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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Ewig Dein - Daniel Glattauers Reise in die Abgründe von kranken Beziehungsmustern
Eingestellt am 09. 02. 2012 10:41


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Winfried Stanzick
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2011

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Rezension zu:

Daniel Glattauer, Ewig Dein, Deuticke 2012, ISBN 978-3-552-06181-1

Mit seinen beiden E-Mail Romanen „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ erreichte der Schriftsteller Daniel Glattauer jeweils ein Millionenpublikum und setzte in der Sparte Liebesroman ganz neue Akzente, jenseits vom üblichen Kitsch.

Wenn man den Titel seines neuen Romans „Ewig Dein“ liest, dann weiß man, es geht sicher weiter mit dem Thema Liebe und Beziehung. Er erinnert ein wenig an die Bücher von Nicholas Sparks und so geht man gespannt in die ersten Seiten. Keine Emails dieses Mal, sondern die Geschichte einer Frau. Judith, Besitzerin eines kleinen von ihrem verstorbenen Vater ererbten Lampengeschäfts ist Mitte dreißig und trotz etlicher Beziehungen, die sie hatte, immer noch Single. Ähnlich wie so viele andere genießt sie diesen freien und selbstbestimmten Zustand auf der einen Seite. Andererseits sehnt sie sich nach Geborgenheit und liebevoller Aufmerksamkeit, nach einem Mann, der sie verwöhnen kann.

In ihrem Lampengeschäft arbeitet eine jugendliche Auszubildende namens Bianca, die im Verlauf des Romans von einer Nebenrolle zu einer tragenden Rolle wechseln wird. Eines Tages steigt Judith beim Einkaufen im Supermarkt ein Mann auf die Fersen. Er ist höflich und entschuldigt sich, Judith findet ihn durchaus nett. Als er aber kurz darauf in ihrem Geschäft auftaucht, hatte sie ihn schon fast vergessen.

Doch der Mann hat sie nicht aus dem Kopf bekommen und – soviel sei verraten- er wird dies bis zum überraschenden Ende dieses Buches nicht können. Er heißt Hannes, ist ledig, um die vierzig und arbeitet als Architekt. Er überschlägt sich fast mit Aufmerksamkeiten und Liebesbezeugungen für die von ihm angehimmelte Judith. Die wiederum fühlt sich geschmeichelt, endlich einmal wahrgenommen und begehrt, wenn auch der Sex mit Hannes nur Durchschnitt bleibt. Doch darauf kommt es ihr nicht so sehr an. Ihm auch nicht, wie sich später herausstellen wird.

Hannes ist da, immer und überall. Er hat seine angebetete Judith im Blick, kaum kann er Distanz aushalten. Die aber ersehnt sich Judith mit jeder weiteren Woche ihrer doch ziemlich ungleichen Beziehung mehr. Als sie vorsichtig versucht, das Hannes klar zu machen, wird Judith, mehr aber noch dem Leser, sehr schnell deutlich, was sich hinter seiner freundlichen Fassade verbirgt, Und der ganze Roman entwickelt sich zu einer spannenden, mit teilweise überraschenden Effekten aufwartenden Stalkergeschichte, die mit Liebe nur wenig zu tun hat.

Daniel Glattauer führt mit einer lockeren Sprache seine Leser in die Abgründe von kranken Beziehungsmustern.



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