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Leselupe.de > Kurzprosa
Familie jetzt
Eingestellt am 19. 04. 2006 18:33


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zarah
???
Registriert: Mar 2006

Werke: 33
Kommentare: 155
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Die Kinder pubertieren. Alle auf einmal, die einen mehr, die anderen weniger - in unserer sogenannten Patchwork-Family, auf die wir Gro├čen bis vor kurzem ob ihres guten Funktionierens noch so stolz gewesen waren.
Geschichte leider - erstmal hoffentlich.

Die vage Ahnung, dass das erst der Anfang von gr├Â├čerem Unheil ist, bet├Ąuben wir Gro├čen lieber beizeiten mit einem guten Rotwein, der kulturell ein akzeptables Image hat - Rotwein trinken die Gebildeten - und diskutieren in sch├Ânster Manier ├╝ber irgendwelche Probleme.
Nat├╝rlich wollen wir dabei auch noch rauchen, denn das sind wir von Teenie-Beinen an so gewohnt; doch weil wir schon irgendwie ein schlechtes Gewissen dabei haben, bringen wir den Kindern ihr Abendessen auch gerne pers├Ânlich auf die Zimmer: "Na, dann macht es Euch doch mal damit so richtig gem├╝tlich vor Fernseher und PC." Das dreckige Geschirr m├╝ssen sie aber selbst wieder in die K├╝che bringen; Erziehung muss sein.

Da wir Gro├čen anst├Ąndige B├╝rger sind und beide einer geregelten Arbeit nachgehen, betrinken wir uns fast nie konsequent, sondern legen uns nach 20:00 selbst vor den Fernseher.
In den Werbepausen schauen wir - abwechselnd - nach den Kindern und ├╝berpr├╝fen, ob sie einigerma├čen Ordnung in ihren Zimmern hergestellt und schon die Schlafanz├╝ge angezogen und die Z├Ąhne geputzt haben. Wenn ja, dann d├╝rfen sie auch noch ein wenig l├Ąnger aufbleiben.

Ab und zu bleiben wir Gro├čen beim Durch-die-Kan├Ąle-Zappen an so Sendungen wie "Die Super-Nanny" h├Ąngen und erg├Âtzen uns ein paar Minuten lang an krassen Beispielen fehlgeschlagener Familienkultur. Mein Gott, was es nicht alles gibt!

Ab und zu vergessen wir Gro├čen aber auch in den Werbepausen die Kinder und v├Âgeln mal wieder miteinander; meistens tun wir dies aber morgens vor dem Aufstehen, weil das pragmatischer ist: Er hat eh eine Latte und uns beiden tut die ├ťbung gut, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Jetzt sind Ferien und unser Programm zeigt gnadenlos seine Schw├Ąchen. Die Kinder f├╝hlen sich schon am fr├╝hen Nachmittag vom TV-Programm und den ewig gleichen PC-Spielen ange├Âdet und haben auch schon lange keine Lust mehr drau├čen an irgendeinem Bach zu spielen. Das Landleben t├Ârnt hier niemanden mehr an - ob gro├č oder klein. Es gibt Streit - es gibt Tr├Ąnen.

Also fahre ich mit der kleinen Meute ins n├Ąchstgelegene Einkaufszentrum und lasse sie f├╝r 39,95 Euro in einem bundesweit agierenden Electonic-Shop ein neues Spiel f├╝r ihren Ninsonstwas-super-game-cube-PC kaufen und - ich bin ja nicht bl├Âd - gehe derweil in den nebenan gelegenen Billig-Klammotten-Markt, um mir endlich wieder mal eine Hose zu kaufen.
Das billigste Teil ist eine Hose mit Tarnmuster - nix f├╝r eine Frau in meinem Alter und auch noch zwei Nummern zu klein. Egal, kostet nur 15,95 und muss deshalb mit.
5 Kilo abnehmen in ein/zwei Wochen ist auch mit Mitte vierzig immmer noch leichter als Kinder zu erziehen; denke ich mir und bin zufrieden ├╝ber die Herausforderung, die ich gerade angenommen habe.






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flammarion
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Registriert: Jan 2001

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also

einen richtigen schluss hat die geschichte leider nicht.
netter tagebucheintrag.
lg
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Old Icke

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zarah
???
Registriert: Mar 2006

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Hallo Flammarion,

Danke f├╝r Deinen Kommentar. Du kannst den Text von mir aus gerne in die Abteilung Tagebuch verschieben, wenn Du meinst, dass er da besser aufgehoben ist.

Gru├č
Zarah

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Henry Lehmann
Guest
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Deutschland privat!

Sch├Ân zu sehen, dass das Thema Erziehung auch in anderen Familien ├Ąhnlich unengagiert wie bei mir vollzogen wird. Dank der krassen Super-Nanny-F├Ąlle hat man auch kein schlechtes Gewissen dabei, denn wie man sieht, k├Ânnte es noch viel schlimmer sein.

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flammarion
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n├Â.

ich hatte ├╝bersehen, dass der text bei kurzprosa steht und nicht bei kurzgeschichten. nehme alle meckerei zur├╝ck.
lg
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Old Icke

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