Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5471
Themen:   92993
Momentan online:
118 Gäste und 4 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Anonymus
Es reicht nicht, ein wenig rechnen und lesen zu können
Eingestellt am 01. 10. 2010 10:10


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Es reicht nicht,

ein wenig rechnen und lesen
zu können.

Sicher ist es schön, ein großes
Faktenwissen zu besitzen,
zu wissen, wie die Hauptstädte
der Länder heißen, die Flüsse,
Modemarken, Gebirge.
Punkten kann man schon bei
leeren Frauen,
dem Nachbarn oder
dem Dachdecker,
kennt man
die Namen der Vögel am Himmel,
die Blumen am Wegrand
oder allerlei Jahreszahlen von allerlei
angeblichen Revolutionen. Aber
das reicht nicht.

Gewiss, die Erfahrung: welch Vorteil,
unterscheiden zu können zwischen
Papier und Papier und dementsprechend
zu handeln: die überflüssigen Akten
ins Töpfchen, die brisanten
ins Kröpfchen…
Aber das reicht nicht.

All das ist nicht genug,
bei Weitem nicht: man muss auch
ein wenig

des Dichtens mächtig sein.

Zu uneindeutig bliebe sonst unser Tun.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Was sind denn "leere Frauen", werter Anonymus?
Eine unbekannte Spezies? - Im Gegensatz zu vollen Frauen (vollbusig, vollgesoffen, vollgekifft, vollschlank)?

Rätselnde Grüße
Heidrun

Mal abgesehen davon, ist dies für mich eindeutig ein Prosatext und keine Posalyrik ist. Formatierung allein reicht nicht aus, um ein Gedicht als solches zu kennzeichnen. - Aber ich finde durchaus nicht alles schlecht.

Sehr nett strahlen mich die letzten vier Verse an.

Bearbeiten/Löschen    


Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Liebe Jon,

es ist ja schon eine ganze Menge, wenn jemand wenigstens den Kopf schüttelt, weil er etwas nicht versteht. Anders gesagt: ich finde es schön, wenn Du Dich an der behaupteten Uneindeutigkeit, die unser Tun ohne Dichtung hätte, reibst.

Das ist genau der springende Punkt: Es ist ein Paradox, ein - vom normalen Vernunftstandpunkt aus gesehen - hanebüchener Unsinn.

Aber: ich gehe davon aus, dass unser gesamtes Dasein, unser Handeln, unsere Ziele usw., an sich "unbestimmt" sind, weil sie keinen eindeutigen Sinn, keine wirkliche "höhere" Absicht, kein lohnenswertes Ziel erkennen lassen. Uns bleibt nur, dieses selbst für uns zu definieren. An dieser Stelle bereits beginnen wir zu dichten.

Ich könnte auch sagen: Dichten ist ein Synonym für das Aufstellen von Definitionen, obwohl es solche gar nicht gibt.

A.

Bearbeiten/Löschen    


4 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Anonymus Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!