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Leselupe.de > Kurzprosa
Farbspiele
Eingestellt am 25. 06. 2003 21:07


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Katrin Volkmann
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2001

Werke: 21
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Es gab eine Zeit, da ging ich schwarz.
Schwarze R├Âcke, Nickys, Blusen, Strumpfhosen, Schuhe, selbst die Unterw├Ąsche war tiefschwarz. Selbstverst├Ąndlich f├Ąrbte ich mir die Haare.

In der Jugend trug ich gerne Wei├č. Mit zehn.

Mit Mitte zwanzig entschied ich mich f├╝r das schlichte Grau. Und Schwarz-Wei├č in Kombination. Ich wollte endlich ernst genommen werden. Anfang drei├čig wurden meine Kleider weit, die Shirts l├Ąssig und Hosen gegen sanft flie├čende R├Âcke getauscht. Das kaschierte und war bequem. Im Haushalt und am Schreibtisch.

Als mein Mann den Jungen nachsah, musste ich nachdenken. Farbe war st├Ârend. Also versank ich in schwarzer Abgeschiedenheit.

Das trug ich ein ganzes Jahr, wie eine trotzige Witwe, dann verbrannte ich die Sachen, kaufte mir ein Modejournal und einen gr├╝nen Hut, und setzte mich in den Zug.

Unter den hektischen Augen der Gro├čstadt wurde meine Kleidung sportlich, mit flachen Schuhen und warmen Rollkragen, und als es Fr├╝hling wurde, band ich mir das gewachsene Haar mit einem rosa Band zur├╝ck und legte gl├Ąnzende Str├╝mpfe an.

Als Gesch├Ąftsfrau trug ich rot lackierte Fingern├Ągel und graue Haare davon. Trotziges Violett und T├╝rkis schufen Distanz. Und Heiterkeit hinter vorgehaltenen H├Ąnden.

Die Farbe der Liebe ist Rot. Die der Hoffnung Gr├╝n. Gelb ist der Neid und die Trauer tr├Ągt Schwarz. Und was macht eigentlich blau?

Vino Verde.


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Klabautermann
???
Registriert: Feb 2003

Werke: 4
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Hallo Katrin Volkmann,

nun, eigentlich ist es keine wirkliche Kurzgeschichte, aber zu Deiner Abschlussfrage w├╝rde ich gerne ein paar Worte verlieren.

Blau... diese geheimnisvolle Farbe, die in der Natur so selten als Gew├Ąchs vorkommt, wurde in der Romantik als DAS Symbol schlechthin verehrt. Die "blaue Blume", die das Besondere darstellt, regt die Menschen immer wieder zu Phantasie und Gedanken an.

Einmal sa├č ich in Toronto mit Menschen aus aller Herren L├Ąnder zusammen.
Die Dozentin fragte jeden von ihnen nach der Lieblingsfarbe. Die allermeisten antworteten mit "blau"...
Seltsam? Nein. Wei├č, Schwarz, Rot, Gr├╝n, gelb... all das kommt st├Ąndig vor, in der Natur, im Leben um uns.
Allein das Blaue finden wir im Meer (doch wenn Du eine Handvoll daraus entnimmst, wird es durchsichtig), im Himmel.. und manchmal in einer Blume (Astern, Vergissmeinnicht etc.)


Was mir an Deiner Geschichte ein wenig fehlt ist
der Schluss, also welche Konsequenz f├╝r Deine Protagonistin entsteht, was ihr die Farben f├╝r Erfahrungen einbrachten. Gerade das Erlebnis mit dem Mann z.B.

Gut gefiel mir der knappe und doch aussagef├Ąhige Stil, wie die Heiterkeit hinter der vorgehaltenen Hand. Das k├Ânntest Du aber noch ├Âfter einbauen.

Betrachte die Anregungen, Bemerkungen meinerseits nur als Vorschl├Ąge.

viele Gr├╝├če
vom
Klabautermann
b)

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Katrin Volkmann
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2001

Werke: 21
Kommentare: 19
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stimmt

Selbst in meinem Garten ist das Blau sehr verhalten. Um so erstaunter bin ich jedesmal, es wirklich aufbl├╝hen zu sehen: M├Ąnnertreu, Kornblumen, Glockenblumen. Wusstest du, dass diese Blumen m├Ąnnliche Symbole sind?

In der Farbregel steht Blau f├╝r k├╝hl, distanziert, f├╝r unnahbar und eigenst├Ąndig. Aber auch f├╝r Leben, Rhythmik, Selbstbewu├čtsein und auch f├╝r Geheimnis. Hier schlie├čt sich der Kreis. Das Geheimnis von Leben und Selbstbestimmtheit und die Aufmerksamkeit, die die Farbe Blau erf├Ąhrt. Das k├Ąme in meiner Geschichte nach der Gesch├Ąftsfrau. Passt nur nicht zu den braunen Augen!!

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blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

Werke: 20
Kommentare: 735
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"True blue" sagen die Briten, wenn jemand absolut treu und zuverl├Ąssig ist...

Hallo, Katrin Volkmann

Die Quintessenz, dass Vino Verde blau macht, die ist ja wirklich ein Knaller.

Nicht die Tatsache an sich, die darf wohl als wenig ├╝berraschend vorausgesetzt werden. Aber die l├Ąssige Leichtigkeit, mit der du die Grammatik und Semantik verl├Ądst, die gef├Ąllt mir sehr gut.

Ich erwarte zu erfahren, was das Blau an sich mit mir macht, und sitze nun da mit der These, was mich in mir bl├Ąut... Ich finde es auch witzig, dass du da nicht zum Curacao blue oder Sapphire Gin gegriffen hast.

Ich bin gespannt auf weitere Texte von dir!

Herzliche Gr├╝├če von blaustrumpf
__________________
Daf├╝r bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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Katrin Volkmann
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2001

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Gr├╝ner Wein

... da haben wir es wieder: gr├╝n ist die Hoffnung. Und in blauem Zustand um so verhei├čungsvoller ...

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Katrin,

ich h├Ątte vorab eine kleine Bitte: "Als mein Mann den Jungen nachsah..."
Das verstehe ich nicht.
LG
Socke

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