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Leselupe.de > Gereimtes
Faust als Selbstmörder
Eingestellt am 23. 03. 2004 18:20


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Rudolfus
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Faust hat das Gift in seiner Verzweiflung wirklich getrunken und muss zum Gerichtstermin beim Herrn, der einen ziemlichen Zorn hat, weil Faust den göttlichen Heilsplan ruiniert hat, demzufolge "ein Mensch in seinem dunklen Drange" undsoweiter...

Herr:
Was willst du hier vor meinem Thron,
Du Erdenwurm und Himmelsstürmer?
Bist du der Faust, den ich geliebt wie einen Sohn?
Bist du es denn? Was fressen dich die Würmer?

Faust:
Ich steh allhier als kleiner Wicht,
Das Leben war mir Last und Plage.
Und mein begrenzter Sinn verhüllte mir die Sicht,
Der Schwermut Schatten stellten es in Frage.

Herr:
Und meinst du wohl, du könntest es verschenken,
In Düsternis und Todessehnsucht dich versenken?

Faust:
Ich strebte sehnsuchtsvoll zu Dir, o Herr.
Doch schroff ward ich zurückgewiesen.
Da war das Leben mir so schwer.
Ich konnt's nicht mehr ertragen,
Wollt's beschließen.

Herr:
So nimmst du dir mit eitler Hand
Das Recht heraus, dich selbst zu richten?
Darob erfasst mich wüster Graus,
Wie konntest du dich so vernichten?
So kannst du nicht ins Paradies,
Ich werfe dich ins finsterste Verlies.

Faust:
O Herr, in düstern Erdenstunden
Hat Trübsinn mich zu sehr gebunden.
Ich sah die Dinge allzu schwarz,
Mir quollen Tränen wie von Harz...
......

Wenn's nur einer weiterlesen möchte, dann setze ich gern meinen "Fäustling" fort. Vielleicht findet Faust doch noch Gnade vor dem Herrn. Hinwiederum: Auch der Herr steht unter Erfolgszwang!

Rudolfus
__________________
Sieh auf zu den Sternen, hab' acht auf die Gassen...

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Schakim

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Hi, Rudolfus!

Herr:
Ein letztes Mal möcht' ich dich jetzt erlösen.
Noch sei die Zeit dir nicht für diesen Bösen.
Dein Schicksal wird dich wiederholt verweben.
Du sollst auf Erden munter weiterleben.

Faust:
Ich bitte dich, mein Herr, lass mir den Frieden,
dann löst sich dieses innere Sieden.
Die Welt kommt ohne mich gut aus.
Lass' mich doch hier im Irrenhaus.

Herr:
Ein Teufel werd' ich hier mit dir.
Nun, sei mein Gast und glaube mir,
das Leben macht dann einen Sinn,
steht man erst richtig mitten drin.
Du solltest doch noch gar nicht gehen,
hast viel zu wenig von der Welt gesehen.

Faust:
Dann gebt mir eine Frau zum Lieben -
Eine Rose mit viel Blütentrieben,
damit ich alles anders mache
und endlich wieder herzhaft lache!


LG
Schakim
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§§§> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim Aufblühen <§§§

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Rudolfus
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Mein Fäustling

Hi, Schakim, von Dir beehrt zu werden,
Das ist wie ein Ritterschlag auf Erden.
Ein Dichter wie Du hat erfasst das Wesen
Und lässt unsern Faust an der Liebe genesen...

Danke für Deine Verse


So habe ich mir die Fortsetzung vorgestellt:

Herr:
O Fauste, Fauste, warum nur
Hast du die Schöpfung mir verdorben?
Ich gab das Streben aller Kreatur
Auch dir. Doch Finsternis hat sich umworben.
So folgtest du dem dumpfen Trieb,
Dem Bösen hast du dich ergeben,
Dich fortgeschlichen wie ein Dieb.
Der Hölle überlasse ich dein Leben.

Faust:
Ich nehm' es an, ich Wicht aus Staub,
Bin wen'ger wert als dürres Laub
Im Wintersturm, ich Erdenwurm...

Herr:
Du dauerst mich in deinem Gram,
In deinem düstern Streben.
Dir Demut macht das Herz mir warm,
Ich will eun neues Dasein für dich weben
Und sende dich nochmal zurück,
Gewähre dir ein Erdenglück.
So kannst du dich bewähren,
Der Schöpfung Heil zu mehren.
Doch hüte dich vor Leid und Zorn!
Sie waren stets ein wüster Born
Des Elends und der Sorgen.
So fühle dich geborgen
In meiner Schöpfung heiterm Licht,
Sei du kein Wurm, kein eitler Wicht.
Du wirst die Straßen kehren
Und Güllekübel leeren.
Und wenn es dir zu sehr mal stinkt,
So denk an deine Kammer,
Wo du in dunkler Nacht umringt
Von allem ird'schen Jammer.
Ergreife Schaufel, Besen, Blech,
Nun troll dich fort, nun scher dich weg!

Faust (tiefe Verbeugung):
O Herr, ich lob' die Weisheit Dein,
Dein Diener will ich immer sein.
Ergreif' mit Freude meinen Besen,
Bin jämmerlich zu lang gewesen! (ab)

Mephisto (voller Zorn und Verweiflung):
Von Zeit zu Zeit sah ich den Alten gern,
Besuchte ihn auf seinem sonn'gen Stern.
Wie kann der Schöpfer aller Wesen
So etwas tun? Ganz unerhört
Ist dieser Eingriff ja gewesen!
Ich bin empört, ich bin verstört!
Mit schnöder Hand raubt er mir meine Beute,
Greift ein in der Natur uraltes Recht.
Ja, ja, die hohen Herren, das sind Leute,
Die sich nicht kümmern ums Gesetz. Wie schlecht
Sind sie im Herzen drinnen!
Aufs neu' muss ich beginnen,
Zu suchen eine Seel', die mein.
Fluch sei dir, Himmel, einen Stein
Würf' gern ich dir ins Paradies.
Das war gemein, das war ganz fies...

Rudolfus
__________________
Sieh auf zu den Sternen, hab' acht auf die Gassen...

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Schakim

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Hi, Rudolfus!

Herr:
Schaut da, da geht der Teufel
und er hegt plötzlich Zweifel ...
Das Gute soll doch siegen!
Das Böse überwiegen!
Ein uraltes Gesetz ist das!
Da geht der Satan leichenblass!
Was hätt' er denn mit Faust gemacht,
das frag' ich nun bei Mitternacht?
Der Faust ist nur ein armer Mann!
Schaut euch doch diesen Typ nur an,
wie er nun seinen Besen schwingt
und locker, leicht dazu noch singt ...

Faust:
Ich wische hier - und glaubt es mir -
ich wische gut und gern -
Noch ist der Teufel fern!
Ein Ausweg gab mir dieser Gott
und ich, ich Wicht, ich fand nur Spott!
Jetzt wische ich der Menschen Übel
hinfort und weg in einen Kübel.
Das Gute soll - wie es geschrieben -
endlich alle Menschen lieben ...
Mir gab der Herr nun frische Kraft -
Vielleicht dass diese es nun schafft,
den Frieden zu den Völkern tragen,
die immer noch in Krieges Plagen
und blutigem Gemetzel toben.
Vielleicht nun sehen sie nach oben
und finden Gottes Wort geschrieben ...
Auch wenn sie es nie lieben,
sie sollen es nur achten
und nie mehr Völker schlachten!

Mephisto:
Herbei! Herbei! Ihr Lumpenpack!
Ihr tragt Verlogenheit im Sack!
Ich werde euch zur Hölle tragen,
da könnt ihr endlich liebend klagen!
Da könnt ihr wüten, toben, brausen ...
Was seid ihr doch nur für Banausen?
Das Böse ist es, das stets siegt,
weil Gutes immer unterliegt!
Ich Teufel, ich bin auf der Welt,
damit sie auseinanderfällt!
Ich sitz euch Menschen stets im Nacken
und werd' euch biegen und euch packen!

Herr:
Der Kampf im Leben wird stets bleiben.
Oh, Faust, wisch gut!
Du musst noch schreiben,
was sich tut!

...


Dir einen schönen Tag und danke für Deinen "Fäustling"!!!
LG
Schakim
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Rudolfus
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Immer noch mein Fäustling

Hallo Schakim,

Du hast das Theodizee-Problem auf den Punkt gebracht, indem Du von Faust, dem Gülleleerer, den Bogen zu den verfeindeten Völkern geschlagen hast.

Denn in der besten aller Welten,
Da darf kein Heuschreck sich erkälten.
Dass Menschen sich die Köpf' einschlagen,
Das kann uns wahrlich nicht behagen.
Der Faust jedoch tut fast mir Leid.
Doch kommt für ihn vielleicht die Zeit,
Wo er, dem Herrn zum Lobe,
Sich wiederum erhöbe
Und priese Gott, die Schöpfung sein
Und wäre nimmer mehr allein.
Hinwiederum: Der Schöpfung Ehr'
Wächst ohne Dreck an Wert gar sehr!
Drum lassen wir den alten Kracher
Und seinen Teufels-Widersacher
Auf Erden noch ihr Wesen treiben.
Nun ist's genug mit diesem Schreiben...

Danke für Deinen schönen Verse

Herzlich

Rudolfus
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