfallslosigkeit in diesem bisher spannungsgeladenen Spiel bemerkbar. Die meisten Fans auf den RĂ€ngen waren eingeschlafen. Trainer und Reservespieler an den Tischen verkosteten ausgiebig die einheimischen Biersorten.

Einer aus der Surinam Fraktion der HollĂ€nder war es dann, der den genialen Einfall hatte. In der spĂ€teren Pressekonferenz meinte er, es mĂŒsse aus dem instinktiven Erbe seiner Vorfahren in sein Bewußtsein gelangt sein. Jedenfalls stand er in einer allgemeinen Pinkelpause neben Delveccio an der Bande und erleichterte sich. ?Hör mal, wenn wir hier so weiterkicken, ist der ganze nĂ€chste Tag im A....?, meinte er. Nachdenklich nickte Delveccio. ?Du hast recht. Er schaute auf seine Taschenuhr. ?So ganz lange können wir sowieso nicht mehr. Der Trainer hat fĂŒr 1000 Uhr ein leichtes AufwĂ€rmtraining angesetzt, und vorher mĂŒssen wir noch frĂŒhstĂŒcken?.

Statt also das Spiel pflichtgemĂ€ĂŸ wieder aufzunehmen, begann das Palaver unter den Spielern erneut. Die ersten Fans wurden wieder wach, und auch die Trainer schauten schon gelegentlich zum Spielfeld. Die zĂŒndende Idee wollten anschließend alle gehabt haben. Man lag sich in den Armen, tauschte die Trikots und feierte den gemeinsamen Sieg. Gemeinsam wĂŒrden sie ins Endspiel ziehen. Wer wollte denn italienische Verteidigung und hollĂ€ndischen Sturm schlagen? ?Vorbildlich sportlich? war fast uni sono das Echo in den Medien. Sport verbindet eben.

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Life is too short to paint a single kiss

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