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Leselupe.de > Kurzgeschichten
FREMDES BLUT
Eingestellt am 11. 08. 2000 00:00


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Phylthia
Hobbydichter
Registriert: Aug 2000

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FREMDES BLUT
Er taumelte in die H√∂he und konnte sich gerade noch an einem Gitter festhalten, bevor er wieder zu Boden krachte. Blut spritzte bei seinen fahrigen Bewegungen auf und hinterlie√ü dunkle Spritzer auf seiner hellen Hose. Unheimlich hallten die Ger√§usche durch die riesige, leere Halle. Er keuchte schmerzerf√ľllt auf, als sich etwas kaltes, metallenes in seine Handfl√§che bohrte. Er wollte loslassen, doch damit beraubte er sich selbst jeden Halts. Dieses Mal gelang es ihm nicht, den Sturz zu verhindern, er landete hart auf seiner rechten Schulter. Das Blut, das den Boden bedeckte, benetzte nun auch sein Gesicht... seine Augen... seine Lippen... seine Wangen... Es rann langsam √ľber seine Finger und sickerte durch seine Kleidung. Er fuhr in die H√∂he, um der Feuchtigkeit zu entkommen, doch er hatte vergessen, dass er nicht besonders standfest war. Ihm schwindelte und er torkelte einige Schritte weiter, bis er gegen einen Metallpfeiler stie√ü. Bevor er wieder auf den blutbedeckten Boden fallen konnte, klammerte er sich daran fest und wartete, bis die wabernden Schatten vor seinen Augen verschwunden waren. In seinem ganzen K√∂rper tobte der Schmerz, raste von seinen Fingerspitzen durch seinen Magen bis in seine F√ľ√üe. Jeder Atemzug brannte wie Feuer in seinen Lungen. Etwas lief unangenehm in seine Augen, und er wischte es weg. Als er auf seine H√§nde blickte, sah er das Blut wieder. √úberall an ihm war es, klebte es. Es verunreinigte seinen K√∂rper, seine Seele. Er √∂ffnete den Mund zu einem Schrei, doch kein Laut kam √ľber seine Lippen, nur der feurige Schmerz wurde schlimmer. Er lie√ü die S√§ule los und stolperte weiter, wohin war ihm egal. √úberall war Blut, er konnte dem Blut nicht entkommen... Es war nicht das seine, es war fremdes Blut... Fremdes Blut... Atemlos blieb er stehen, w√§hrend eine innere Stimme ihm zurief, er solle weiter laufen... laufen... laufen... fort... von diesem fremden Blut... Wieder schrie er...
Mit einem Schrei fuhr er in die H√∂he. Die Klauen des Alptraums lie√üen beinahe sofort von ihm ab, aber eben nur beinahe... Undurchdringliche, stickige Dunkelheit war um ihn herum. Es dauerte eine Weile, bis seine Augen die Finsternis durchdrangen. Sein Blick suchte den Wecker auf seinem Nachttisch. Die beruhigend gew√∂hnlich aussehenden, gr√ľnen Ziffern leuchteten 3:47 in den Raum. Er seufzte leise auf und ignorierte den stechenden Schmerz in seiner Brust. M√ľdigkeit ergriff ihn wieder und er wischte sich mit der feuchten Hand durchs Gesicht, dann legte er sich wieder zur√ľck. Als er erneut einschlief, verunstalteten die roten Blutspuren auf seinen Wangen den Frieden, der sich auf seinen Z√ľgen ausbreitete.


(√úbernommen aus der 'Alten Leselupe'.
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