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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Expressionistische Lyrik
Eingestellt am 16. 06. 2016 10:15


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Pupuze
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2003

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Der Dichter und der Henker

Warum noch schreiben, darum schreiben. Die onanistische Schreibmaschine von Conroy Maddox, jede Taste ein schmerz, schreiben bis die Finger bluten, schreiben, bis nichts mehr geht, Masochismus, Nihilismus danach. Kotzen bis der Magen sich umdreht, danach ab in die Waschmaschine und es wird wieder alles rein, sauber.
Die Sonne scheint, und die Fische springen, deine Mutter ist sch├Ân, und dein Vater ist reich, so reich Baby, donÔÇÖt cryÔÇŽ Erinnerung an das Vergessen, Erinnern und Vergessen, Vergessen zu erinnern, so ├Ąhnlich, in der Stadt schreien die Kinder, ein Vogel schwebt ├╝ber den Wolken, tr├Ąumen, alles nur tr├Ąumen. Eine Maskerade, Karneval, Pappnasen ├╝berall, Hellau und Allaf, weine nicht kleine Maus, die Puppe ist weg, es ist gar Abend, mach doch die Suppe hei├č, verbrenne Dich nicht beim Essen, puste, puste gut. Deine Zunge ist in zwei geteilt, die eine l├╝gt die andere leckt. Metamorphose, Schmetterling, ein voller Bauch, da ist kaum noch Platz. So sei doch um Himmelswillen laut, schrei Kind, an der Haltestelle, die Busse streiken wieder, der letzte ist auch schon fort.
Ein Baum in Knospen, die Freude ist gro├č, Fr├╝hling ist die Lust, schreien und lachen, Gott war das sch├Ân, das Schreiben, das Tun, streicheln den Punkt, Gott, bist Du gut. Taschen voller Geld, keine Liebe in Sicht, ein Schiff in der Ferne, und wer kommt? Dicke Titten und eine rasierte Vagina treffen sich in der Mitte, und sprechen ├╝ber Gott und auch ├╝ber den Teufel. Der Greis, fast kahl am Kopf, geneigt das Haupt, geht die Stra├če entlang, Gnade, Gnade und der Tod kommt auch bald. Fanfaren zur Hilfe, es brennt die Zigarette, die letzte ist doch ausgedr├╝ckt, das Fleisch ist kalt, warten, warten, dann kocht die Mutter die Suppe, da ist auch Fleisch drin. Freude war und doch nicht wahr, nicht zum Anfassen, alles Replikate, von wen nur? Alsbald wird es wahr, die Welt dreht sich auch so, die Sonne scheint, der Regen kommt, die Wolken schwenken ihren Hut, Adieu, es war sch├Ân mit Euch, sagt die schwarze Katze und leckt sich die Pfoten.

Mein ist die Sprache, mein ist Kunst, mein ist der Wein, mein istÔÇŽ ach es sind so viele, es flie├čt der Main, unergr├╝ndlich zum Rhein, die Stadt ist immer noch da, sch├Ân nicht aber sie ist da. Kalt ist das Fleisch in tausend St├╝cke zerhackt, warte, warte auch zu dir kommt der Hamann, oder so ├Ąhnlich, mit seinem Hackebeilchen, warte noch, noch ein Weilchen. Der Flieder bl├╝ht bald in seinen G├Ąrten, auch die Blumen in Mutters G├Ąrten, so sch├Ân doch, Hortensien, so sch├Ân, Friedhofsblumen hierzulande, sie wachsen doch nur im Schatten. Mamas Kind weine nicht, Fliegen ist sch├Ân, sagt die Schwalbe und fliegt doch nur bei gutem Wetter, an der Mauer entlang, in der ber├╝hmten Stadt. Der Dichter macht einen Spaziergang, nimmt den Waldweg, an der Schneise trinkt er ein Bier, r├╝lpst laut und sagt, Gott Erhalts, zieht den Roch hoch, Spazierstock und Gretchen, du hast die Milch versch├╝ttet, so b├Âses Kind, ich schick dir den Teufel an den Rock.

Onanie, Onanie, welche ein Wonne mit dir, schreibe mir bald, du Heiland, schreibt der Dichter in seiner Kladde, zieht die Schuhe aus, l├Ąuft barfu├č aufs Moos, so gr├╝n, es sind alles Geldscheine, Dollarnoten, Geld in der Taschen, Handbillard, nichts mehr. Ein Schiff in der Ferne, bald Hortensie, Maigl├Âckchen, Vergissmeinnicht, Veilchen, Butterblumen, bald seid ihr dran, alle Mann an Bord, Captain Ahab wartet nicht, auf und davon. Der wei├če Waal schwimmt dort, so sch├Ân, so m├Ąchtig, ach ihr Habenichte, kommt her und leckt mir die F├╝├če, ich der Gro├če Magier, und but but but ihr H├╝hner, gackert nicht allzu sehr, ich fick Euch mit der M├Âhre. Zufrieden sind die Besitzlosen, die Lumpen dieser Welt, die Trinker an der Ecke, die Frau mit zerfurchtem Gesicht, der Mann mit Gicht, die Flasche kann er halten und die Kippe noch, an der Trinkhalle.

Ach G├Âtter, schreibt der Dichter, l├╝ftet seinen Rock, es ist ein wenig licht, der Wald, ach seufzt, er warum der ganze Schabernack, ich habe doch gedacht, alles hat ein Ende. Nein antwortet der andere, es gibt doch bekanntlich die Wurst, gemacht aus Fleische der Sau und ihres Blutes, die hat doch bekanntlich zwei. Und so zieht der Dichter fort, l├╝ftet den Hut, steckt in die Tasche die Puppe, den Lumpen und die Habenichte, den Schwalben und die Wolken, das Moos und die Fotos, zieht umher, humpelnd und grummelnd, war mal wieder nichts, alles f├╝r die Katz und Kladde.
__________________
Pupuze Berber

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revilo
???
Registriert: Nov 2008

Werke: 85
Kommentare: 7249
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Zuerst liest es sich ganz gut....dann wird es aber sehr eint├Ânig und ein wenig gek├╝nstelt, weil einfach nix passiert und nur Worth├╝lse an Worth├╝lse gereiht wird....das finde ich schade, weil der Text recht gute Ans├Ątze hat....ich empfehle eine radikale K├╝rzung, weil du ansonsten den Leser langweilst...
LG revilo
__________________
Manch mal wei├č ich nicht
ob der Tag anbricht oder
ausbricht (revilo)

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Pupuze
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2003

Werke: 8
Kommentare: 6
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Danke f├╝r das Feedback. Wenn das Gedicht so ankommt, wie von dir beschrieben, dann ist es genau richtig. Denn es soll eben das vermitteln, dass sehr oft jegliches Bem├╝hen zu nichts f├╝hrt, und am Ende alles f├╝r die Katz ist.


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Pupuze Berber

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Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 629
Kommentare: 4230
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experimentelle gedichte / sie leben von experimenten / der leser mit dem was ...

Liebes Pupuze!
Was umsonst (im Sinne von ergebnislos, unfruchtbar) und f├╝r die Katz ist, lohnt die Ver├Âffentlichung oder Mitteilung nicht.
Wenn Dichtung schon die konzentrierteste Form der Textkunst ist, dann gilt das f├╝r die Dichtung in besonderer Weise.

Nun kann die "Kunst" eben darin bestehen, bei aller Konzentration noch "locker" zu springen, zu tanzen, zu flie├čen, also: sich nicht zu verkrampfen. Aber wenn einem nichts einf├Ąllt, dann sollte man sich besser um seine Kinder, Balkonpflanzen, Arbeit und Zeitung k├╝mmern, oder ein scharfes Mathematikbuch lesen, oder spazierengehen. Gedichteschreiben ist dann nicht angesagt. Eher Briefe, Tagebuch oder Fremdsprachlern├╝bungen.

Man kann ja auch einen neuen Schreibtisch kaufen gehen, einen mit gr├Â├čeren Schubladen, wo der ganze Schrieb reinpa├čt, der nicht im virtuellen Raum verclouduliert ist.


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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