Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92211
Momentan online:
63 Gäste und 1 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Es sieht aus, als hätte Oma was gegen Opa
Eingestellt am 21. 10. 2000 16:04


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Kathrien
Hobbydichter
Registriert: Oct 2000

Werke: 20
Kommentare: 35
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Kathrien eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Es sieht aus, als hätte Oma was gegen Opa

Manchmal werde ich ganz traurig, wenn ich sehe, wie meine Oma mit meinem Opa umgeht. Dann tut er mir leid. Wenn sie mit ihm schimpft, weil er sich die Schuhe nicht abgeputzt hat. Und wenn sie mit ihm redet und er hat sie nicht verstanden, weil er sein Hörgerät verlegt hat. Dann wird meine Oma ganz wütend auf ihn.
Wenn sie sieht, wie er in der Wohnung raucht, schickt sie ihn auf den Balkon. Dabei macht sie ein Gesicht, als wollte sie ihn dann runterschubsen. Vom Balkon im 6.stock. aber ich glaube, das würde sie nie tun. Sie sieht nur so aus.
Wenn mein Opa dann auf dem Balkon raucht, schimpft meine Oma mit ihm. Sie sagt, er macht sich noch seine Gesundheit kaputt, mit dem elendigen Glimmstängel.
Manchmal frage ich mich, ob meine Oma meinen Opa überhaupt liebt.
Es scheint ja nicht so. Ich habe sie mal gefragt. Sie sagte, Opa wäre das wichtigste in ihrem leben. Ohne ihn würde sie nicht leben können. Sie müsse nur mit ihm schimpfen, damit er sich nicht gehen lässt. Wenn er sich die Schuhe nicht abputzt, werden die Kinder, die auf dem Boden spielen, schmutzig.
Und er soll nicht rauchen, weil er sonst Krebs bekommt. Und meine Oma würde ihn schrecklich vermissen. Denn sie ist verliebt in ihn und er ist das wichtigste, was sie hat.
Und sie will nicht, dass er Krebs kriegt.
Sie sagt, sie liebt ihn. Und will nicht, dass ihm etwas zustößt.
Meine Oma passt sehr gut auf meinen Opa auf.
Ihre Mutter ist an Krebs gestorben.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


urte
Autorenanwärter
Registriert: Oct 2000

Werke: 3
Kommentare: 221
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Oma und Opa

Liebe Kathrien, Ich finde, dies ist eine wunderschöne Geschichte, die auch auf sehr gute Beobachtung zurückgehen dürfte. Die "naiven" Stilmittel passen zu der Verwunderung des erzählenden "Kindes" ("ich") darüber, daß dies Liebe sein kann. (Nur eins: Ich würde überlegen, den letzten Satz wegzulassen; die Sorge um eine Erkrankung des Opas allein reicht m.E. aus). Freundliche Grüße, Urte
__________________
(C)Urte Skaliks-Wagner

Bearbeiten/Löschen    


Kathrien
Hobbydichter
Registriert: Oct 2000

Werke: 20
Kommentare: 35
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Kathrien eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo urte,
du kannst ziemlich stolz auf dich sein, du bist nämlich der erste Mensch hier bei Leselupe.de, der nicht sagt, es ist schlecht, dass ich schreibe, wie ein Kind erzählen würde, sondern, wie du so schön gesagt hast "naiv".
Das finde ich sehr gut. Es ist meiner Ansicht nach viel schöner, das ganze mal unbefangen zu sehen, wie ein Kind eben, obwohl ich auch anders schreiben kann. Es hat was unerfahrenes, so ein Kind, das alles noch entdecken muss.
Den letzten Satz, den lasse ich glaub ich, erst mal dran, der passt so schön, find ich. Vielleicht werde ich ihn mal entfernen, wenn das noch mehrere Leute sagen.

°°°°°kati°°°°°

Bearbeiten/Löschen    


moonfire
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Kathrien

Deine Meldungen zu meinen Werken haben mich neugierig auf Deine Werke gemacht, und bei diesem hier, kann ich mich nur meiner Vorrednerin anschließen!
Es ist sehr schön geschrieben und der "naive Ton" macht es noch liebenswerter.
Außerdem ist es genau auf den Punkt getroffen, denn es ist immer so wie in der Geschichte, bei Müttern und Kindern, genau wie bei Partnern,
man ist so in Sorge, dass man den anderen ständig bevormundet! Einfach toll erkannt, denn in Deinem Alter hab ich das noch net verstanden, dass es nur Sorge war, wenn meine Mutter es mit mir so gemacht hat wie die Oma mit dem Opa!
Mach weiter so Kathrien!

Grüsse moon

Bearbeiten/Löschen    


Christina Maria Kraemer
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2000

Werke: 51
Kommentare: 160
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Christina Maria Kraemer eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Naivität

Hallo Kathrien,

ich finde deine Geschichte sehr gut geschrieben.
Es ist die Naivität, die diesem Werk seine Ausdruckskraft gibt.
Es ist doch so, dass die meisten Menschen mit den Personen am meisten schimpfen, die sie am liebsten haben, aus Angst sie zu verlieren.

Bewahre dir deine Naivität für solche Geschichten, aber verliere nicht den Biss für deine anderen, keinesfalls naiven oder kindlich geschriebenen, Werke.

Mach weiter so,

liebe Grüsse,

Christina
__________________
C.M.Krämer

"...um die Tests dieser Zeit zu bestehn

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!