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Leselupe.de > Humor und Satire
Es muss nicht immer Freitag der 13. sein
Eingestellt am 15. 12. 2006 19:53


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cyprus
Schriftsteller-Lehrling
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Es muss nicht immer Freitag der 13. sein

Anno 2003, im Februar geschah es, in der ersten Woche der s├Ąchsischen Winterferien.
Die Wochen zuvor waren dienstlich alles andere als Zuckerschlecken, Beratungen, Zensurenkonferenzen und das Schreiben der Zeugnisse in ein angeblich weiterentwickeltes
Computerprogramm. Aber der Stress sollte mit der Zeugnisausgabe ein Ende haben!
Mitten hinein in die Vorfreude auf den Urlaub, den hei├č ersehnten, regte sich der Gallenstein im K├Ârper meines Gatten so auf, dass er station├Ąr behandelt werden musste. Und das am letzten Schultag! Urlaub dahin, Krankenhausbesuche standen auf der Tagesordnung.
Da der Gallenstein sich erst wieder beruhigen musste, wurde mein Gatte mittels Tropf an das Bett gefesselt. Warte, warte noch ein Weilchen, bekam er stets zu h├Âren. Ein netter Kollege erkundigte sich nach seinem Befinden und fragte, ob er in einer dienstlichen Angelegenheit mit ihm selbst sprechen d├╝rfe. Kein Problem, er erhielt die Telefonnummer.
He, was war das, ich, die beim Zahlenmerken so kleine Problemchen hatte, wenn es mehr als 5 Ziffern waren, konnte die achtstellige Telefonnummer auswendig! Ich war entz├╝ckt von mir selbst, keine Gedanken mehr an Ged├Ąchtnisschwund und Konsorten. Beschwingt sagte ich die Nummer mehrmals auf, jedes Mal richtig. Ein Orden war f├Ąllig, zumindest eine kleine Belohnung.
T├Ąglich war Krankenhausluftschnuppern angesagt, bis am Dienstag, dem 11.2., endlich der entscheidende Schnitt vollzogen wurde. Steinreich war mein Gatte nicht, er wurde aber von einem Felsbrocken befreit. So was passiert nur denen, die im Sommer immer in die Alpen wollen. Operation gelungen, Patient aus der Narkose erwacht, Stein im Glas konserviert f├╝r die Ewigkeit! Alles schien gut zu werden, Stress und Operation waren vorbei, der Alltag konnte wieder einziehen.
Der Mittwoch begann auch freundlich, Wintersonne pur, blauer Himmel. Ein super Wintertag, dessen Sonnenstrahlen mich nachmittags wieder in das Krankenhaus begleiten w├╝rden.
Ein paar Bl├╝mchen wollte ich noch kaufen, musste deshalb den Geldautomaten bel├Ąstigen.
Auf der Fahrt dahin wollte mir meine PIN nicht einfallen, krampfhaft sortierte ich im Ged├Ąchtnis die Zahlen. Eine war doppelt, aber welche, war das am Anfang oder am Ende der PIN? Gl├╝cklicherweise hatte ich mein Handy dabei, mit der gleichen PIN. Also, nichts wie ran! ├ťben! Drei W├╝nsche hat man im M├Ąrchen frei, bei der PIN- Eingabe auch. Es kam nur keine Fee, ich hatte mir 1,2,3 das Handy gesperrt. V├Âllig ├╝berzeugt, dass ich die Konto-PIN nun wusste, gab ich sie am Automaten ein. Wieder Fehlanzeige! Was nun? Kein weiterer Versuch! Kein Geld, keine Bl├╝mchen, so einfach war das!
Zu Hause rief ich meine Tochter an, die ihrer unwissenden Mutter erkl├Ąren sollte, wie man ein Handy wieder befreit. Vorher hatte ich sogar schon das Gebrauchsanweisungsheftchen gefunden. Mit telefonischer Unterst├╝tzung gelang es mir, mein Handy wieder in Gang zu bringen. Das w├Ąre geschafft! Jetzt fehlte nur noch das n├Âtige Kleingeld. Sparkasse gleich Fehlanzeige, denn Mittwochnachmittag war keine Schalterzeit.
Kluge Frauen haben in solchen F├Ąllen eine eiserne Reserve, meine war durch den Winterschlussverkauf erheblich geschrumpft. In solchen F├Ąllen ist es gut, wenn man noch eine sparsame Tochter im Hause hat. Ausger├╝stet mit einem zus├Ątzlichen 20-ÔéČ-Schein konnte die Fahrt ins Krankenhaus beginnen.
Meine Gedanken kreiselten immerzu um diese verflixten Zahlen. Ich sortierte hin und her, stellte mal die eine, dann die andere Zahl an den Anfang, zwischendurch hielt mich manchmal eine rote Ampel auf. Richtig einordnen musste ich mich auch, die Wintersonne strahlte, es war wirklich ein sch├Âner Nachmittag. Wieder Rot! Chemnitz, in dein Stadtwappen geh├Ârt eine Ampel! Als Geradeausfahrer musste ich nun etwas warten, konnte wieder sch├Ân gr├╝beln.
Auf der Rechtsabbiegespur hatte sich ein Polizeiauto niedergelassen, wartete auch. Endlich ging es weiter! Welche Zahl war gleich doppelt? Als aufmerksamer Autofahrer schaut man ja ab und zu in den R├╝ckspiegel. Hinter mir Polizei mit Blaulicht, also anhalten. So, nun fahrt schon vorbei! ├ťberzeugt davon, dass sie meine nette Geste befolgen w├╝rden, sah ich noch einmal in den R├╝ckspiegel. Was sollte das denn? Eine Polizistin entstieg dem Wagen der Ordnungsh├╝ter, verlangte von mir F├╝hrerschein und Fahrzeugpapiere. Auf meine Frage, was ich angestellt h├Ątte, bekam ich zur Antwort, ich solle froh sein, dass ich noch lebe. Sie kontrollierten beide ausgiebig meine Papiere, betrachteten meinen Clio so, als ob sie noch nie einen dieser Art gesehen h├Ątten. Nun r├╝ckten sie mit der Sprache heraus, ich sei bei Rot gefahren und wollten wissen, wohin es so schnell gehen sollte. Ungl├Ąubig starrte ich sie an, glatte L├╝ge, Ampeln sind doch heilig. Sollte ich streiten? Erst die vergessene PIN, nun die Ordnungsh├╝ter im Genick! Was f├╝r ein Tag! Da sie in der ├ťberzahl waren, musste ich einfach akzeptieren, dass sie Recht hatten. Was blieb mir ├╝brig!
Die nette Polizistin wiederholte ihre Frage, wohin die Reise so schnell gehen sollte. Wohin schon, ins Krankenhaus, erkl├Ąrte ich ihr. Verdutzt schaute sie mich an, wollte N├Ąheres wissen. Meine Antwort schien sie zu befriedigen. Sie ├╝berlegte kurz, sagte mir dann, dass die von mir begangene Straftat eigentlich zur Kontoer├Âffnung in Flensburg gereicht h├Ątte. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass es so ein sch├Âner Wintertag sei, ihr Kollege und sie so gute Laune h├Ątten und ein Frischoperierter sich nicht aufregen d├╝rfe, k├Ânnte man eine Ordnungswidrigkeit daraus machen, die ich aber gleich bezahlen m├╝sste. Da wurde ich wieder leichenblass, jetzt wollten sie auch noch Geld! Vorsichtig fragte ich nach, wie viel der Spa├č kosten solle. Der m├Ąnnliche Staatsdiener meinte, wer so schnell unterwegs sei, dabei Ampeln missachtete, der sollte wenigstens eine dicke Geldb├Ârse dabei haben.
Oh, war mir schlecht! Wer wei├č, welche Summe sie nennen w├╝rden! Ich erkl├Ąrte ihnen die Situation, dass ich, auch wenn sie mich zu einem Geldautomaten begleiten w├╝rden, dort kein Geld bek├Ąme, da ich die PIN nicht mehr w├╝sste. Ehrlicherweise gab ich auch noch zu, dass ich mir das Handy gesperrt h├Ątte, als ich ├╝bte. Ob mir denn die Zahl ├╝berhaupt nicht einfalle, fragten sie. Sie war einfach weg, aber ich bot ihnen die Telefonnummer des Krankenhauses an. Die hatte ich gespeichert! Sie waren sprachlos, drehten sich schnell um. Ein bisschen Mitleid h├Ątte mir gut getan, aber die beiden feixten blo├č! Zu guter Letzt erkundigten sie sich nach der finanziellen Lage in meiner Geldb├Ârse. Mit meinem geborgten Zwanziger, dem Hinweis, weniger schnell zu fahren und das Auto stehen zu lassen, wenn man geistig ersch├Âpft sei, entschwanden sie in den sonnigen Winternachmittag. Vorher ├╝berlie├čen sie mir noch so ein kleines rot-wei├čes Quittungszettelchen.
Den Treffer hatte ich bestimmt gebraucht, sofort fuhr ich ohne die Zahlenkombinationen, die mich zu einer unvorsichtigen Verkehrsteilnehmerin werden lie├čen. Im Krankenhaus angekommen, war mein Dilemma schon bekannt. Nat├╝rlich, meine Tochter hatte telefonisch gepetzt! Aber was mir eine halbe Stunde vorher passiert war, das wusste sie zum Gl├╝ck noch nicht. Mal sehen, ob ich es irgendwann einmal erz├Ąhle.
PS. Einen Tag sp├Ąter, am Schalter der Sparkasse, konnte mir die liebenswerte Angestellte auch nur ein bisschen helfen, indem sie meinen Versuch, an mein Geld zu kommen, r├╝ckg├Ąngig machte. Zu weiteren Hilfsleistungen war sie nicht in der Lage. Ihre Aufmunterung veranlasste mich zu einem weiteren Test. Wieder Fehlanzeige! Nun war Schluss mit Experimenten!
PPS. Einer wusste meine PIN noch, aber der hatte sie in irgendeinem Ordner versteckt, den ich ohne meinen Gatten nicht finden konnte. Vor diesem Jemand habe ich gro├čen Respekt, denn der kann einfach alles, mich nerven, auf die Palme bringen, mir Geschichten erz├Ąhlen, Wischi- Waschi- Nachrichten zusenden, mich mit Leuten verbinden, die ich sonst nie im Leben kennen gelernt h├Ątte u.v.a.m. Langsam wird er mir ein guter Freund, mein Computer!

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