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Leselupe.de > Gereimtes
Falsches Glauben
Eingestellt am 18. 01. 2009 18:44


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Walther
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Falsches Glauben


Am Abend spielt der Wind mit meinen Haaren,
Er zupft an meinem Scheitel. Ruhig Blut!
Es n√ľtzt die Angst nicht weiter, ich brauch Mut,
Wenn’s gilt, die letzte Chance noch zu wahren.

Ich gehe durch den Regen: Es wird gut!
Vorbei an Särgen eile ich, an Bahren,
Die √ľber G√§nge, Stra√üen, Pl√§tze fahren:
Es herrschen blanker Wahn, die Höllenbrut,

Es fallen heiße Bomben, Phosphor pur,
Es donnern die Granaten und Kanonen.
Man hört das Pfeifen, Schreien, Kreischen nur:

Es will nicht mal die Kinder selbst verschonen.
Der Glaube wird zu Mordlust und Tortur,
Wof√ľr soll dieses Leben sich auch lohnen!
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 18. 01. 2009 18:44

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lapismont
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Abgereicherte Literatur ?

Ein √§u√üerst schwacher Text, den ich als fast √§rgerlich erlebe. Inkonsistent, teilweise verkitschende Wirkung aufgrund von Reimzwang, der Text wirkt nicht wirklich "ber√ľhrt", sondern kommt l√§ssig und teilweise sogar komisch daher = themen-unangepasst.

Überschrift eins: "Falscher Glauben" (besser wäre "falscher Glaube" - wobei ein Glaube aus Prinzip nie "falsch" sein kann, da die Kategorien "falsch + richtig" auf Glaube + Ideologien allgemein nicht anwendbar sind, solange man nicht auf derselben Ebene diskutiert, was aber dann jede rationale Diskussion unmöglich macht).

Zweite √úberschrift: "Falsches Glauben" (??? = ist inkonsistent zur √úberschrift eins)

[Am Abend spielt der Wind mit meinen Haaren,
Er zupft an meinem Scheitel. ]

Ruhig "spielt"der Wind und "zupft" schelmisch gar am Scheitelchen ...

[Es n√ľtzt die Angst nicht weiter, ich brauch Mut,
Wenn’s gilt, die letzte Chance noch zu wahren.]

Inkonsistenz: Wenn "die kleine Angst kommt", brauchts halt etwas Mut - dann allerdings gehts pl√∂tzlich um eine (aller-)letzte Chance, die allerdings nicht (verzweifelt, hektisch) "ergriffen" wird oder sowas - sondern schlicht und fast-b√ľrokratisch "gewahrt" werden soll.

[Ich gehe durch den Regen: Es wird gut!]

Der Letzt-Chancler, der eigentlich in Panik sein sollte, "geht" - schlendert offenbar an Särgen usw. vorbei - im Bewusstsein eines peior-level TV-Magazins "Alles wird gut".
Und, man f√ľhlt sich dann sogar zum "Tanz der Vampire" versetzt, denn:

[Vorbei an Särgen eile ich, an Bahren,
Die √ľber G√§nge, Stra√üen, Pl√§tze fahren:]

Särge usw. "fahren", rollern hier also selbständig durch die Gegend

[Es herrschen blanker Wahn, die Höllenbrut,]

mit denen sich der Prot offenbar ja "mutig-ruhig" gut arrangiert, kein Wunder, denn die "Höllenbrut" wird wohl auch aus dem "Tanz der Vampire" stammen.

[Es fallen heiße Bomben, Phosphor pur,]

Eine wirkliche Gemeinheit, die Fallbomben offenbar vorher auch noch heiß zu machen?, und klar regt fallender Phosphor nicht sonderlich auf, denn Pulver von rotem oder schwarzem Phosphor ist ja völlig unbedenklich.

Dass
[Es donnern die Granaten und Kanonen]
auch Granaten "donnern", statt zu explodieren, ist (1) komisch, und (2) scheinbar ein kriegstechnisches Novum, weshalb es hier zu Recht ausdr√ľckliche Erw√§hnung findet.

Die letzte Strophe plakatiert eher halbherzig die Kindertötung durch ein ominöses "Es"

und beim kryptischen

[Der Glaube wird zu Mordlust und Tortur,
Wof√ľr soll dieses Leben sich auch lohnen! ]

darf der Leser dann r√§tseln: Wer?, Wo?, Was?, wor√ľber wird hier eigentlich geredet? √úber welches Leben? Um welchen falschen Glauben oder: um welches falsche Glauben (an was?) gehts hier?
Das ist, wenn man "dusch mich, aber mach mich nicht nass", wenn man sich √§u√üern will ohne irgendeine Farbe bekennen zu wollen, dann kommt immer sowas heraus, wie hier in diesem Stepptanz-Text aus lauter Vorw√§rts- Seitw√§rts- und R√ľckw√§rts-Schritten und komischen Elementen.
__________________
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Walther
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Hallo Waldemar,

danke f√ľr Deine wie immer ausf√ľhrlichen Ein- bzw. Auslassungen (je nach Geschmack). Da Du Dich in der Text(um)interpretation aus Deinem Brillwinkel ergehst, will ich nur sachlich richtigstellen:

Ich habe die Moderation vor einiger Zeit gebeten, den Titel in "Falsches Glauben" zu ändern. Das geschah bisher nicht.

Den Rest Deiner Hinweise lasse ich unkommentiert. Ich habe einfach nicht genug Haare, um Deine Anmerkungen √ľberhaupt in den Bereich der Begreiflichkeit herbeiziehen zu k√∂nnen.

Es ist sehr ärgerlich - um Deine Begrifflichkeit zu gebrauchen -, wenn ein selbsternannter Besserwisser mit hohem Aufwand an vermeintlichem Sarkasmus versucht, einem anderen Dummheit und Unfähigkeit zu unterstellen. Was Du in den Text hineingelesen hast, steckt so nicht drin. Mir ist schlicht die Zeit zu schade, mich mit solch abstrusen Geistesblähungen zu beschäftigen. Außerdem ist die aus jedem Buchstaben heraussickernde Überheblichkeit regelrecht abstoßend und läßt tief in Deinen Charakter, aber weniger tief in das behandelte Thema blicken, wenn Du mir diese noch freundlich gestaltete Bewertung Deines Textes gestattest.

Alles das f√§llt per se schon auf den Kritiker selbst zur√ľck. Und da geh√∂rt es hin. Darum lasse ich es dort auch liegen.

Bester Gruß W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Waldemar Hammel
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Lieber Walther,

bitte ruhig Blut!

Ich habe nicht den Autor angegriffen, sondern den Text so analysiert, wie ich ihn lese.

Mal ganz ehrlich: Jedem misslingt mal ein Text, und dies ist gut so, denn jeder von uns ist ein stets nur √úbender, und "Misslingen" sch√ľtzt uns auch vor Hochmut.
(ich habe zB in letzter Zeit mehrere Texte gebastelt, verbastelt und verworfen, sie waren allesamt nur Schrott)

Und hier bei Deinem Text: Ich bin √ľberzeugt davon, dass Du damit etwas ausdr√ľcken wolltest, das Dir wichtig erschien, gar keine Frage, aber es ist Dir halt diesmal nicht gelungen, es gekonnt in Worte zu packen.
Daran ist nichts negativ.
Aber genau hier ist dann die T√ľre weit offen zur Gestaltung: brainstorming, √úberschlafen, einen neuen kreativen Ansatz = "Anpack" finden, erneut die Gedanken konfigurieren und dann erneut in Worte packen.
Je öfter man diesen Kreis durchläuft, desto besser, treffender, ausgeformter wird es (so gehts mir jedenfalls) - oder (oft bei mir) die Startgedanken werden einem selbst im Verlauf des Versuchs sie zu gestalten unsinnig, obsolet, unwichtig.

Der Unterschied zwischen der inneren Sprache des Denkens und derjenigen des Aufschreibens oder Aussagens ist oft un√ľberwindlich, eine passende √úbersetzung will einfach oft nicht gelingen.
In solchen F√§llen stelle ich mich dann im literarischen Bereich bewusst immer auf die Seite der Sprache des Aufschreibenk√∂nnens, nutze ihre Standards, ihre konventionelle grammatikalische Struktur als Scout, als Taschenlampe, um mich durch das Labyrinth der betreffenden Gedanken vor zu tasten, und falls dies dann aber trotzdem nicht zu konsistenten Resultaten f√ľhrt, falls am Ende dann trotzdem nicht dasteht, was ich eigentlich "sagen" wollte, dann gehe ich -auch wieder in bewusster Definition- bis auf Weiteres davon aus, dass meine Startgedanken unausgereift, untauglich, bl√∂dsinnig, usw. waren und verzichte dann auf "Text".
Ich war dann halt zur textlichen Ausgestaltung meiner Gedanken zu der Zeit X unf√§hig (warum auch immer) - oder ich hielt Gedanken zur Mitteilung unter kreativer Bearbeitung f√ľr wichtig, sinnvoll, "gut", die es halt nicht waren.

Verstehst? Man kann versuchen, Gedanken in Sprech-/Schreib-Sprache hinein zu quetschen oder umgekehrt, wenn aber die Übersetzung nach beiden Richtungen misslingt, dann liegts immer an "unfertigen" Gedanken, falls/solange man die vorhandene Sprech-/Schreib-Sprache mit ihren Strukturen als gegebenes Festes (als Referenz) voraussetzt. Deshalb kann man sie dann auch als treuen und zuverlässig funktionierenden Scout benutzen.

Zu Deinem Text:
Ich k√∂nnte zB den isr.-pal√§st. Krieg nicht in Gedichtform packen, weil mir jeder Krieg, egal wer, warum, gegen wen, absolut zuwider ist, und wichtiger: weil ich denke, dass "Krieg" eine solche k√ľnstlerische Bearbeitung und damit Aufwertung nicht verdient. "Krieg" l√§sst mich einfach nur vor Entsetzen und Deprimiertsein sprachlos werden (und falls Sprache, dann Zynismus), es ist mir deshalb unm√∂glich einen Krieg gar "zu reimen", wie es unsere Altvorderen oft Brechreiz-erregend taten.
Ich bestreite "Krieg ist der Vater aller Dinge", f√ľr mich ist er nichtmal Hebamme f√ľr ein "Gedicht" oder andere k√ľnstlerische Bem√ľhungen.
Jeder Krieg ist doch gerade die völlige Nichtung/ das Scheitern angeblicher menschlicher Kreativität, weil er "blind und bestalisch" zerstört und nicht "schafft".
Krieg vernichtet Strukturen, und ihn daher mit melodischen Wortereimen fassen, beschreiben zu wollen, ist ein Spagat, der unm√∂glich sein d√ľrfte.

So sehe ich das ...
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Walther
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Deine Hilflosigkeit beim Thema Krieg ist das Sujet meines Gedichts. Und das kann man erkennen, wenn man es so liest, wie es gemeint ist.
Es ist nicht in Ordnung, mir Unsäglichkeiten wie Kitsch etc. an den Kopf zu werfen. Das beleidigt meinen Intellekt und beschädigt den Deinen.
Gruß W.
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Walther
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