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Leselupe.de > Feste Formen
Falscher Glaube - Sonett
Eingestellt am 01. 04. 2012 19:35


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Walther
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Falscher Glaube


Ich hatte falschem Glauben zugeraten:
Der Ausblick auf das Morgen ist Bedrohung.
Tief in der Seele wächst schon die Verrohung,
Im Boden eingebracht sind böse Saaten,

Sie regen sich und wachsen aus zu Taten.
Kein Platz für Innehalten, keine Schonung:
Die Frucht ist Folge und selbst die Entlohnung
Der Wünsche und des Wollens. Das Verraten

Vergisst nicht, sammelt an und fordert ein.
Es wird nie gut und kann nicht heilen, stirbt
Nicht einfach, es hat sieben lange Leben.

Der Götze Goldnes Kalb ist viel zu klein
Für einen Ausgleich: Wer etwas erwirbt,
Ums zu vermehren, dem wird nicht vergeben.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Bernd
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Eine Interpretationsmöglichkeit:
Es ist eine Metapher auf das Bankenwesen, auf das Finanzsystem, die Finanzkrise, mit biblischen Symbolen dargestellt.

Der falsche Glaube: ständige Vermehrung und Vergrößerung des Kapitals. Der Bankberater aber scheitert. Das Goldene Kalb scheitert, dargebracht als Ersatzreligion. Mammon scheitert.
Aber selbst das Christentum scheitert: "Dem wird nicht vergeben". Also scheitert auch die Vergebung, einer der wesentlichsten Neuerungen des Christentums.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Walther
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Lb. Bernd,

Deine Lesart sagt mir durchaus zu. Sie verengt zwar die Aussage ein wenig, zeigt aber die Zielrichtung des Texts auf. Kapitalakkumulation ist in der Tat kein Wert an sich. Schon gar nicht ein solche ohne jede Rücksicht auf andere.

Vergebung, also das Annehmen mit allen Fehlern, kann nur erwarten, wer mehr als das Ich im Blick hat. Es gibt keine Liebe ohne Rücksichtnahme.

Danke für Deine tiefschürfenden Gedanken!

LG W.
__________________
Walther
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Label
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Lieber Walther,

ich bin mir nicht sicher ob ich den richtigen Schlüssel gefunden habe, gleichwohl empfinde ich diese Aussage als klar:

Die zugrunde liegende Motivation WARUM sich Reichtümer bei jemanden anhäufen ist ausschlaggebend.
Wer als Ziel den Reichtum als solchen hat, wird zwangsläufig um dorthin zu kommen Dinge tun, die einer Wiedergutmachung bedürfen, wofür dann der angesammelte Reichtum nicht ausreicht.


An einer Stelle empfinde ich die Aussage ein wenig von hinten durch die Brust ins Auge formuliert:
Die Frucht ist Folge und selbst die Entlohnung
Der Wünsche und des Wollens

klarer nachvollziebar erschiene mir etwas in der Art:
Denn diese Frucht wächst und wird zur Entlohnung
Der Wünsche und des Wollens

Hach Walther, bei deinen Gedichten reicht mir manchmal mein normaler "Arbeitsspeicher" nicht, da muss ich noch das Notstromaggregat zuschalten
So auch bei diesem hier - aber mir gefällt das.

Liebe Grüße
Label
__________________
sie lasen soeben die buchstabenfolge, zensiert nur von eigener meinung

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Walther
Routinierter Autor
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Lb. Label,

klar wird das Bild, wenn Du einmal kurz Fruchtfolge liest. Das wurde evoziert. Dann wird ein Schuh draus. Letztlich ist die Drei- oder Vierfelderwirtschaft ein logisches, stimmiges Verfahren, eins folgt aufs andere, streng nach Ordnung. So auch hier: Wer nur rafft, kann und muß anderen Schaden zufügen.

In der Fruchtfolge ist die Folge selbst die Entlohnung. Erst nach dem Liegenlassen, dem Stickstoffanreicherer (Kleem, Lupinen) folgt der Zehrer, der, auf den alles ausgerichtet ist. Dann kann man einen weiteren Zehrer nachschieben, der aber schon weniger Ertrag bringt.

Du siehst, die alten Bilder tragen durchaus. Wenn man sich ihrer bewußt bleibt. Was ich beschrieben habe? Biologische Landwirtschaft!

Danke für tiefschürfende Gedanken und lobende Worte!

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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