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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Farbnuancen
Eingestellt am 14. 07. 2002 15:44


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Elmar Feische
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2001

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Farbnuancen

Farbnuancen

Ein Freitag, herbstlich, wir wollen √ľber dem Ort der Handlung die Sonne scheinen lassen. Kleinere Wolkenbildungen, obwohl aus dem Osten kommend, nehmen wir als gegeben hin. Das Dorf, morgens gegen sieben Uhr, liegt still, eingebettet in die ringsum liegenden Berge, die allm√§hlich die Farbe des √úbergangs annehmen, aufgrund der Jahreszeit zur Farbe braun hin tendierend. Offenbar aus Gr√ľnden der Sonneneinwirkung sind unterschiedliche Braunt√∂ne zu konstatieren. Unerkl√§rlicherweise sind die Farbunterschiede keinesfalls gleichm√§√üig verteilt; sieht man in einer Stra√üe eingangs B√ľsche und B√§ume, die, den offensichtlich vorherrschenden Gegebenheiten trotzend, eine frische, gr√ľne Farbt√∂nung zeigen, so schlie√üen sich unmittelbar daran Gew√§chse an, die eine vollkommen andere Farbgebung vorzeigen: das Gr√ľn ist in irgendeiner Weise gebrochen, hat den frischen Eindruck verloren, sieht aus, als ob noch keine genaue Farbgebung vorgeschrieben w√§re. Man k√∂nnte meinen, hier wird abgewartet, welche Farbe nun den l√§ngeren Atem hat.

Einige Augenblicke weiter sehen wir Pflanzen, f√ľr die diese kleinlichen Farbdifferenzierungen kein Problem mehr sind. Hier zeigen die Gew√§chse, hoch aufgeschossen, rank und schlank, Aufmerksamkeit heischend, und ‚Äď wie ein weitschweifender Blick zeigt ‚Äď dominierend, stolz eine tiefbraune F√§rbung, mit einem Gehabe, als sollte diese Farbe mindestens tausendj√§hrig vorherrschen, alles bestimmen, alles √ľberschatten, will sagen, alle anderen Farbschattierungen in den Schatten stellen.

Auch herrscht weitestgehend eine Farbgebung vor, die den Ausdruck Farbe √ľberhaupt nicht verdient; allenthalben begegnen uns Gew√§chse, die vollkommen farblos sind, keinerlei Farbrichtung erkennen lassen, also so gesehen durchsichtig sind, ohne jedoch in ihrer Durchsichtigkeit Ausblick oder Durchblick zu gew√§hren. Im Grunde genommen sind diese Gew√§chse √ľberhaupt nicht wahrnehmbar f√ľr das Auge des Betrachters. Bei l√§ngerem Hinsehen hat es den Anschein, als ob auch diese farblosen Gew√§chse irgendwie braun aussehen, ohne jedoch genau erkennen zu lassen, ob diese Farbe bereits aus ihrem eigenen Inneren hervorkommt oder ob es die Umgebung ist, die ihrer Farblosigkeit erste Farbnuancen verleiht.

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