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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Falsches Leben
Eingestellt am 05. 08. 2015 08:40


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Bernd
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"Es gibt keine richtiges Leben im falschen.
Adorno (?)"


ÜberprĂŒfen möchte ich Adornos weisen Spruch.
Ich suche also falsches Leben.

"Bist du falsches Leben?", frug ich die Maus.
"Nein!", sagte sie und gebar einen Berg.

"Bist du falsches Leben?", frug ich den Berg.
"Nein!" sagte er und wurde zum Vulkan.

"Bist du falsches Leben?", frug ich den Vulkan.
"Nein!" sagte er und spie Feuer und Flammen.

Ich frug und frug und konnte kein falsches Leben finden.
Ich fand Schwarze SchwĂ€ne und weiße Haie,
falsches Leben fand ich nicht.

Traurig, versagt zu haben, beendete ich mein falsches Leben.
__________________
Copy-Left, samisdada, TrÀger des WikilÀums-Verdienstordens in Rubin

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orlando
Guest
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Da antworte ich mit Robert Gernhardt, der diesen Aphorismus liebevoll (!) banalisierte und ironisierte:

quote:
Es gibt kein richtiges Leben im valschen

So stellt sich auch ein Bezug zu meinen Äußerungen ĂŒber schlechtes oder gar falsches Deutsch her ("Hymne an den Stau") - Die dortigen MĂ€ngel sind (gottlob!) inzwischen behoben worden, und das Gedicht erstrahlt in neuem Glanz.

Was aber Adorno dachte und meinte lÀsst sich am besten beim Lesen seiner Minima Moralia erkunden. Und das zahlt sich in jedem Fall aus.

Viel Spaß dabei
orlando

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Bernd
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Danke, Orlando,
TatsÀchlich entstand das Gedicht im Anschluss an unsere Debatte zur "Ode an den Stau".
Hier klicken

Danke fĂŒr die Anregung.

Ich liebe ja Paradoxien. Und "falsches Leben" ist eine Paradoxie in sich.

Die "Minima Moralia" Hier klicken kenne ich noch nicht.

quote:
Adorno: Der Umstand, daß Intellektuelle meist mit Intellektuellen zu tun haben, sollte sie nicht dazu verfĂŒhren, ihresgleichen fĂŒr noch gemeiner zu halten als den Rest der Menschheit.


Gernoths Aphorismus "Es gibt kein richtiges Leben im valschen" ist genial.

PS: Heute stand ein langer Artikel ĂŒber das Ansteigen der Rechtschreibfehler in der SZ (SĂ€chsische Zeitung).


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orlando
Guest
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quote:
Auch wenn ein im Ganzen richtiges Leben unmöglich ist, so ist es fĂŒr ein unverblendetes Dasein Ă€ußerst wichtig, sich denn Sinn fĂŒr das Richtige nicht abkaufen zu lassen. Immer wieder ĂŒberlegt Adorno, wie es am besten wĂ€re, sich in schwieriger Lage zu verhalten. "Einzig listige VerschrĂ€nkung von GlĂŒck und Arbeit lĂ€ĂŸt unterm Druck der Gesellschaft eigentliche Erfahrung noch offen", heißt es einmal. Adorno ist gewiss fixiert auf die destruktiven Tendenzen der Moderne, aber er gibt darĂŒber den "Traum eines Daseins ohne Schande" nicht auf (Hervorhebung von mir).
Dies ist ein Ausschnitt aus einem Zeit-Artikel (2001), der recht gut zusammenfasst, worum es Adorno ging und welche Schnittstellen es zur aktuellen Lage gibt.

Hier klicken

In der DDR war ja Adorno weniger bekannt, obwohl der ein offener, leidenschaftlicher Antifaschist war; fĂŒr uns Westmenschen aber war (und ist) er einer der innig geliebten Götter universitĂ€ren Lebens - und weit darĂŒber hinaus.

Freundliche GrĂŒĂŸe
orlando

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orlando
Guest
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quote:
Adorno: Der Umstand, daß Intellektuelle meist mit Intellektuellen zu tun haben, sollte sie nicht dazu verfĂŒhren, ihresgleichen fĂŒr noch gemeiner zu halten als den Rest der Menschheit.
So war er!
Könnte gut verfasst worden sein, als ihm Studenten (im Zuge ihrer Revolte) den Zugang zur Frankfurter Uni verwehrten.
Ihm! Genau wie allen anderen Professoren!

Einige sollen aber dabei errötet sein ...

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Bernd
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Der Name Adorno war wohlbekannt, nicht aber sein Werk.

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