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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Es wird sein wie immer
Eingestellt am 06. 04. 2004 21:42


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blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

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Es wird sein wie immer. Ich werde mich sp√§t entschlie√üen, doch noch aufzubrechen - sehr sp√§t erst. Erst dann, wenn es wahrscheinlicher ist, dass alle Abmachungen bereits getroffen sind, sich Herzen, Seelen und Leiber gefunden haben, die Sehns√ľchte einen Moment in Hoffnung schweigen oder wenigstens bet√§ubt sind.

Ich werde in diese oder in jene Disco gehen, es ist im Grunde gleich. Samstagnachts sind die Körper austauschbar, die da im Halbdunkel oder in den Schwaden der Nebelmaschinen zucken. Ich werde in diese Bar gehen. Oder in eine andere. Die Orte sind so vernachlässigbar, wie das, was sie alle einzigartig machen soll. Es wird sein wie immer.

Ich werde mich treiben lassen, scheinbar ziellos und doch mit einer Richtung, die gradliniger nicht sein k√∂nnte. Ob ich hierhin gehe oder dorthin, was tut es? An einem dieser Orte wirst du sein. Fr√ľher oder sp√§ter werden wir uns begegnen. Quer durch den Raum, der nach Rauch, Cool Water, Gi√≤ und Schwei√ü riecht, wirst du meine Witterung aufnehmen.

Du wirst glauben, mich zu entdecken, w√§hrend ich an der Bar stehe und mir von der Bierflasche die Hand k√ľhlen lasse. Du wirst dich n√§her schieben, unauff√§llig, unaufhaltsam. Oder mein Schritt wird der erste scheinen, ich werde es sein, die dir im Gedr√§nge immer n√§her kommt.





Wir werden uns mustern und belauern, darauf warten, wer die erste Schwäche zeigt, noch ohne voneinander zu wissen, was an uns als Schwäche gelten mag. Wir werden vielleicht noch ein Glas trinken, oder gleich den Raum gemeinsam verlassen und uns nicht nach ihm umsehen. Wir werden durch die still gewordenen Straßen gehen. Wir können auch den Nachtbus nehmen oder eine Taxe, es ist gleich.

Wir werden in einer Wohnung ankommen, ob in deiner oder meiner, was macht das schon. Einen Moment lang werden wir tief in uns eine altvertraute, l√§ngst vergessen geglaubte Unsicherheit sp√ľren. Wir werden uns ansehen. Wer zuerst wegblickt, ist nicht unbedingt der Unterlegene.

Hinter der T√ľr - sp√§testens dann - werden sich unsere hungrigen M√ľnder finden, bevor wir noch an die Suche denken. Ihre Gier ist nichts gegen die unserer Herzen, doch von denen reden wir nicht. Wir sagen auch sonst nicht viel. Im L√§rm der Bar w√§re es l√§cherlich gewesen, jetzt ist die Stille lauter als jedes Wort. Das Ticken der Uhr oder das Aufbrummen des K√ľhlschranks l√§sst uns zusammenfahren.

Wir werden rangeln und uns weiterschieben, kaum dass die T√ľr sich hinter uns geschlossen hat. Wir werden uns nicht mit Vorgepl√§nkel aufhalten, keine Kerzen, kein Wein, keine stimmungsvolle Musik. W√§hrend du mir das Hemd aufkn√∂pfst oder ich dir, gibt nur unser Atem das Tempo an.

Wir werden mehr auf das Bett fallen, als uns setzen. Unsere H√§nde werden unruhig unsere Leiber erforschen, die Topographie unserer Lust wird uns den Atem rauben. Wir werden nichts diskutieren, nichts verabreden, keine Vorlieben oder Tabus austauschen. Unsere Gier l√§sst uns keine Zeit, keinen Raum f√ľr Artigkeiten oder Gepl√§nkel.

Es wird sein wie immer. Wir werden nach unseren Cruising-Packs fischen und lachen, dass wir beide die gleiche Ausstattung mit in die Nacht nahmen. Ob du deines zur√ľcklegst oder ich das meine, was hat das mit diesem Bett zu tun? Wir werden unser Vergn√ľgen haben, so oder so. Unsere Lust wird uns leiten und wir, wir werden ihr willig folgen.

Irgendwann wird es vor dem Fenster heller werden. V√∂gel werden singen oder Autoreifen auf nassem Asphalt rauschen. Wir werden in zerw√ľhlten Laken aufwachen, die Haare wild und die Augen sanft. Vielleicht wirst du noch bleiben oder ich. Aber schlie√ülich wirst du gehen oder ich, und f√ľr uns beide wird es ein Abschied.
Es wird sein, wie immer.


__________________
Daf√ľr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

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Hallo,

ich habe ne 6 gegeben, weil mir 5 nicht richtig erschien, zu wenig und 7 heisst..mit Freude und fl√ľssig zu lesen. Das kann ich auch nicht behaupten, da mir die Freude fehlte. Wollte es nur erw√§hnen, weil der Spruch zur 6 auch nicht passt und ich nichts an Textarbeit leisten kann.

Keine Ahnung, wieso es mir unsympatisch ist. Bin nach meinem Gef√ľhl gegangen. Wie alle anderen ja auch.*smile*

lG
Stoffel

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lapismont
Foren-Redakteur
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Registriert: Jul 2001

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Hallo A.,

ich finde es wirklich gut geschrieben. Gerade und punktgenaue Beschreibungen, eine feine Inszenierung, und vor allem eine f√ľr mich schl√ľssige Handlungsmotivation, die nicht mit dem Holzhammer erkl√§rt wird, sondern im richtigen Ma√ü eingeflossen ist.

Aber mich hat die Geschichte nicht gefesselt. Darum auch die etwas aus dem Rahmen fallende 5 von mir.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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poppins
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Bonjour tristesse ...

Hallo Anonymous,

Du kannst gut schreiben. Du kannst gut beobachten. Was es zum Thema ‚ÄěOne Night Stand‚Äú zu sagen gibt ‚Äď Du hast es sehr ehrlich und fast poetisch r√ľbergebracht.

Mir hat der Text wegen seiner Ehrlichkeit und dem poetischen Ausdruck gefallen, aber abgesehen von der wirklich treffsicheren Beschreibung der Situation ist das keine Geschichte. Und nicht sehr originell, was aber bei One Night Stands auch nicht wirklich zu erwarten ist. Das Originellste an einem One Night Stand ist wohl die Farbe der jeweiligen Bettwäsche.

Was diesen Text angeht, bin ich sehr zwiegespalten - er ber√ľhrt den Kern einer Wahrheit, aber beschreibt nur - ist keine Geschichte, nicht originell, aber das ist die Wirklichkeit nun mal auch nicht ...

Mich erinnert der Text in seiner Art eher an Lyrik. Ein Bild. Bonjour tristesse.
*ratlos*

__________________
Verschiebe nicht auf morgen, was auch bis √ľbermorgen Zeit hat.
(Mark Twain)

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
Kommentare: 791
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volle punktzahl

hallo anonymus,

dein text gefällt mir ausgezeichnet.
einen grund daf√ľr will ich dir gern verraten, auch wenn er dir und anderen vielleicht nebens√§chlich erscheint:
ich lese selten erotische geschichten, da mich die ewige beschreibung von t√§tigkeiten maximal am√ľsieren kann, meist aber nur langweilt.
dein etxt ist erotik, wenn auch nicht die bl√ľmchenwiesenvariante, denn er beschreibt das warum und das wie ohne dass es notwendig wird, auch nur einen k√∂rperteil zu erw√§hnen. damit ist dein text geschlechtslos bzw. diffus in hinsicht auf die sexuelle ausrichtung deiner protagonisten - und f√ľr erotik muss ich nicht wissen wer mit wem was tut, sondern nur, dass sich menschen f√ľr die zweitsch√∂nste nebensache (das lesen/schreiben ist nat√ľrlich die sch√∂nste nebensache ) gefunden haben - danke f√ľr diesen text.

viele gr√ľ√üe
rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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gareth
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Registriert: Dec 2003

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Das kann doch nicht wirklich gewollt sein,

MarleneGeselle, dass Du diesen Text mit einer "1" bewertest. Ich habe, soweit ich mich erinnere, bisher nie eine Wertung öffentlich besprochen. Aber wenn einer der sprachlich reifsten Texte in der bisherigen Anthologieliste mit "dieses Machwerk ist grauenvoll schlecht, fehlerbehaftet und hat mit der deutschen Sprache wenig zu tun" bewertet wird, dann möchte ich doch gerne einmal nachfragen, was es damit auf sich hat.
Und dies tut hiermit, auch auf die Gefahr hin, daf√ľr angegriffen zu werden,
gareth

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