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Leselupe.de > Gereimtes
Falsche Falken
Eingestellt am 18. 02. 2003 18:08


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stemo
???
Registriert: Dec 2000

Werke: 64
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Falsche Falken

Falsche Falken

Vom Firmament sich löst eine dunkle Wolke
Raben im Anflug, in den Talaren der Richter
Blind und taub zum Schwarm formiert
Fallen her ĂĽber alles, was Beute wird

Die Tauben besorgt im Gebälk des Friedens
Löchrig ist das Dach der Kompromisse
Auf ihre Verschläge prasseln die Lügen,
dass sich die Balken der Einheit biegen

Schillernd sind die Körner der Täuschung,
die sie den Tauben zum Picken geben
Sich berufend auf Gottes berauschenden Segen
Fiebern die Raben dem Schlachtfeld entgegen

Wenn die Geschichte heute verfälscht wird,
wie falsch wird sie sein in späteren Jahren?
Lauter Geschichten, ein stinkender Stock voll Mist
Die Wahrheit verkennt, wer die Strohhalme frisst!

Die von sich behaupten, scharf und genau zu sehen
Als die berufenen HĂĽter des Himmels, wie die Falken
Rauft euch zusammen, das sind diese Raben
Hört ihr Tauben, macht sie zu Waisenknaben!

__________________
stemo

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stemo
???
Registriert: Dec 2000

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Falsche Leser

Hallo Unbekannte! Mich wĂĽrden noch die BegrĂĽndungen fĂĽr die schlechte Bewertung interessieren.
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stemo

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Holger
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo stemo

Man muss sich schon sehr mit dem Text beschäftigen, um wirklich einsteigen zu können.
Du bleibst nicht konsequent in einem Bild, so dass ich mich immer wieder frage, wer jetzt gemeint ist.
Deshalb bin ich geneigt im Text immer wieder zurĂĽck zu fassen. Das erschwert mir das Lesen.
Dabei hilft mir noch die Strophentrennung. Die mutet sich auf den ersten Blick gut gefĂĽgt an.
Aber die Verse laufen in der Metrik auseinander, was sich wieder hinderlich beim Lesen auswirkt.
Daran ändert auch nicht die etwas zu sehr gewollte Reimform in den jeweiligen dritten und vierten
Zeilen. Da fĂĽhrt dann ein bisschen zu Hilflosigkeit
…. Blind und taub zum Schwarm formiert
Fallen her über alles, was Beute wird….
„Formiert“ und „wird“ ergeben wirklich keine Reim. Wenn überhaupt ist ein sogenannter unechter Reim.
Du strickst Deine SatzfĂĽgungen teilweise recht dicht. Dabei entstehen teils gute Bilder:
….Die Tauben besorgt im Gebälk des Friedens…
und dann verlierst Du den Zusammenhang und machst sofort das Dach löchrig.
Da fehlt z.T. die Logik.
Würdest Du die Verse tauschen, bekämst Du wieder Anschluss zu Zeile 3 und 4

Löchrig ist das Dach der Kompromisse.
Die Tauben sorgen sich im Gebälk des Friedens
Auf ihre Verschläge prasseln die Lügen,
dass sich die Balken der Einheit biegen.

Wobei ich mit Worten wie „Kompromisse“ in Gedichten so meine Probleme haben.
Diese Worte sind unlyrisch und ziehen das ganze gewicht der Zeile auf sich.

Schillernd sind die Körner der Täuschung,
die sie den Tauben zum Picken geben
Sich berufend auf Gottes berauschenden Segen
Fiebern die Raben dem Schlachtfeld entgegen

Wer gibt den Tauben eigentlich diese Körner. Wenn es die Raben sind, was mir wieder erst später klar wird, wie machen die das? Auch fehlt in dieser Strophe der Großteil der Zeichensetzung.
In den letzten beiden Strophen nutzt Du deine Bilder z.T. nur unterschwellig.
Hier hebst Du moralinsauer den Zeigefinger.
Solche Wendungen wie
…Wenn die Geschichte heute verfälscht wird,
wie falsch wird sie sein in späteren Jahren?...
kommen mir zu aufgesetzt daher und brechen auch plötzlich aus Deinem Schema aus.

Was ist ein stinkender Stock voll Mist?
Meinst Du so etwas wie einen Taubenschlag oder einen Adlerhorst. Das ist mir sprachlich zu unsicher.
Ich spĂĽre eine gewisse Wut, aber ich spĂĽre das Gedicht nicht.
… Die Wahrheit verkennt, wer die Strohhalme frisst!...
Du lässt plötzlich Deine „Vogel“-Perspektive weg und zeigst unpersönlich auf den Leser.
Wenn ich die letzte Strophe einmal ins Prosa auflöse, wird mir von Deinem Rundumschlag schwindelig:
Die von sich behaupten, scharf und genau zu sehen als die berufenen Hüter des Himmels, wie die Falken rauft euch zusammen, das sind diese Raben. Hört ihr Tauben, macht sie zu Waisenknaben!

Plötzlich tauchen die Falken auf und ich weiß nicht, was sie sollen.
Was machen hier die, die von sich behaupten, scharf und genau zu sehen als die berufenen HĂĽter des Himmels
Ich kann hier noch nicht einmal einen Hinweis geben, weil mir der Text noch zu verstiegen ist.
Ob Dir das jetzt was bringt, weiß ich nicht. Es ist natürlich bei aller Achtung Deines Engagements meine persönliche Meinung. Sie fällt nicht viel besser aus, als die Bewertungen Deiner anonymen Leser. Wobei ich Dir in dieser Hinsicht Recht gebe.
Eine paar Worte zum Text sollten immer drin sein.

Beste GrĂĽĂźe
Holger

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stemo
???
Registriert: Dec 2000

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Falsche Falken

"Man muss sich schon sehr mit dem Text beschäftigen, um wirklich einsteigen zu können."
Lieber Holger, ja, das ist wahr. Und das ist auch volle Absicht. Ich will verwirren, überraschen, zu denken geben. Ich danke Dir ganz herzlich, dass Du dich mit diesem Text beschäftigt hast. Und tatsächlich muss ich mir nach Deinen Hinweisen auch einige Dinge durch den Kopf gehen lassen. Andererseits denke ich, dass Du Dich zu sehr im Detail verloren hast. Ich arbeitete mit komplexen Bezügen, habe vorausgesetzt, dass einzelne Leser die Querverweise zum nicht minder komplexen Zeitgeschehen automatisch erfassen können. Grundidee dieses Textes war, das gängige Bild von den Falken und den Tauben in der heutigen Kriegsrethorik aufzubrechen, indem ich den Kriebstreibern von heute jegliche "Falkenmajestät" abspreche und sie als das abbilde, was sie in meinen Augen sind, eine miserable "Rabenbande".(Dabei muss ich mich auch vor den Raben entschuldigen für diesen Vergleich) Und da gehören eben die Überlegungen zur Geschichtsverfälschung dazu. Wie auch immer, im Detail stecken vielleicht einige Würmer. Muss mir das noch ein paar mal vorlesen. Das mit dem Reim von "formiert" und "wird" ist eine Krux von Deutsch als Lesesprache, da kommt es nämlich auf den Hintergrunddialekt an, in dem man liest. Abgesehen davon sollen die Reime hier einen ironischen Unterton haben. Mit herzlichen Grüssen!

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stemo

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