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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Escort
Eingestellt am 18. 06. 2015 05:00


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Miro
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2010

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Plaisir d'amour


„Escort-Service“ bietest Du, exquisite Begleitung für exclusive Herren, mit denen Du in feinste Restaurants gehst als die Dame an deren Seite: Du bist der besondere Schein der Jugend und der Schönheit.
Du begleitest sie zu ganz speziellen Besprechungen, Du bist verschwiegen und neutral. Du hast bei manchen Themen verschlossene Ohren und hörst nicht und siehst nicht und wirst schweigen. Allen schenkst Du nur Dein unglaublich charmantes Lächeln.
Wenn Dein Begleiter Dich fragt, dann stimmst Du zu und geheimnisvoll verbreitest Du den Zauber, dass alles richtig sei, was immer gerade auch geschieht und besprochen wird.
… und so wie Du, wie Dein Gesicht, Deine Figur, Dein wundervolles Lächeln und das Knistern, das Du um Dich herum erotischen Flair erzeugt - von ganz anderen Gedanken und dem Traum, intim mit Dir zu sein - so verändert sich die ganze Welt.

Du bist nur „Escort-Service?“
Niemand weiß es, außer Dir selbst.
Die Männer an Deiner Seite haben wohl oft Hoffnung und Erwartung, dass am Ende nicht vor, sondern hinter der Tür des Hotelszimmers der Abend aus­klingen möge.

Dann aber wärst Du nur eine teure Hure, kaum anders als ein feiner Tagungsraum und als weiteres Ambiente. Du wärst nur gemietet und eingekauft?

Nein - das bist Du nicht.


_______________________________


„Liebe Sylvie, darf ich dir Ly Phan Thi vorstellen?“
Du hast beinahe verträumt in die Gesellschaft geblickt, während der Mann an Deiner Seite mit seinem Gegenüber in chinesischer Sprache ein intensives Gespräch hatte.
Du verstehst kein Chinesisch, und das gehört auch nicht zu Deinen Pflichten.
„Thi ist Vietnamese“, erklärt er. „Ich würde mich freuen, wenn du dich etwas um ihn kümmerst. Er versteht Französisch.“
„Ja!“ lächelst Du zurück und bist beinahe dankbar, aus dieser unverständlichen Konversation mit dem Chinesen entlassen zu werden.
Du wendest Dich dem jungen Mann zu und siehst einen schlanken und freundlich lächelnden Asiaten an..
„C'est tres bien !“ flüsterst Du ihm zu und hoffst inständig, dass Dein Französisch reichen wird.

Da hatte doch einmal eine Frau gesagt, „sie könne französisch, nur mit der Sprache habe sie so ihre Probleme“ …
Du spürst, wie er Dich mustert und weißt in diesem Moment, diese andere Variante von „Französisch“ könnte durchaus auch noch bedeutsam werden!
„Voulez vous coucher avec moi, ce soir?“
Nein, das wurde wirklich nicht gesagt. Es wurde aber gedacht, genau in diesem Moment, oder?

Du würdest nicht Sex haben, nicht mit einem viel älteren Mann, der Dich als Escort-Dame gekauft hätte. Du bist professionell und Dein Sex ist absolut nicht käuflich.

Eine Kellnerin schwebt vorbei und Du nimmst zwei Champagnergläser von deren Tablett, reichst dem jungen Mann ein Glas. Er stahlt Dich an und nimmt es mit einer leichten Verbeugung ent­gegen.


„Le soir, c'est d'une plaisier!“ versuchst Du.
Er hebt das Glas, lächelst unglaublich charmant, deutet ein Anstoßen ganz dezent an.
„Merci au le ciel pour toi !“
Du möchtest rot werden?
Du lächelst zurück und folgst seiner Geste.
„Le ciel ce soir?“
„Oui – avec toi!“ lächelt er.
Es folgt eine kurze Pause und eine kleine Spannung, die sich aufbaut.

„Ich spreche auch Deutsch!“ sagt er dann plötzlich.
„Oh!“ entfährt Dir und Du bist total überrumpelt. „Wieso?“ fragst Du ziemlich perplex.

Er lächelt nur ganz leicht und genießt ganz offensichtlich diese Überraschung, die er Dir bereiten konnte. Aber nur, ohne Dich zu brüskieren.
Nur um den kleinen Anflug von Überraschung: Niemals würde breit und triumphierend grinsen ob solch einer Situation. Die Feinfühligkeit, den Menschen auf der anderen Seite nie zu verletzen und zu demütigen ist beeindruckende Kultur einer Gegenseitigkeit und Feinfühligkeit der asiatischen Welt.





„Meine Eltern haben in DDR studiert und ich bin da geboren.“
„Du bist Deutscher?“
„Ja!“ er lächelt und genießt Deine Überraschung.
… und Du lächelst zurück und Dein Lächeln ist offen und fröhlich.

Du rechnest und betrachtest diesen Mann, der so unbekümmert und glücklich wirkt.
„Du siehst viel jünger aus, als dass ich das alles glauben könnte. DDR – das ist doch längst Vergangen­heit!“
Seine Augen funkeln. Offensichtlich wird er nicht zum ersten Mal jünger geschätzt, als er ist.
„Das ist bei mir so!“ sagt er. - Es klingt wie die Entschuldigung einer fast Dreißigjährigen, die im Supermarkt an der Kasse beim Kauf von Alkohol noch nach dem Altersnachweis gefragt wird: Irgendwann ist es nicht mehr nervig, nicht mehr peinlich, sondern nur noch einfach lustig!

„Check mich!“ flüstert er.
„Ja!“ ist die leise Antwort.
Du lächelst in Dich hinein. Du lächelst alle diese Menschen an, denen Du Deinen Charme an diesem Abend geschenkt hast. Die alle bleiben unverbindlich und fern.

Seine Stimme und seine Nähe und Wärme sind wie eine Wolke, in die Du eingetreten bist.
Du nimmst seine Hand …


Escort.
Was wäre Deine Aufgabe, was Deine Pflicht?

Wie weit wirst Du gehen?
Welche Pflichten nimmst Du wahr, welche Leistungen bist Du schuldig?
„Ich würde mich freuen, wenn du dich etwas um ihn kümmerst!“
- das sagte der Mann, der Dich als Begleiterin gebucht hat und gibt Dir eine ganz neue Aufgabe!

Was immer er gemeint hat – das, was jetzt lockt, dafür bist Du nicht hier, das hat Dir niemand bezahlt.

Aber es ist auch längst keine Aufgabe mehr, der Du Dich stellst. Es ist eine Begegnung, eine Berührung, die Dich fesselt und fordert – weit jenseits von Escort.

„Voulez vous coucher avec moi?“ - es ist keine Frage, es sind keine Worte. Es ist eine Verlockung, die unausgesprochen schwebt und nicht verklingt, sondern immer lauter hallt und schallt.

Wer ist dieser Mann, der Dir anvertraut wird, warum sollst Du Dich um ihn „kümmern“?
Du bist Escort. Du weißt nicht, worum es in den Verhandlungen geht.
Du hast einen Auftrag, der so harmlos klingt, so unspektakulär eigentlich:
„Ich würde mich freuen, wenn du dich etwas um ihn kümmerst!“ - was aber eher im gesellschaftlichen Rahmen dieses Empfangs gemeint sein sollte, wo Du die Dame an der Seite Deines Auftraggebers warst.

Plötzlich ist es ein neuer Mann, um den Du Dich kümmern sollst.
Plötzlich hat sich Alles verändert, Du hat eine neue Aufgabe.

Zwei weitere Gläser von den Tablets der mit Champagner herum schlendernden Kellnerinnen und Keller geben Dir keine echte Chance.

Ihr lacht und scherzt.
Aus diesem Herrn Ly Phan wird Thi.

Aus Dir wird Sylvie.
– Viel mehr wird dabei, als Du je gewollt hast und mehr, als Du hierher hast mitbringen wollen, und Sylvie ist ganz viel mehr Du, als dieser Name, der nicht Dein echter Name ist je hat hierher mitbringen wollen.
… Sylvie wird ein Teil von Dir



Nachdem sich die Tür Deines Hotelzimmers geschlossen hat steht er hinter Dir.
Seine Arme legen sich um Dich, seine Hände auf Deinen Bauch und seinen Atem spürst Du in Deinem Nacken.

„Lieber Deutsch – oder Französisch?“
- hat er das gesagt, oder hast Du es nur gedacht?

Seine Hände bewegen sich, seine Finger streicheln sanft und zärtlich über Deinen Körper. Du lehnst Dich zurück und schmiegst Dich an ihn. Du spürst ihn mit Euren aneinander gedrückten Körpern.
Du willst, was jetzt kommen wird. Du ersehnst es mit jedem Atemzug,
„Oui!“
Wie von Zauberhänden geöffnet fallen Stoffe von Euch, wird aus der Umarmung eine Berührung Haut zu Haut, heiß und fordernd.
Seine Gier steht und tastet an Deinem Po, seine Hände halten genüsslich Deine Brüste, und sein heißer Atem streift immer noch Deinen Nacken.
Dann findet er zu Dir und dringt ein in das feuchte Paradies.


Du bist eine Escort-Lady.
Glaubt er, das sei normal?
Wäre es nur eine verhurte Nacht ?
„Ich würde mich freuen, wenn du dich etwas um ihn kümmerst!“

Gehst Du gerade einfach nur viel zu weit?
Du bekommst Geld für den Escort-Service.
Sex gehört nicht zum dazu.


Du könntest ihn mit Deinem Orgasmus melken.
Dein Körper bebt und Deine Lust jagt Schauern von Zuckungen durch Deinen Körper.
Du spürst, wie er kommt, wie er stöhnt und mit gepresster Stimme leise Laute von sich gibt.
In der Ruhe danach hält er Dich.
Sein Atem immer noch schnell in Deinem Nacken, seine Umarmung warm und der Druck seines Körpers erzählt, Dich nicht verlassen zu wollen.

Nein – es war nicht „französisch“. Auch nicht „griechisch“ oder so …
Es war einfach nur wunderschöner Sex.


„Je t'aime!“
@ Ly Phan Thi



Wie peinlich für diese Geschichte und wie flach wäre das als Ende?
700 € vom Excort Service auf Deinem Konto. Ist das ein besseres Ende für diese Geschichte?

Ich habe Dich kennen gelernt und Du hast mir von dieser Begegnung erzählt.
Du denkst noch immer an Thi ...

Du wurdest nicht verraten und verkauft.
Du hast bei allem Kommerz etwas Wunderschönes erlebt.

„C' est la vie ...“







_____________________________________________________


Legende *)

„C'est tres bien!"

„Das ist doch wunderschön, wie es gerade ist!“



„Voulez vous coucher avec moi, ce soir?“

„Willst du mit mir schlafen ?“ (- heute Abend, heute Nacht ?)



„Le soir, c'est d'une plaisier!“

„Dieser Abend hat etwas unendlich Schönes !“



„Merci au le ciel pour toi !“

„Danke dem Himmel dafür, dass es dich gibt!“



„Le ciel ce soir?“

„(Was schenkt) der Himmel uns an diesem Abend ?“



„Oui – avec toi!“

„Ja – genau mit dir!“



„C'est la vie“

„So ist das Leben!“




"Plaisir d'amour"

"Von so kurzer Freude und vom ewigen Leid der Liebe"



_________________________________________________________


*) bitte keinen linguistischen Disput beginnen – es wurde diese Legende auf Wunsch von LeserInnen eingestellt, die ausdrücklich um eine orientierende Übersetzung gebeten haben. Mehr will ich damit gar nicht anbieten!



Miro

__________________
Es mag bessere Zeiten geben, aber dies ist die unsere (J.P.S.)

Version vom 18. 06. 2015 05:00
Version vom 21. 06. 2015 18:51
Version vom 21. 06. 2015 20:12
Version vom 21. 06. 2015 20:27

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sandelholz
???
Registriert: May 2015

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Hallo Miro,

gerne habe ich deinen Text gelesen, so zunächst einmal Danke für’s Einstellen und Teilen.

Die Idee hat wirklich Potenzial.
Zum ‚Feinschliff‘ ich möchte etwas dalassen. Meiner Kapazität gerecht werdend eher etwas stakatoartig.

Der Titel wer durchaus verbesserbar.
Mehr einen die Neugier des Lesers weckender Titel darf der Text gerne haben. (Ich selbst zum Beispiel habe mehr oder weniger aus, ich habe gerade Zeit angeklickt)


Escort-Ladys
Sind sehr gut gebildet, eben das ist ja der Grund warum ein gewisses Kliente dort Kunde ist. So ist es irretierend das ihr ein viatnamesicher Klient vorgestellt wird und sie denkt ich spreche kein chinesisch. Auch wenn sie es nicht spricht, ist ihr klar das in Viatnam kein chinesich gesprochen wird (sondern eben viatnamesich).


Text allgemein:
Ist ja immer eine Stilfrage,
jedoch hatte ich oft den Eindruck das er insgesammt klarer sein könnte, präziser.
Ganz kleines Beispiel:

quote:
Wer ist dieser junge Vietnamese,
Warum hier noch ‚junger‘ wo doch bereits geklärt wurde das er älter ist als sie schätzte, es erzeugt Unklarheit da der auch Leser bereits weis das er nicht mehr so jung ist.



Grüsse in deinen Tag,
San.

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Miro
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2010

Werke: 34
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Hi Sandelholz,

danke für die engagierte Kritik!

bezüglich Titel:
ich dachte, der wäre, was gefordert.

-> "Escort" - kurz und klar ?!
oder doch langweilig und zu wenig interessierend ??

... tja: so kann man sich vertun.

... Es war die Begegnung und Geschichte einer Beziehung, dieser Geschichte nahe angelehnt, wovon ich es in meinem Nachtdienst geschrieben habe.

"Plaisir d'amour" war mir zu kostbar, um es in die Liste als Titel zu setzen. Habe den Text von Jean-Pierre Claris de Florian und dessen Vertonung von Paul A. Schwarzendorf lange bearbeitet und interpretiert.(Das ist aber nicht Thema hier.)

Escort: sie kam zu mir, hat es mir erzählt und am Ende war sie frei und ich gefangen in dieser Geschichte.

Wie gerne wäre ich genau er: Thi gewesen oder geworden!
Aber Generationen lagen zwischen uns und Welten sowieso.

Da bleibt einem nur noch, eine Geschichte zu schreiben.
Oder bleibt doch etwas mehr?

Gefühlt für mich - da bleibt mehr.
Auch deshalb habe ich diese Gschichte geschrieben!

Wie gerne hätte ich sie getröstet und geliebt!

LG

Miro

__________________
Es mag bessere Zeiten geben, aber dies ist die unsere (J.P.S.)

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