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Leselupe.de > Gereimtes
Federflaumlippen
Eingestellt am 23. 04. 2004 19:23


Autor
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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

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Ein letzter Blick in deine Kaisermondaugen,
dann k├╝sse ich dich noch einmal, schnell
und fl├╝chtig ber├╝hren sich unsere Lippen,
und dann bin ich fort,
und du bleibst zur├╝ck,
bist niemals allein, denn allein zu sein,
das liegt dir nicht,
zu viele, die f├╝r dich sterben w├╝rden,
mal schnell nebenbei.

Und ich setze mich wieder auf Fensterb├Ąnke,
trinke Weinbrand aus Flaschen und tanze im Regen
und suche den Kampf, bin rastlos, verwegen,
wachse t├Ąglich und bin bald die G├Âttin des Lebens,
vergebens,
denn du fehlst mir
vielleicht.


Ein letzter Blick in deine Kaisermondaugen,
dann k├╝sse ich sanft deinen Federflaummund,
sehe jetzt keinen Grund, am Montag Morgen,
mich um morgen zu sorgen,
mich zu sch├Ąmen f├╝r S├╝nden, die alle begehen,
mein artiges Karma, es wird mich verstehen.
Und wie k├Ânnte ich diese Lippen verschm├Ąhen,
die Kraft des Momentes, das Rasen der Lichter,
das wogende Feld im Herzen der Stadt,
den Sog unsres Tangos,
das Bett auf der Erde, elastisch und sandig,
vollkommen
benommen.

Und ich sitze zuhause und
freue mich leidlos,
Symbiose im Tosen der Einmaligkeit,
Verwegenheit, dass nun nicht einmal ein Schatten
die Erinnerung tr├╝bt, die Geschichte verbiegt,
der Gesellschaft erliegt, der Moral unsres Strebens.

Und ich ├Âffne mich weiter
und sprenge die Fesseln;
wie einfach es war, dich schnell mal zu lieben,
zur├╝ck sind mir Leben und Freiheit geblieben.
__________________
Leben ist das, was passiert, w├Ąhrend Du eifrig dabei bist, andere Pl├Ąne zu machen.
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black sparrow
H├Ąufig gelesener Autor
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Hallo Maja,

f├╝r dieses Gedicht m├Âchte ich mich einfach nur bedanken.
Es ist ein ganz (mit vier a) gro├čes Liebesgedicht,
das auf geschickte Art Tradition und Moderne verbindet.
Das geht direkt in die Magengrube, tief empfunden
und intelligent, und es tr├Ągt Bilder und Formulierungen...
Federflaummund, da f├Ąllt mir nichts mehr ein, echt! Boah!
Kaisermondaugen ebenso, und wenn ich die ganzen S├Ątze aufz├Ąhle, die mir gefallen, wird das hier eine Geschichte.
Einfach genial! Zum neidisch werden.

Etwas zu meckern hab ich aber doch:
Es sind zuviele "unds" darin. Ich kann aber nicht genau
sagen, an welchen Stellen, denn wenn ich es versuche, rutscht mir das Ding unter den H├Ąnden weg.
Vielleicht kommst du ja selber dahinter, wenn du es ├Âfter mal laut liest!

Ansonsten, irre gut!

Tanz sch├Ân in den Mai!

black sparrow



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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

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Lieber Black Sparrow, danke dir sehr f├╝r deine gro├čartig netten Worte zu meinem kleinen Gedicht, freut mich sehr, dass es dir gef├Ąllt.
Die "und"s ... jaaaa, du hast nat├╝rlich recht, dass es viele sind, und es ist ein interessanter Hinweis f├╝r mich, dass dich das st├Ârt. Ich werde noch einmal dar├╝ber nachdenken. Es war allerdings schon so gedacht. Das ist nun nicht besonders sprachgewandt zu sagen "ich wollte das so", ohne es begr├╝nden zu k├Ânnen, mir war vielleicht der Sog wichtig, die atemlose Erz├Ąhlweise, der durch ein "UND dann" oder "UND ├╝brigens" immer noch eine weitere Zeile hinzugef├╝gt wird. Besonders beim "und ich setze mich wieder auf Fensterb├Ąnke"-Absatz erscheint mir das Gedicht ein bi├čchen, als w├╝rde ich es singen, was nun ebenfalls nicht rational zu begr├╝nden ist. Da habe ich aber das erste "und" bewusst gesetzt, und danach war es in meinem Rhythmus drin.

Glaub ich.

Falls jemand dies liest, w├Ąre ich wie immer an Meinungen interessiert, ob alle von den ganzen "und"s gest├Ârt werden.

Bis dahin sch├Âne Sonntagsgr├╝├če, und danke f├╝r dein Interesse, black sparrow! Maja
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Jongleur
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na und?

Hallo Maja,

gef├Ąllt mir sehr!!
Leichtigkeit, Lebenssinn, Liebe.
Opulent das Gedicht - wie diese beschriebene Liebe -
bisschen seltsam dies (wertende?) "schnell mal", es k├Ânnte auch als "nebenbei" gedeutet werden, an Wert verlieren dadurch.
Denn worauf k├Ânnte es sich beziehen, soviel Eindr├╝cke, Impulse, Gl├╝ck, Lebendigkeit, wie dadurch entstanden, wollen doch kaum mit "schnell mal" ad acta gelegt werden? Wahrscheinlich - soll es au├čer der zeitlichen Komponente eine ... Unkompliziertheit beschreiben.

Die "und" haben nicht gest├Ârt. Es ist ein ├╝berstr├Âmend erz├Ąhlendes Gedicht, da empfinde ich die verbindenden, atemlosen UND als erz├Ąhlerisches Mittel.

Es w├Ąre genau so gut ohne die "und" vorstellbar, gestrafft, gezielter, konzentrierter. Aber es w├╝rde dann wieder ein anderes Gedicht werden, denke ich.

Gr├╝├če vom Jongleur

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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

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eigentlich doch

Hallo Jongleur, danke f├╝r deine lobenden Worte.
Hm, das "schnell mal" sollte schon die Verg├Ąnglichkeit der Situation andeuten, weniger "nebenbei" als "einmalig und nicht zu widerholen". Grundgedanke war, dass es diese Begegnungen voller Magie und Wunder gibt, nach denen man sich aber meistens schlecht f├╝hlt, weil man sie irgendwie wiederholen oder festhalten will. Dieses Konzept wollte ich brechen.
Deswegen die Wiederholung der Szene: das erste Mal, als sie sich von ihm l├Âst, verf├Ąllt sie in alte (so melodramatische wie bittere) Klischees, und dann spult sich die Szene noch einmal ab, und sie erkennt pl├Âtzlich, dass sie ihn "schnell mal" lieben durfte und nun nicht verpflichtet ist zu trauern, sondern sich freudig erinnern kann. Macht das Sinn?

Hm. Jetzt habe ich deinen Kommentar gerade noch einmal gelesen und vermute, dass du das Gedicht durchaus so aufgefasst hast, wie es gemeint war und das "schnell mal" in dem Sinne bem├Ąngelst, dass es nicht nur Unkompliziertheit impliziert, sondern die Situation auch abwertet. Ich werde dar├╝ber nachdenken und auch dar├╝ber, ob mir eine Alternative einf├Ąllt.
Allerdings bezog sich das "schnell mal" auf die vielen, die f├╝r ihn sterben w├╝rden, "mal schnell nebenbei". Rettet das etwas?

Etwas verwirrte Gr├╝├če von Maja, die heute etwas langsamer tickt ...
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Jongleur
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Hallo Maja,

Hm. Jetzt habe ich deinen Kommentar gerade noch einmal gelesen und vermute, dass du das Gedicht durchaus so aufgefasst hast, wie es gemeint war

ja-ha

und das "schnell mal" in dem Sinne bem├Ąngelst, dass es nicht nur Unkompliziertheit impliziert, sondern die Situation auch abwertet.

So meinte ich es.

Ich werde dar├╝ber nachdenken und auch dar├╝ber, ob mir eine Alternative einf├Ąllt.
Allerdings bezog sich das "schnell mal" auf die vielen, die f├╝r ihn sterben w├╝rden, "mal schnell nebenbei". Rettet das etwas?


Ja, das schooon ....

kurz ... kurzzeitig ... kurzweilig (verfremdet) ... eine kurze Weile ... eine Zeitlang ... eine kleine Zeit ... einen Tag lang ... f├╝r einen Sommer ...

Ich wei├č auch nichts.
Und schon gar nichts, was einen Reim erf├╝llen k├Ânnte.

Beunruhigt stelle ich fest, dass man (man?) dem Mann die kurzzeitigen (von drei Monaten bis One Night) Beziehungen eher zugesteht - und die Frage nach der Wertung des "schnell mal" erst einsetzt, als Frau sich auf das selbe Recht und die ihm innewohnende Freiheit, den schieren Genuss ohne schlechtes Gewissen besinnt ...

Beim zweiten "schnell mal" schwingt irgendwie eine ... Nachl├Ąssigkeit mit, ein Abhaken, ein nicht-bei-der-Sache-sein, Nebens├Ąchlichkeit, es geht mit dem "ich mach mal schnell ...", "ich geh mal schnell zum ..." eine Unwichtigkeit einher, nichts, was wirklich ber├╝hrt oder tangiert.
Ich unterstelle aber mal, dass die Momente dieser Beziehung erlebensintensiv gewesen sind (und das ist es, was mir das "schnell mal" kaputtzumachen scheint) - nur ist es eben keine Liebe f├╝rs Leben oder f├╝r l├Ąngere Dauer gewesen.

Jongleur

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