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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Eva Hermann und der Nationalsozialismus
Eingestellt am 11. 09. 2007 22:13


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dubidu
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Die zur Zeit ber├╝hmteste Blondine Deutschlands hat mit ihren Ansichten zum Thema "Familie und Kinder unter dem Hakenkreuz" viel Staub aufgewirbelt.

Ihrer Ansicht nach war nicht alles faul im Hitlerstaate, zumindest die Familienpolitik habe auch Positives bewirkt.

Lassen wir mal die Emotionen beiseite und n├Ąhern wir uns der Problematik aus der Perspektive der Logik. Und schon begeben wir uns in ein Dilemma, das eine Argumentation gegen Eva Hermans Thesen angreifbar machen k├Ânnte.

Denn es folgt nicht immer aus "schlechten" oder menschenverachtenden Motiven etwas Schlechtes. Manchmal kommt sogar etwas Gutes dabei heraus.

Wir k├Ânnten folgende Beispiele diskutieren:

Aus der Umsetzung der Pl├Ąne aus der Weimarer Zeit wurden Autobahnen gebaut, die dem kriegerischen Nachschub dienen sollten.
Ergebnis: der zunehmende Mobilit├Ątsdrang der Deutschen konnte nach dem Krieg rasch befriedigt werden.

Durch Zwangsma├čnahmen, z.B. Steigerung der (Waffen)Produktion und Druck auf die Notenpresse wurden viele Arbeitskr├Ąfte ben├Âtigt und die Wirtschaft zu g├╝nstigen Konditionen mit Geld versorgt.
Ergebnis: Vollbesch├Ąftigung (wenn auch nur auf sehr wackligen Boden und zeitlich bis zum Endsieg oder bis zur Katastrophe begrenzt).

Aufgrund der Zwangsbewirtschaftung im Hitlerstaat hat sich zum Ende hin ein Planungsinstrument etabliert, aus dem nach dem 2. Weltkrieg sich das Controlling als Planungs- Steuerungs- und Kontrollsystem f├╝r Unternehmen entwickelt hat.

Ich denke, wir sollten schon anerkennen, dass sich aus dem Schlechten etwas Gutes entwickeln kann. Stellen wir das infrage, machen wir uns unglaubw├╝rdig und haben in der Diskussion mit der Rechten schon verloren. Wir m├╝ssen sie packen, wo es wehtut, indem wir wie folgt argumentieren:

(Kurzfristige) Erfolge, wenn auch aus niederen Motiven, waren m├Âglich, weil die Diktatur des Rassenwahns und der Kriegspolitik eine unmenschliche diktatorische Kraft (eine sicht- und sp├╝rbare Faust) entwickeln konnte.

Eine diktatorische Gleichschaltung aller staatlichen Gewalten konnte (kurzfristig) zum wirtschaftlichen (Schein)Erfolg f├╝hren.

Das k├Ânnen wir nicht infrage stellen.

Allerdings frage ich nun, welchen Preis unsere Eltern und Gro├čeltern und viele andere Menschen daf├╝r bezahlt haben.

Die W├╝rde des Menschen wurde mit verdreckten Kampfstiefeln getreten und mehr als 6 Millionen brutal ermordete Juden und mehr als 35 Millionen Kriegsopfer mussten die Zeche bezahlen.

In diesem Zusammenhang erscheinen die (kurzfristigen) Erfolge wie ein Fliegenschiss.
__________________
Die Tollk├╝hnheit des Schreibers und sein spontanes Bed├╝rfnis nach Wahrheit m├╝ssen allemal gr├Â├čer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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Duisburger
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Mensch, Dubidu, das hast du dich verrannt im ersten Teil. Deine Beispiele kann man allesamt widerlegen oder relativieren.

-ein guter Teil der unter Hitler (nicht der Weimarer Republik) war nach dem Krieg auf annektierten Boden (oder sp├Ąter auf DDR-Gebiet) und dort wie hier durch Luftangriffe schwer besch├Ądigt. Viele dieser Autobahnen sind nach milit├Ąrischen Gesichtspunkten gebaut worden und f├╝hrten oft dahin, wo nun keine mehr gebraucht wurden.

-warum Vollbesch├Ąftigung eine Zwangsma├čnahme ist, musst du mir mal erkl├Ąren. Die sog. Vollbesch├Ąftigung wurde durch Taschenspielertricks erreicht und propagandistisch ausgenutzt.

quote:
Ich denke, wir sollten schon anerkennen, dass sich aus dem Schlechten etwas Gutes entwickeln kann.
Da stimme ich zu. Und keiner der Kritiker von Eva Hermann hat das Gegenteil behauptet. Du hast hier die falschen Beispiele angef├╝hrt. Das einfachste hast du einfach unterschlagen.
Krieg ist immer schon Motor f├╝r ein gesteigertes Erfinder- und Entwicklertum gewesen. Unter dem Druck des Krieges wurden Techniken entwickelt, die in Friedenszeiten sehr viel l├Ąnger f├╝r ihre Realisierung gebraucht h├Ątten. Davon haben die Menschen nach den Kriegen profitiert.
quote:
(Kurzfristige) Erfolge, wenn auch aus niederen Motiven, waren m├Âglich, weil die Diktatur des Rassenwahns und der Kriegspolitik eine unmenschliche diktatorische Kraft (eine sicht- und sp├╝rbare Faust) entwickeln konnte.
Das war auch in den demokratischen Staaten so, die gegen Hitler gek├Ąmpft haben.

Du greifst unabsichtlich hier leider die Propagandaspr├╝che der ewig gestrigen auf, die allesamt zu widerlegen sind. Das ist nicht so sch├Ân.
quote:
Allerdings frage ich nun, welchen Preis unsere Eltern und Gro├čeltern und viele andere Menschen daf├╝r bezahlt haben.

Die W├╝rde des Menschen wurde mit verdreckten Kampfstiefeln getreten und mehr als 6 Millionen brutal ermordete Juden und mehr als 35 Millionen Kriegsopfer mussten die Zeche bezahlen.

In diesem Zusammenhang erscheinen die (kurzfristigen) Erfolge wie ein Fliegenschiss.
Gut gebr├╝llt, L├Âwe. Wo ist nun aber der Bezug zu Eva und noch wichtiger:
Deine Aussage, dein Statement in Bezug auf Eva? Hier hast du dich von der Einleitung meilenweit entfernt.

lg
Duisburger

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Unter den Kastraten ist der eineiige K├Ânig (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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dubidu
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Liebe Kollegen,
danke f├╝r eure Kommentare.

Lieber Duisburger,
ich meine nicht, dass ich mich verrannt habe, denn ich habe diese Meinungen zur Diskussion gestellt.

Und du hast diese "Meinungen", die zur Diskussion gestellt wurden, dann auch diskutiert. Insofern stimmt doch alles!

"Zwangsma├čnahmen" kann ich gerne erkl├Ąren. Zum einen der Druck auf die Reichsbank, die Notenpresse anzuwerfen und eifrig Geldnoten zu drucken. Zus├Ątzlich wurde f├╝r bestimmte Waren ein H├Âchstpreis angesetzt, um eine m├Âgliche Inflation zu verhindern (daf├╝r gab es dann eine versteckte). Zum anderen wurden zwangsweise Industrieunternehmen immer mehr auf die Produktion von Kriegsmaterial umgestellt.

Was den Punkt Kritiker von E.H. deiner Kritik anbelangt, denke ich - ja, das h├Ątte ich besser nochmals erw├Ąhnen sollen:

Die Kritiker von Eva Herman meinen in aller Regel, dass ├Âffentliche Personen es unterlassen sollten, ein "Produkt" des Unrechtsstaates positiv darzustellen.

Ich meine, dass wir bestimmte (kurzfristigen) Erfolge analysieren m├╝ssen, nicht grunds├Ątzlich alles verdammen sollten, anerkennen m├╝ssen, dass aus dem B├Âsen Gutes entstehen kann, allerdings uns dann fragen, um welchen Preis das Gute entstanden ist.

Gru├č
das dubidu




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RAFAEL SELIGMANN

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Bad Rabbit
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Was ich schon immer mal wissen wollte: Sind Juden staatenlos? Man spricht immer von ermordeten Juden, dabei waren das gr├Âsstenteil auch Deutsche. Die Nazis haben ihr eigenes Volk abgeschlachtet.....oder waren es doch "nur" Juden?

Zum Text:
Idee ok, aber der Pro-Contra-Ansatz ist schlecht ausgearbeitet. Es fehlt f├╝r beide Seiten eine tiefgehende Recherche, so dass sich der Leser auf oberf├Ąchliche Allgemeinposten verlassen muss.
Auf dieser Grundlage sollte man sich keine Meinung bilden, wozu aber der Text in seinem Stil ermutigt.
Und: Wenn man ein Thema so behandelt, dann muss man sich mit beiden Seiten v├Âllig objektiv besch├Ąftigen, und erst am Ende ein Fazit ziehen. Das ist hier aber nicht geschehen, da eine Seite wesentlich schlechter behandelt wird.

__________________
Ein Wolf im Schafspelz bleibt trotzdem ein Wolf.

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