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Leselupe.de > Fremdsprachiges und MundART (L)
Experimentum Crucis
Eingestellt am 16. 04. 2017 13:31


Autor
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HerbertH
???
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Lux coelorum coloribus super Golgatham fracta
Experimentum Crucis in perpetuum

Das Licht der Himmel in alle Farben ├╝ber Golgatha gebrochen
Experimentum Crucis f├╝r immer

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HerbertH
???
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Zum Verst├Ąndnis ist auch folgendes hilfreich:
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Mondnein
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Gr├╝├čDich, HerbertH!

Tiefgr├╝ndig, reichhaltig, unendlich bedenkenswert.

Den Ausdruck "Experimentum crucis" kannte ich nicht, hab also den englischen Wiki-Artikel gelesen, mit dem Newton-Beispiel.

Entschuldige, da├č ich mit der Form anfange, das soll den Inhalt nicht mi├čachten:

Ein (klassischer) Hexameter ist es nicht, da er nicht die L├Ąngen und K├╝rzen daktylisch und spondeisch setzt. Und der zweite Vers ist auch kein Pentameter.
Ich kennzeichne die langen (auch die positionslangen) Silben blau:

quote:
Lux coelorum coloribus super Golgatham fracta
Experimentum Crucis in perpetuum
Ich vermute, Du liest es einfach "iktisch", wie es seit dem Mittelalter ├╝blich ist (iktisch betonte blau):
quote:
Lux coelorum coloribus super Golgatham fracta
Experimentum Crucis in perpetuum


Was mich "endlos" nachdenken macht, ist schon die Frage, was durch dieses "Experiment" bewiesen und was widerlegt wird.

Wobei die Schl├╝sselbegriffe "lux coelorum" (f├╝r Christus) und "crux" ein wenig quer dazu stehen, weil sie durch "Golgatha" auf die Passion bezogen werden, also nicht blo├č das Newtonsche Lichtexperiment meinen, und die Sache verkomplizieren -
und andererseits (oder eher zus├Ątzlich), in einer weiteren Imagination, einer Metaebene zum urspr├╝nglichen regenbogenbunten Himmelslicht - sehe ich so etwas wie die Analogien des geometrischen Strahlensatzes vor mir: Die Strahlen von einem Parallelpaar geschnitten. Aber das ist nat├╝rlich nicht die urspr├╝ngliche Imaginationsmetapher des bunten Himmels, die einem ein Morgen- oder Abendrot vormalt.

grusz, hansz


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sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Lieber Hansz,

als Hexameter oder Distichon war das Ganze nie gedacht. Was icb am Lateinischen sch├Ątze, ist die M├Âglichkeit, sehr knapp und auf den Punkt, also inh├Ąrent verdichtet Ideen und Gedanken auszudr├╝cken.

Ausserdem bot sich diese Sprache hier an, weil der Begriff Experimentum Crucis ja Latein ist.

Die Idee zu diesem Gedicht ist mir zu Ostern gekommen, weil einerseits das Kreuz und das Licht zur Passion geh├Âren, Newtons Experiment um die Untersuchung von Licht geht, und das urspr├╝ngliche Verst├Ąndnis, ein Experiment k├Ânne eine Theorie beweisen, heutzutage eher bestritten wird.

Hier boten sich so viele Gemeinsamkeiten, dass sich das Thema geradezu aufdr├Ąngte.

F├╝r mich beleuchtet das Fragen zu einem dieser Themen das andere, wirft dort neues Fragen auf und bringt auf neue Gedanken, z.B. inwieweit man der wissenschaftlichen Methodik Glauben schenken kann, ob dort ├ťberzeugungen die Rolle von Glaubenss├Ątzen haben, ob sich religi├Âse und wissenschaftliche Wege zum Verst├Ąndnis der Welt und des Lebens ausschliessen oder erg├Ąnzen, welche Rolle Religion heute spielt und fr├╝her spielte, oder die Frage, ob das Experiment Gottes, die Welt durch die Opferung seines Sohnes die Menschen zu erl├Âsen, aus seiner Sicht - oder unserer - erfolgreich war.

Das ist auch in der Frage der ├ťbersetzung indirekt enthalten, fracta kann man mit gebrochen oder zerbrochen ├╝bersetzen, und lux coelorum als beschreibend oder im ├╝bertragenen oder symbolischen Sinne verstehen.

Danke f├╝r Deine Gedanken zu diesem Gedankengedicht. insbesondere ist Strahlensatz im Zusammenhang mit diesem Gedicht eine sehr sinnreiche Verdichtung.

Herzliche Gr├╝├če
Herbert
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