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Leselupe.de > Kurzprosa
Fata Morgana
Eingestellt am 23. 03. 2006 20:25


Autor
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schwarzer mohn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2006

Werke: 4
Kommentare: 13
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Das warme Bier breitete sich fahl in seinem Mund aus.
Genauso fahl wie die Umgebung, die er betrachtete, sich in
seinem Kopf festsetzte. Doch er unternahm nichts, um diesen
Geschmack durch eine weiteren Schluck hinunterzusp├╝len. Er
wusste, die Erleichterung w├╝rde von kurzer, davoneilender
Dauer sein. Wie sie auch nur von k├╝rzester Dauer war, als er
seinen Blick abwandte um die Gedanken zu befreien.
Das abgestandene Getr├Ąnk w├Ąre eine Beschwerde wert. Aber er
war ja kein Bierkenner.Er konnte nichts beweisen, niemanden
beschuldigen ihm seinen sonst so frischen Atem vergiftet zu
haben. Er malte sich aus wie es w├Ąre, den k├╝hlen Schaum auf
seinen Lippen zu sp├╝ren. Wie es w├Ąre, das k├╝hle Nass seine
Kehle hinunterrinnen zu f├╝hlen. W├╝rde er damit siegen, damit
seine selbstm├Ârderische Stimmung tilgen k├Ânnen?
Als h├Ątte sie die unerf├╝llten W├╝nsche des Gastes erraten,
n├Ąherte sich eine Kellnerin. Sie war so blass und vergilbt
wie der Hintergrund vor dem sie stand. Der defekte K├╝hlschrank
funktioniere wieder; den Beweis hielt sie in ihrer schmalen
Hand. Einen Krug Bier, von dem die eisigen Tropfen auf ihre
mit einer Laufmasche versehenen Str├╝mpfe perlten. Sie stellte
ihn mit einem l├Ąchelndem Seufzer auf den wackeligen Tisch an
dem er sa├č. Sein Gehirn begann zu pulsieren. In diesem Glas,
es war handgesp├╝lt, lag die goldbraune Freiheit. Doch als er
die Hand danach ausstreckte wusste er um die Nutzlosigkeit
dieser Geste.

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Saurau
Guest
Registriert: Not Yet

hallo Veronika!

deinen text zu bewerten f├Ąllt mir jetzt nicht leicht. am besten gef├Ąllt mir der letzte satz, er ist traurig sch├Ân, melancholisch, verdeutlicht den sucht-charakter (oder flucht-). dazwischen tauchen aber immer wieder motive auf, die f├╝r mich nicht aufgel├Âst werden. wieso stellt sich erleichterung ein, wenn der protagonist den kopf abwendet? was ist mit selbstm├Ârderischer stimmung genau gemeint? wieso ist die kellnerin blass und vergilbt bzw. warum erw├Ąhnst du es? und meinst du tats├Ąchlich "fahl" oder vielleicht "schaal"?

du k├Ânntest noch einmal ├╝ber den text gehen und dabei versuchen, blinde motive wegzulassen oder aber sie zum eigentlichen stilmittel werden zu lassen, wenn du etwa die verwirrtheit und haltlosigkeit des prot. schildern m├Âchtest, bevor er endlich seinen ersten schluck bier bekommt. da k├Ânnen ihm dann sachen auffallen bzw. er sie verst├Ąrkt wahrnehmen, die v├Âllig irrelevant oder f├╝r andere nicht ersichtlich sind.
reduziere in gedanken den ganzen text auf einen begriff, auf den du es ankommen lassen willst (sucht?, t├Ąuschung?, entt├Ąuschung?) und lass den sinn des begriffs in jedem satz mitschweben, ohne ihn anzusprechen.

f├╝r meine begriffe verwendest du zu starke ausdr├╝cke (selbm├Ârderische stimmung, beschwerde) gekoppelt mit n├Ąheren beschreibungen (wackelnder tisch, blasse kellnerin,...), die dem text authentizit├Ąt verleihen sollen. stimmiger w├Ąre es, wenn du beispielsweise den tisch jedesmal ein wenig schwanken lie├čest, wenn der prot. seinen kopf in die aufgest├╝tzten h├Ąnde legt. und die kellnerin k├Ânnte ihn aus dunklen h├Âhlen ansehen mit ihren rotge├Ąderten augen.

das sind so meine eindr├╝cke, bleib auf jeden fall dran! ich freue mich auf weitere texte von dir!

ganz liebe gr├╝├če,

daniel

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schwarzer mohn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2006

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hallo daniel!

vielen dank f├╝r dein aufmerksames lesen!
kurz vorweggenommen: habe diesen text so wie er aufs blatt gekommen ist eingestellt. nichts ├╝berdacht, nichts korrigiert.
werde das aber baldm├Âglichst nachholen und schauen, ob sich mir die welt der dichterischen stilmittel er├Âffnet.
zu deinen fragen:
1. wieso stellt sich erleichterung ein, wenn der protagonist den kopf abwendet?
--> um festgefahrene gedanken zu verscheuchen hilft manchmal ein kopfsch├╝tteln, manchmal auch ein "bildwechsel". die frage ist nur, f├╝r wie lange bleiben sie weg.
2. was ist mit selbstm├Ârderischer stimmung genau gemeint?
---> damit meinte ich die stimmung, die sich manchmal einstellt,
oder einstellen kann, wenn alles ausweglos erscheint.
3.wieso ist die kellnerin blass und vergilbt bzw. wieso erw├Ąhnst du es?
-->weil alles in der welt des protagonisten so ist bzw. so wirkt. dabei bilden menschen, und gerade die wichtigen (in diesem falle die frau, die ihn mit dem f├╝r ihn lebensrettenden bier versorgen k├Ânnte) in seinem leben keine ausnahme.
4. und meinst du tats├Ąchlich "fahl" oder vielleicht "schaal"?
-->so geschrieben, so gemeint. man kann doch in der literatur
das bier auch "blass" werden lassen, oder?
danke jedenfalls f├╝r deine konstruktive kritik! ┬┤mal sehn, was sich machen l├Ąsst.
bis bald, veronika

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Ich kann heute in jedes Land der Welt
reisen. Aber nur bei Menschen kann ich ankommen.
-Andrew Moore-

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herb
???
Registriert: Jul 2002

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Hallo,

mich ├╝berzeugt der Text nur so halb. Er k├Ânnte intensiver und l├Ąnger sein. Da ist durchaus Potential enthalten, nach meiner Ansicht.
Du solltest aber das Wort "kaputt" vielleicht durch "defekt" ersetzen, kaputt gibt es n├Ąmlich gar nicht.

lieben Gru├č

herb
__________________
hier Es gibt nichts Gutes, au├čer man tut es. K├Ąstner

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schwarzer mohn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2006

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hallo herb!

halbvoll ist besser als halbleer! werde den text vorerst so stehen lassen und warten, bis mich diesbez├╝glich die muse k├╝sst.
mit dem "kaputt" muss ich dir recht geben: wird sofort ge├Ąndert.
danke. geniess den tag,
veronika
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-Andrew Moore-

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MDSpinoza
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2004

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Was ist gegen "kaputt" einzuwenden? Ich find es pa├čt.
Jetzt erstmal ein FRISCHES Wei├čbier. Oder vielleicht doch ein Aventinus?
__________________
Lieber ein verf├╝hrter Verbraucher als ein verbrauchter Verf├╝hrer...

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schwarzer mohn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2006

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also doch "kaputt"? bin etwas ├╝berfordert...
mal nachdenken...
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-Andrew Moore-

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