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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Fantasie
Eingestellt am 22. 04. 2001 15:51


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Xenia Pufiras
Hobbydichter
Registriert: Feb 2001

Werke: 1
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Unheimliche Begegnung

Larissa blickt träumend aus dem Fenster. Sie denkt über ihr Leben nach und eine
wohlige Wärme durchströmt Körper und Seele. Wie gut sie es doch hat. 20 Jahre
ist sie nun schon verheiratet und glĂĽcklich wie am ersten Tag. Sven ist fleiĂźig
und auĂźerdem ein guter Liebhaber. Wo findet man so einen Mann ein zweites Mal?
Ihr Blick streift durch den Garten. Es ist FrĂĽhling. Tulpen und Narzissen blĂĽhen
in voller Pracht. Doch was ist das? Zwischen den Blumen bewegt sich etwas. Ist
es ein Windhauch? Nein! Nun ist auch ein kleiner greller Lichtstrahl zu sehen.
Die Tulpen biegen sich wie wild und kippen schließlich erschöpft um. Dann ist es
totenstill. Nur ein kleiner runder Kreis klafft zwischen den blĂĽhenden Pflanzen.
Nun bewegen sie sich wieder. Sie muss hinaus, kann ihre Neugier nicht mehr
zĂĽgeln.

Vorsichtig schleicht Larissa in den Garten. Auf den umgefallenen Tulpen steht
etwas, was aussieht wie ein Spielzeug. Nein, sie träumt nicht. Es steigen
tatsächlich kleine Gestalten aus dem Gerät. Sofort denkt sie an Star Trek,
George Orwell und Raumschiff Enterprise. Gibt es also doch noch Leben auf
anderen Planeten?

Sie läuft ins Haus, um die Kamera zu holen. Ein spezielles Objektiv muss her.
Alles ist sehr klein – aber Larissa kennt sich in der Makrofotografie aus. Als
sie zurĂĽck kommt, muss sie die kleinen Gestalten zuerst suchen. Sie hatten sich
ängstlich zwischen den Tulpen versteckt. Einige sitzen im Blütenkelch und sind
ganz benommen vom Blütenstaub. Insgeheim muss Larissa lächeln. Wie hilflos diese
Wesen aussehen. Trotzdem muss sie vorsichtig sein. Sie könnten winzige Waffen
mit der Kraft der Atombombe haben.

Larissa kniet sich vor ein Männchen hin und murmelt ganz leise: "Ich – Larissa."
Dabei zeigt sie auf ihre Brust. Das Männchen lächelt und spricht: "Ich bin
Captain Dos – wir kommen in Frieden." Larissa staunt: "Ihr sprecht ja unsere
Sprache! Wart ihr schon öfter hier?"

Nun erzählt Captain Dos seine Geschichte. "Drei Jahre sind wir mit dem
Raumschiff unterwegs zur Erde, um diese zu erforschen. Es fährt auf einem
Laserstrahl. Unser Heimatplanet heiĂźt Orpheus und liegt zwei Lichtjahre hinter
der MilchstraĂźe. Wir sind weiter entwickelt als die Menschen. Mittels Computer
spielen wir fremde Sprachen und sonstiges Wissen einfach ins Gehirn ein. Bereits
nach der Geburt wird den Säuglingen ein Chip eingepflanzt, der dieses möglich
macht. Dadurch wird den Kindern die Schulzeit erspart. Sie können sich
wichtigeren und schöneren Dingen zuwenden."

Larissa hört gespannt zu. Sie ist begeistert und würde sich gerne das Raumschiff
von innen ansehen. Doch das scheint unmöglich. Sie ist einfach zu groß. Captain
Dos schlägt vor, sie zu verkleinern oder das Raumschiff einfach zu vergrößern.
Sie denkt an ihre schönen Blumen und die neugierigen Nachbarn und entscheidet
sich fĂĽr die Verkleinerung. "Hoffentlich kann Captain Dos mich auch wieder
vergrößern. Sven kommt bald nach Hause und ich muss noch das Essen zubereiten",
denkt sie.

Beim Betreten des Raumschiffs staunt Larissa. Die Wesen sind freundlich und ihr
wird sogleich etwas zu essen angeboten. Sie lehnt dankend ab, denn es stinkt
penetrant nach Benzin. Das Hauptgericht der Orpheuser besteht nämlich aus einem
Benzin-Sand-Gemisch. Auch das Getränk ist für Menschen nicht genießbar:
Benzin-Ă–l und destilliertes Wasser. Das Raumschiff ist rund. Ringsum sind
Schalttafeln angebracht und über Monitore können die Orpheuser Kontakt mit dem
Heimatplaneten aufnehmen. Larissa stellt tausend Fragen. Alles wird geduldig
beantwortet.

Als sie genug gesehen hat, geht sie hinaus und Captain Dos verwandelt sie
zurĂĽck. Er hat noch einen letzten Wunsch. Larissa soll ein paar Blumen
einpacken, die er mit zu seinem Planeten nehmen will. Sie erfĂĽllt ihm die Bitte
und er packte sie – natürlich verkleinert – sorgfältig ein.
Es wird Zeit zum Abschied nehmen. Die Wesen mĂĽssen zurĂĽck zu ihrem Planeten,
aber sie versprechen wieder zu kommen. Lange winkt Larissa mit Tränen in den
Augen hinter dem Raumschiff her. Es verschwindet schnell und ist bald nicht mehr
zu sehen.

Was wird Sven dazu sagen? Wird er sie auslachen? Sie beschlieĂźt, ihr kleines
Geheimnis fĂĽr sich zu behalten.

Einige Jahre später. Larissa klagt über Bauchschmerzen und muss ins Krankenhaus
eingeliefert werden. Sie gebärt sieben kleine Zwerge und erzählt ihrem Mann von
der Begegnung mit den AuĂźerirdischen. Aber sie beteuert, nichts davon bemerkt zu
haben. Er nimmt die Kleinen als eigene Kinder an und sie leben glĂĽcklich und
zufrieden. Alle paar Jahre kommen die Orpheuser zu Besuch auf die Erde und
spielen mit den Kleinen.

Und wer die Geschichte nicht glauben will, sollte einmal genau seine Blumen
betrachten....

Copyright Xenia Pufiras 2001
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__________________
Xenia Pufiras

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