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Leselupe.de > Gereimtes
Fakt
Eingestellt am 24. 07. 2010 11:08


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Patrick
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2006

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Fakt

Wo du bist, das wei├č ich nicht,
ob nah oder ganz fern,
du bist die Dunkelheit, das Licht,
mein Untergang, mein Stern.

Du hast die Macht, die keiner hat,
nur du bist sicher, ganz gewiss,
du entrei├čt des Astes welkes Blatt,
du bist die F├╝gung und der Riss.

In Zeiten heut, die niemand liebt,
ein jeder m├Âcht vergessen,
das Gute ist, dass es dich gibt,
du bist der Ma├čstab, du wirst messen.

Wo du bist, das wei├č ich nicht,
du machst uns alle gleich,
niemand kennt dein Angesicht,
du machst uns arm und machst uns reich.

Du stehst am Ende, unsichtbar,
ein jeder will verdr├Ąngen,
und dennoch bist du immer da,
wenn du uns k├╝sst, wirst du uns h├Ąngen.
__________________
Viel Spa├č beim Lesen und Schreiben!

Liebe Gr├╝├če - Patrick

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Pelikan
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, Patrick, ich denke dass dies hier ein Gedicht
an Gott ist (Gott, wie man es immer auch verstehen mag)
Es ist schwer etwas dazu zu sagen, denn dieses Gedicht klingt
so sicher, so "wissend" - so gl├Ąubig. Ich kann nicht behaupten g├Ąnzlich ungl├Ąubig zu sein, doch ist es bei mir eher eine Art "Ahnung" in diese Richtung. Schon Dein Titel spricht von Tatsachen, die ich mir nie zutrauen w├╝rde zu behaupten, daher wei├č ich nicht ob ich mich hier ├╝berhaupt ├Ąu├čern sollte. Dennoch zieht mich Dein Gedicht irgendwie an.
Die letzte Strophe allerdings w├╝rde ich eher auf den Tod
beziehen - wenn der uns k├╝sst,h├Ąngt er uns in jedem Falle.
Unsichtbar ist er, ein jeder m├Âchte ihn verdr├Ąngen und da ist er auch ├╝berall. Zur zweiten Strophe, letzte Zeile, h├Ątte ich eine Frage: Meinst Du F├╝gung, oder F├╝llung, zweiteres als
Gegenst├╝ck zum Riss? Zur dritten Strophe h├Ątte ich auch eine Frage: Woher wei├čt Du, dass die Zeiten heut niemand liebt
und jeder sie vergessen m├Âchte? Vor allem woher willst Du wissen, dass es JEDER tut? Ob man dieses Gedicht nun verbessern k├Ânnte/sollte, oder ob es so gut ist wie es ist,
dazu kann ich eigentlich so gut wie nichts sagen, weil ich noch nichtmal wei├č, ob ich es einigerma├čen richtig verstehe.
Vielleicht sagen jedoch andere etwas Kluges dazu und es erschlie├čt sich mir danach besser.

Bis dato erstmal herzliche Gr├╝├če, Pelikan

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Patrick
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2006

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Hallo Pelikan,

vielen lieben Dank f├╝r deine Antwort.

Mein Gedicht handelt tats├Ąchlich, wie du es mit der letzten Strophe vermutet hast, vom Tod. Daher habe ich es mir erlaubt, das Gedicht "Fakt" zu nennen.

In der zweiten Strophe hei├čt es "F├╝gung". Damit meine ich die vielen kleinen und gro├čen Ereignisse und Begegnunen des Lebens, die, wenn man sie r├╝ckwirkend betrachtet, einen Sinn (oder ein Bild / eine Geschichte) ergeben. Der Riss hebt diese vermutlich auf. Wir wissen ja nicht wirklich, wie es weiter geht...

Die dritte Strophe ist sicherlich etwas provokant, denn ich m├Âchte es mir nicht anma├čen, alle unter einen Kamm zu scheren. Leider ├╝bert├Ânen jedoch meist die Schreckensberichte, Klagen und Zukunfts├Ąngste die positiven Nachrichten und Perspektiven, die es auch in schwierigen Zeiten gibt.

Viele liebe Gr├╝├če

Patrick
__________________
Viel Spa├č beim Lesen und Schreiben!

Liebe Gr├╝├če - Patrick

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Pelikan
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, Patrick, jetzt verstehe ich den Titel - nicht um Gott geht es, sondern um den Tod. Dann passt er nat├╝rlich!
Zu ein paar Zeilen h├Ątte ich noch Fragen:

1.)
du bist die Dunkelheit, das Licht,
mein Untergang, mein Stern.


"Licht und Stern" meinst Du doch sicher im Sinne des Glaubens?
Im Sinne eines Weiterlebens, sonst k├Ânnte es doch kein Licht sein?

2.)
du machst uns arm und machst uns reich.

Ist obiges auch wieder im Sinne des Glaubens? Tod und reich
machen? Im irdischen Sinne kann ich kein "uns reich machen"
finden.


Alles in allem jedoch gef├Ąllt mir die letzte Strophe am besten. Sie ist f├╝r mich alleine schon ein Gedicht:



Du stehst am Ende, unsichtbar,
ein jeder will verdr├Ąngen,
und dennoch bist du immer da,
wenn du uns k├╝sst, wirst du uns h├Ąngen.



mit herzlichen Gr├╝├čen, Pelikan







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Patrick
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2006

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Hallo Pelikan,

die Gegens├Ątze haben zwei Bedeutungen:

Erstens wissen wir nicht, was mit dem Tod kommt, ob das Leben einfach vorbei ist oder es irgendwie weitergeht. Ich habe B├╝cher ├╝ber Nahtoderfahrungen gelesen, also Berichte von Menschen, die dem Tod von der Schippe gesprungen sind, und hierbei wird immer wieder ein sehr intensives Licht erw├Ąhnt. Dunkelheit nat├╝rlich im Sinne von Trauer, die wir beim Tod empfinden. Das Ende eines Lebens, der Verlust eines Menschen, die Farbe schwarz etc.

Die zweite Bedeutung aus der Sicht eines Melancholikers, der ├╝ber den Freitod nachdenkt und hiermit meint, alle Probleme l├Âsen zu k├Ânnen. Er glaubt, die Dunkelheit (die Depression) ist mit dem Tod verschwunden (das Licht als Erl├Âsung). Vergleichbar mit mein Untergang, mein Stern.

Mit arm und reich ist es ebenso. Der Tod nimmt uns das Leben und alles was daran h├Ąngt, leitet aber auch eine neue Phase ein, egal wie diese aussieht, und vollendet unser Leben, das mit der Geburt begann. Reich auch aus Sicht des Melancholikers, der sein schweres Paket an Sorgen mit dem Tod zu verlieren meint.

Es freut mich, dass dir die letzte Strophe gefallen hat.

Liebe Gr├╝├če

Patrick
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Viel Spa├č beim Lesen und Schreiben!

Liebe Gr├╝├če - Patrick

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Ysha
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Registriert: May 2010

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Hallo Patrick,

mir gef├Ąllt Dein Gedicht gut, inhaltlich und vom Rhythmus her. Nur an einer Stelle bleibe ich bez├╝glich des Rhythmus h├Ąngen, da ist nach meinem Empfinden der Fluss gest├Ârt - vielleicht liegt es auch an den vielen s-Lauten:

quote:
Du hast die Macht, die keiner hat,
nur du bist sicher, ganz gewiss,
du entrei├čt des Astes welkes Blatt,
du bist die F├╝gung und der Riss.


Ein Vorschlag, wie es anders sein k├Ânnte:

Du hast die Macht, die keiner hat,
nur du bist sicher, ganz gewiss,
entrei├čt dem Ast das welke Blatt
du bist die F├╝gung und der Riss.

Aber,wie gesagt, Dein Text gef├Ąllt mir - gerade weil er den Tod nicht nur bedrohlich und als Feind darstellt.

Liebe Gr├╝├če von Ysha




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Patrick
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Registriert: Apr 2006

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Hallo Ysha,

es freut mich, dass dir mein Gedicht gefallen hat.

Vielen Dank f├╝r deinen Verbesserungsvorschlag.

Liebe Gr├╝├če

Patrick
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Liebe Gr├╝├če - Patrick

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