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Leselupe.de > Gereimtes
Faust (1, 2)
Eingestellt am 18. 08. 2005 10:41


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Rolf-Peter Wille
???
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Eine Komödie von Rolf-Peter Wille in 22 Szenen


(Szenen 1-2)



I

Computerzimmer: BĂĽcherregale. Schreibtisch. Klavier


Faust.

(geht auf und ab seine eigenen Verse deklamierend)

"Ach, mit Wonne durch die Auen,
  Durch die LĂĽfte, diese lauen,
  Web ich, schweb ich und spazier.
Schon im frischen Morgengrauen,
  Wenn ich lustig tirilier,
  Will der FrĂĽhling mich erbauen
  Und es huscht manch wildes Tier,
  Wenn die Berge, diese rauen,
  In der Dämmrung auf mich schauen."

(unterbricht seine Deklamation)

…doch wofür, wofür, wofür?!

Jeden Bleistift muss ich kauen,
  Um die Verse zu versauen.
Bring rein gar nichts zu Papier.

Keinen Käse kann ich missen
  Jede Wahrheit will ich wissen,
  Forsche fleissig mit Plaisir.
Will die Muse mich dann kĂĽssen,
  Fass ich sie mit wilder Gier.
  Weide mich an den GenĂĽssen
  Ihrer faden, falschen Zier
  Bis ihr Stachel, wie Hornissen,
  Meine Wunden aufgerissen.

Und wofĂĽr? Verflucht, wofĂĽr?!

WofĂĽr klimpern meine Pfoten
  Diese dummen, schwarzen Noten
  Auf dem klappernden Klavier?

(deklamiert)

"Alle Wesen im Geheimen
  KnĂĽpfen sich in leichten Reimen, …"

(unterbricht)

  â€¦die ich läppisch imitiere,
  Wenn ich meine Verse schmiere.
Zwar des FrĂĽhlings bunte Launen,
  Wecken leise mein Erstaunen,
  Doch gehört ihr Raunen mir?

Ewig soll ich, und verbissen,
  Nur so kleine Tröpfchen pissen.
Stets verschlossen bleibt die TĂĽr.

Hocke nun in meinen Wänden
  Zwischen halb verstaubten Bänden.
Dies ist freilich mein Revier.

MĂĽde schlĂĽrfe ich mein Bier.
Niemals werde ich genesen…

(plötzlich)

Schau, welch holdes, reines Wesen!
Sprich: Bist du’s? Wer leuchtet hier?

Stimme vom Schreibtisch.

Verpasse doch den ersten FrĂĽhling;
  Sieh, der zweite blĂĽht bestimmt.
  Verzichte stolz auf dieses Feeling,
  Das mancher gar zu wichtig nimmt.
Vertrau ihm nur, dem Freund, mein Guter.
  Er spendet Rat, gibt treu Geleit;
  Ja, der Liebste, dein Computer,
  Der flimmert stets an deiner Seit’.
Besteig nicht Bäume oder Berge,
  Tauch nicht in FlĂĽsse oder Seen.
  Denn dort vergnĂĽgen sich die Zwerge
  Der Fantasie mit ihren Feen.
Die wahren Reiche der Magie
  Die schimmern hier in dem Gerät.
  Klick flink mit dieser Maus, und sieh:
  Schon fliegt dein Geist durchs Internet.

Faust.

Ho ho. Seit wann bist du so dreist?
Bist du Computer oder Geist?

(setzt sich an den Schreibtisch)

Jawoll mein Freund, ich bin ein Depp,
Und meine Seel ersäuft im Web.

(stöbert im Internet)

Doch bin ich lange nicht verloren.
  Noch hab ich Zugriff auf die Foren.
Hier kann ich meine Schmach verdauen;
  Schon fĂĽhl ich meine Wut sich stauen
  Auf all die neunmalklugen Toren.
Die kritisier ich wie besessen,
  Und meine Schande ist vergessen.

(stöbert in einem Literatur Forum)

Ich hör ein prächtig Forum stampfen,
  Verschwitzt, sein Bauch voll Poesie.
  Motoren seh ich mächtig dampfen
  Erhitzt vom Rauch der Fantasie.
Wild fauchts mich an, das Ungeheuer,
  Entflammt sein gieriges Gesicht.
  Hinein, hinein, hinein ins Feuer -
  Verbrannt, manch lyrisches Gedicht.

(zögert)

Was solls? Ich werde mich nun traun,
  das LindgewĂĽrm zu reizen
  Und mein "Mit Wonne durch die Au’n"
  Im Stinkemaul verheizen!

(veröffentlicht sein Gedicht im Forum)

Hier schmeiss ich dich nun in die Glut.
  Gereizt, so schnappt der Schlund schon zu.
  Ein kurzer Schrei und Funkenwut -
  Verheizt, verheizt bist nun auch Du.

Adieu ihr ollen holden Au’n.
  Spaziert mit euch allein!
  Ich werd in meine Post nun schaun
  Bei einem Gläschen Wein.

(schenkt sich ein Glas Rotwein ein und ruft E-Mails ab)

Herrje, was ist das fĂĽr ein Junk!
Nur pornografischer Gestank…

--

Ah hier…, die Nachricht ist privat;
Margarete…, in der Tat…

(liest Mail)

"Du solltest dieses lesen,
Und wenn es dich auch kränkt:
Es gibt ein höchstes Wesen,
Das deine Schritte lenkt.

Sag nicht, dass Gott dich quäle.
Er hat dich reich beschenkt.
Doch du hast deine Seele
Im Internet ertränkt.

Er gab dir deine Sinne,
Zu schauen die Natur.
Doch du sitzt nur da drinne
So stumme und so stur.

Er gab dir eine Sonne,
Den Wald auch und die Flur.
Du thronst wie eine Tonne
So rund und um die Uhr.

Ach sieh nur, wie der Schlechte
Dich in die Falle lockt,
Mit dir all Tag und Nächte
Hier vor dem Bildschirm hockt.

Was soll ich weiter sagen?
Ich hoff, dass es dich schockt.
Sonst gehts dir an den Kragen.
Da wird nicht mehr gebockt.

Bald hörst du lautes Brüllen;
Es tobt in Saus und Braus.
Man brät sich in der Höllen
Den fetten Teufelsschmaus.

Wenn du dies liest, mein Guter,
Erfasst dich wohl ein Graus.
Drum schalte den Computer
geschwinde wieder aus."

--

…nanu…, wer mag die Lady sein?
  Die Verse klingen echt bescheuert.
  Doch hat sie Recht, wenn sie beteuert,
  Ich sei verderbt. Das seh ich ein.
Es ist das Falsche, dem ich diene.
  Nur Eitles steckt in der Maschine.

Gleich wecke ich die guten Geister,
  Menander und Aristophan,
  Im Bande dieser alten Meister.
Da ist was Kulturelles dran!

Ich danke dir, verehrte Miss!
…doch wart…; hier schreibt ein Herr Mephis…

(liest Mail)

"Was liest du den Aristophan?
  Willst du den Witz nur fade mischen?
  Mach dich mal an Mephisto ran.
  Du musst mit fetter Made fischen!
Ach, spĂĽre wie der Frust erlischt,
  Wenn wir dir dreiste Lieder flĂĽstern.
  Es blĂĽhet deine Lust erfrischt
  Und freudig wie der Flieder lĂĽstern.
Santé! Trink mir vom hellen Bier
  Und spĂĽr Dich alkoholisch beben.
  Gleich magst du munter bellen hier.
  Das soll dich diabolisch heben.
Sei Satanist und rauche Hasch.
  Lass deinen Geist recht teuer fauchen.

  (Doch deine Seel verhauche rasch,
  Damit wir sie ins Feuer tauchen…)"

--

Prost Mahlzeit! Danke fĂĽr den Rat!
  Ein wohlgeschĂĽttelter Salat!

Wer sind die zwei? Ich kann’s erraten:
  Ein Satan und ein weiser Gott.
  Der eine hĂĽh, der andre hott.
Der eine will mich kochen und der andre braten.

O Gott, du bist ein Karajan,
  So flott schwingst du den Stab.
  Und lasse ich Mephisto ran,
  Der bringt mich recht auf Trab.
Mich solln die beiden werten Herrn
  Nicht weiter molestieren.
  Sie dĂĽrfen sich von mir aus gern
  Im Duo dirigieren.

(schaltet Computer aus)




II

Am Felsenstrand: Klippen. Graues Meer



Faust.

(blickt aufs Meer)

Kalter, grauer Leviathan,
  Rausche du in alter Ruh;
  Rausche ewiges Genesen.
  Götter, Geister, Mensch und Satan,
  Schweiget nun. Dir hör ich zu.
Aus dem Bauche spuckst du Wesen,
  Die sich drehen und vergehen,
  Wenn wir ihnen lange lauschen.
  Und am Ende bleibt bestehen
  Nur dein altes, kaltes Rauschen.
Poesie und Politik,
  TeufelsfĂĽrze, Götterfunken,
  Philosophen und Musik
  Möcht ich in Dein Wasser tunken.
Denn die Seele soll nur lauschen
  Deinem alten, kalten Rauschen.

Du bist wahre Poesie.

…wirf dich hinein - jetzt oder nie…

Stimme von hinten.

Wo finde ich den Weg zum Strand?

Faust.

(dreht sich um und erblickt einen Mann)

Verzeihung. Sind wir uns bekannt?

Mann.

Nur virtuell. Ich schrieb dich an.

Faust.

Was? Margarete -

Mann.

     Ja…

Faust.

        â€¦ein Mann?

Mann.

Die auch; und noch ein Herr Mephist…

Faust.

Wie? Beide? O mein Gott, wer bist…

Mann.

Dein Gott. Ein Mann. Ich bin dein Dichter.

Faust.

Der Thomas? Hat der zwei Gesichter?

Mann.

Ich?

Faust.

  Ja.

Mann.

    Nein!

Faust.
      Du!

Mann.

        Ich heiss Rolf-Peter.

Faust.

Den kenn ich nicht!

Mann.

      Nun gut. Bis später.

(entfernt sich)

Faust.

Herrje, was war das fĂĽr ein Wicht?
Er wirkt so linkisch, so verlegen.
Was mischt er sich in mein Gedicht?
Ich deklamierte grad verwegen.

Altes Meer, dein Leviathan -

  Mist! Jetzt fällts mir nicht mehr ein.
  Himmel, Hölle, Zwirn und Satan!
  Lässt man mich denn nie allein?!

Nur dein Rauschen hier, dein kaltes -

  Gar nichts hör ich im Moment.

Aus dem Chaos spuckst du altes -

  Mensch verdammt! Und sapperment!

Ja was nĂĽtzt mir die Natura,
  Kann ich sie nicht kontrollieren?
  Nur die menschliche Kultura,
  Nur ihr MĂĽll wird infiltrieren,
  Annulieren und kastrieren
Meinen mĂĽden morschen Geist.
  Und der ist bereits vereist.

Ja was nützt mir Lit’ratura
  Kann ich sie nicht formulieren?
  Von der stolzen Kreatura
  Kann mein Sinn nur abstrahieren,
  Indexieren und sinnieren.
Denn er ist bereits vergreist,
  Ignorant und abgespeist.

Ja, ich dichte con bravura,
  Meine Reime explodieren.
  In rhetorischer Figura
  kann ich vieles fabrizieren,
  modulieren und fingieren,
Und mitunter klingt es dreist.
  Doch der Inhalt? Der verwaist!

Ja, so seh ich die Futura.
  Ach, sie wird mich nur frustieren.
  Und der Rest ist die Tortura -
  Krebs und Gicht und Herz und Nieren,
  Krankheit, KrĂĽcken, Krampf, Krepieren.
Doch der Geier, der ist feist,
  Wenn er dann mein Aas umkreist.

Alter, kranker Leviathan.
Ja, wofĂĽr? Verflucht, wofĂĽr?
Warum holt mich nicht der Satan?
Stets geschlossen bleibt die TĂĽr.

Mephisto.

(erscheint aus dem Hintergrund)

Mein Freund, mein Faust, ich bin bereit,
Was schreist du so vermaledeit?
Wer labt sich an dem herben Suchen?
Es schmeckt mir nicht, dein derbes Fluchen.
Ein kecker Vers, wie sĂĽsser Kuchen,
Soll leicht und lecker uns verfĂĽhren.

Geöffnet seien dir die Türen.

Faust.

Was, schon wieder! Bist du nicht gegangen?

Mephisto.

(fĂĽr sich)

Nanu? Er wirkt heut reichlich unbefangen.

(zu Faust)

Ich bin ein andrer. Kannst du mich erkennen?

Faust.

Es spĂĽrt mein Bauch ein leichtes Brennen
Und meine Nase einen schwefligen Geruch.

Doch hoffe ich, ihr könnt mir nennen…

Mephisto.

Mephisto, hĂĽbsch, von altem Stamm.
"This poem" ist mein Anagramm.
Du kennst mich ja aus manchem Buch.

Faust.

"This poem"? Ja…, recht angenehm;
Doch scheint wahrhaftig "shit poĂŞm"
Als Anagramm mir noch weit besser!

Mephisto.

BravĂł, mein Faust! Du bist fantastisch!
Noch schärfer als ein Mackie Messer…,
Mephistiábolôsarkàstisch.

Faust.

Mal abgesehen von den SprĂĽchen,
Mit denen du hier nichts gewinnst,
So wirkst du, scheints, nur in GerĂĽchen
Und bist ansonsten wohl mein Hirngespinst.

Mephisto.

Ich deines? Hui, du bist mir ein Genie!
Mephisto bloss ein schwefeliger Shit.
Doch beide wuchsen aus der Fantasie
Desselben Dichters.

Faust.

     Nun, dann sind wir quitt!

Mephisto.

Der lebt nur seiner eitlen Poesie
Und glaubt, wir sind Erfindungen
Von diesem bisschen Bregen
In seines Hirnes Windungen.

Doch höre: Nur mit unserm Segen!

Wir sind es, die sein Denken
In unsre Richtung lenken.

Faust.

Vielleicht in deine, doch in meine nicht.

Mephisto.

Seit wann, bedauernswerter Wicht,
Bist du so ĂĽberaus bescheiden?

Faust.

Mir liegt das nicht, hier immer aufzuschneiden.

Mephisto.

Wem, dir?

Faust.

    Gewiss. Ich kanns nicht leiden!

Du störst! Ich war beim Meditieren
Im Rausche der Unendlichkeit.
Was kommst du mir beim Deklamieren
Mit deiner blöden Schändlichkeit?!

Mephisto.

Verzeiht der Herr! Ich hab euch da verfĂĽhrt
Mit meiner Schändlichkeit. Es ist geschehn.
Ich hoff, ihr habt euch nicht verkonjugiert!
Da hättet ihr euch fast - ich hab’s gesehn,
In einen Leviathan dekliniert.

Faust.

Ich denk, du nimmst mich auf die Schippe.

Mephisto.

Doch wolltest du nicht von der Klippe…

Faust.

Ich wollte gar nichts, und was geht’s dich an?
Es störte mich ein fremder Mann.

Mephisto.

(imitiert Faust)

Ja was nĂĽtzt mir mein Papiera,
  Bin ich doch nicht auserkoren.
  Wenn ich hier am Strand spaziera,
  Haben alle sich verschworen,
  Editoren und Zensoren.
Ach ich armer, alter Faust!
  Wie es mir vor ihnen graust!

Ja, da kommt mir ein Vampira,
  Und der riecht so leicht vergoren;
  Kommt mit giftgen Elixira.
  Ach, Ich glaub, ich bin verloren.
  Meine Ohren mĂĽssen schmoren.
Ach, er kommt vorbeigesaust!
  Und schon bin ich ganz zerzaust!

(singt hämisch)

Kalter, grauer Leviathan
  Schlummre sanft in meinem Herzen,
  Denn es ist bereits aus Stein.
Kommt nicht schnell ein kleiner Satan,
  weckt mich auf mit seinen Scherzen,
  Ja, dann fällt mir nichts mehr ein.
  Tja, dann fällt mer nix mehr ein.
Aus dem Bauche spritzt die Jauche
  in die Höh wie’ne Fontain.
  Und ich fauche und verhauche
  Meine Seel so wunderscheen.
Und es stinkt der Leviathan
  Wie ein altes, fettes Schwein.
  Kommt nicht schnell ein kleiner Satan.
  Tja, dann fällt mer nix mehr ein.
  Tja, dann fällt mer nix mehr ein.

Faust.

Es reicht.

(geht ab)


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Herr MĂĽller
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Unglaublich

Unglaublich, wirklich unglaublich gut das Ganze lieber Rolf-Peter. Ich habe das Ding in einem Atemzug durchgelesen, zwar noch nicht alles verstanden, aber dann lese ich es eben ein zweites Mal. Es macht Spaß zu lesen und wird auch Spaß machen, wenn man es irgendwann auf der Bühne hört. Da bin ich guter Hoffnung.

Henrik
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Wer das Wort sucht, wird den Reim ernten.

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Rolf-Peter Wille
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Vielen Dank, lieber Henrik! Es freut mich ausserordentlich, dass es Dir Spass macht. Es ist uebrigens ganz lustig, so ein Versdrama zusammenzustellen, und immer in ein anderes Kostuem zu schluepfen. Schwierig ist aber die Kontrolle des dramatischen Aufbaus und hier bin ich natuerlich ein voelliger Amateur.

Liebe Gruesse,
Rolf-Peter

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fatamorgana
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mir scheint die leute sind erschlagen
oder stumm voll wohlbehagen
daher tun sie kaum was sagen...

hab den faust als kind mal im theater gesehen
aber ziemlich wieder vergessen

dein verdienst dass du uns hier die große literatur aufbereitest und so rasant gereimt näher bringst

oder gibt es inhaltlich groĂźe abweichungen von deinem vorbild? setzt du es als bekannt voraus?

werde es mit spannung weiter verfolgen


grĂĽssli
morgana
*pl°p*

__________________
- vorsicht, frisch erfunden! -

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Rolf-Peter Wille
???
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Hallo morgana,

interessante Frage! Es gibt eigentlich eine Reihe von "Faeusten", eine Volkssage, den Goetheschen, den Lenauschen, den "Dr. Faustus" von Mann, und wahrscheinlich eine Reihe anderer, die ich nicht kenne. Ich bin natuerlich beeinflusst von Goethe, Lenau und Mann, aber bereits die Hauptcharaktere (Faust, Mephisto, Margarete) sind anders bei mir. Mephisto ist vielleicht am aehnlichsten, aber mein Faust ist kein Forscher wie bei Goethe sondern ein Kuenstler wie bei Mann, aber natuerlich nicht so "kristallin" sondern eher diffus. Margarete habe ich ersetzt durch "Meager Art" (sie tritt erst in der dritten Szene auf), ein Anagramm von Margarete. Sie ist die Tochter Mephistos. Die Handlung ist sehr anders als bei Goethe, Lenau oder Mann, aber gewisse Szenen koennte man als Parodie interpretieren. So lasse ich in der 14. Szene z.B. Mephisto als Geigenvirtuosen auftreten. Er verfuehrt alle mit seinem Geigenspiel, und das entstammt natuerlich dem "Tanz in der Dorfschenke", jener Szene aus Lenaus Faust, die Liszt fuer seinen Mephistowalzer benutzt hat (ich lasse Faust da natuerlich dann auch den Mephistowalzer am Klavier spielen). Fausts "Computerzimmer" bei mir erinnert natuerlich an das "Studierzimmer" bei Goethe, und die "Stimme aus dem Computer" hat was vom "Geist". Aber dies sind eigentlich eher Ausnahmen.

Setze ich die Vorbilder als bekannt voraus? Hmm..., vielleicht ist es so wie bei den Schwiegereltern: Man versteht den Ehepartner sicher besser, wenn man sie kennt, aber vielleicht ist es auch besser, wenn man sie nicht zu genau kennt...

Viel Spass beim Weiterlesen und liebe Gruesse,
Rolf-Peter

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fatamorgana
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thanx fĂĽr den faustdicken ĂĽberblick!
gabs nicht noch nen urfaust? ist das der von goethe?

habe beschlossen
mir den deinen erstmal jungfräulich einzuverleiben

grĂĽssli
morgana




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- vorsicht, frisch erfunden! -

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Udogi-Sela

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Wenn du dies liest, mein Guter,
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Hast Du mich in Deinem Werk eingebaut?

GroĂźartig!

findet
Udo

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Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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