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Leselupe.de > Kurzprosa
Fehlgeburt
Eingestellt am 03. 11. 2009 16:22


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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

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Fehlgeburt ?

Dann ließen die Schmerzen nach.
Das Kind gab seinen ersten krÀftigen Schrei.
„ Es ist ein Junge. Was fĂŒr ein Prachtkerl.“
Die Hebamme lÀchelte, trennte die Nabelschnur, wusch das Blut von ihm ab,
wickelte den Winzling dann in ein Tuch, und legte ihn Klara auf die Brust.
„ Er ist so klein“, sagte Klara erschöpft.“ Sehen sie nur, die dĂŒnnen Ärmchen.“
Die Hebamme schĂŒttelte energisch den Kopf.
„ Ist doch noch ein Baby. Das wird schon.“
„ Gustav war auch so klein. Und er war immer krank. Und Ida war auch
so zierlich, hat gehustet, bis sie starb.“
TrÀnen schossen aus ihren Augen.
„ Dieser hier wird leben. Ganz bestimmt. Hören sie doch nur. Diese krĂ€ftige
Stimme!“
„Und Otto kam schon tot auf die Welt.“
„ Klara, der Junge wird leben. Ist kerngesund!“
„ Drei Kinder habe ich zu Grabe getragen. Seit Wochen bin ich in die Kirche gegangen, und hab gebetet:
Lieber Gott, den lass leben. Mehr Tod ertrag ich nicht!"
Sie blickte lange auf ihren Jungen.
„Er sieht so schwach aus.“
„Ach Klara schauen sie doch. In einem halben Jahr wird er das erste Mal auf eigenen Beinen stehen. Wird anfangen zu sprechen und sie auf Trab halten. Vertrauen sie mir.
Ich hab schon viele Kinder, wie diesen, auf die Welt gebracht. Sie werden sehen. Wie soll er denn heißen?“
Klara lÀchelte erschöpft. In ihren Augen Glanz.
„ Wir werden ihn Adolf nennen“, antwortete sie und drĂŒckte den Neugeborenen
ganz fest an sich.




__________________
RL

Version vom 03. 11. 2009 16:22
Version vom 03. 11. 2009 19:10
Version vom 03. 11. 2009 21:55
Version vom 04. 11. 2009 14:53
Version vom 05. 11. 2009 00:58
Version vom 05. 11. 2009 13:07

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Thylda
???
Registriert: Aug 2002

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Lieber Ralf

Ob Dein Text in das Forum gehört, in dem er steht, kann erst mal dahinstehen, denn die Aussage des Textes ist wichtiger als die Form. Dein Text soll ĂŒberraschen. Das tut er auch. Dennoch habe ich, so wie es ist, Zahnschmerzen damit.
Kein Kind ist unwertes Leben, nicht einmal, wenn spĂ€ter eine fĂŒrchterliche Person daraus wird. Jeder Mensch ist immer nur so mĂ€chtig wie andere ihm diese Wichtigkeit zulassen. Kein Geld, keine noch so guten Verbindungen können jemanden davor retten, ins Aus manövriert zu werden, wenn die Gesellschaft dies will. Oder umgekehrt, auch der unfĂ€higste Tropf kann hochgejubelt werden. Es liegt an uns. Klara Hitler hat ein Kind geboren, das unser Land und viele andere ins UnglĂŒck stĂŒrzen sollte. Diese Geburt war kein Fehler. Adolf tun zu lassen, was er tat, war es. Deshalb kann ich mich mit dem Titel nicht anfreunden. Wie wĂ€re es mit „postnatale Komplikationen“ oder „folgenschwere Geburt“ oder so etwas?

Liebe GrĂŒĂŸe
Thylda

__________________
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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

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Liebe Thylda,
ich habe noch keinen passenden Titel.
ich wollte nicht soviel verraten
Erst sollte die Geschichte " Geburt einer Tragödie" heissen.

Schien mir aber zu dick
Vielleicht stelle ich einfach ein Fragezeichen dahinter.
was denkst du?

Ansonsten spricht der text fĂŒr sich selbst

lg

ralf
__________________
RL

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

lieber ralf, sei mir nicht böse, aber ich find den text grauenhaft. nicht nur, dass er uns die geburt eines kindes so langweilig schildert, wie sie halt ablĂ€uft, wenn man nicht selbst beteiligt ist - der versuch, "pep" erzwingen zu wollen dadurch, dass man das kĂŒken eines monsters daraus macht (warum nicht stalin, harmann, pol pot oder den hirsoshima-bombenabwerfer?) ist so platt und abgegeriffen, dass man sich ein wenig genieren sollte, ihn hier einzustellen. der mutter dann noch den "werd mir ein ganz großer"-schmarren in den mund zu legen, ist peinlich.

kann ja mal passieren, aber das genre ist wirklich so abgenudelt ("warum nur hat vater hitler kein kondom benĂŒtzt!"..."mit ihrem baby ist alles in ordnung, frau hitler, sagte der arzt"..."hitler or baby boom" etc.) und so geschmacklos, dass ich aus literarischer sicht freundschaftlich rate: hau weg den scheiß!

liebe grĂŒĂŸe aus mĂŒnchen

bluefin



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Thylda
???
Registriert: Aug 2002

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Lieber Ralf

Ein Fragezeichen dahinter wĂŒrde meines Erachtens das Problem nicht Ă€ndern. Eine Fehlgeburt bedeutet, daß das Kind stirbt. Das ist hier ja gerade nicht der Fall.
Dann ĂŒbertragen gesehen die Geburt eines Kindes einen Fehler zu nennen halte ich nicht fĂŒr richtig. Als Beispiel: Bei einer mißlungenen Sterilisation wird regelmĂ€ĂŸig der behandelnde Arzt auf Schadenersatz verklagt. Dabei ist nicht das Kind der Schaden, sondern die durch das Kind entstehenden Kosten. Hier ist demnach auch nicht die Geburt des Kindes Adolf der Fehler, sondern sein Handeln als Erwachsener. Seine Geburt ist natĂŒrlich in der Zeitschiene nicht wegzudenken ohne das Ergebnis, aber seine Geburt war nicht der Grund seines spĂ€teren Handelns. Deswegen paßt der Titel meines Erachtens nicht, schlimmer noch, er verdammt den SĂ€ugling.
Zu wirr?

LG
Thylda

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Elaria
Festzeitungsschreiber
Registriert: Oct 2009

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Lieber Ralf!

Auch ich bin schockiert(als Frau?). der Titel lÀsst etwas völlig anderes vermuten. Von Zeile zu Zeile war mein Kopf verwirrter, bis ich am Ende vielleicht kapiert habe, was Du meintest.

Keine Frau, die Kinder verloren hat, ob als Fehlgeburt, Totgeburt oder als tragische TodesfĂ€lle im Kleinkindesalter hat diese Gedanken, oder Dialoge, die diese Klara angeblich im Kreißsaal von sich gibt.
Man bittet um das Leben, oder hofft bis zum Schluss. Es ließt sich eher wie eine Abhandlung, nicht wie die Prosa einer Geburt.
Das aus meiner Sicht, ohne mich an die Namen der Geschichte zu wagen.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Elaria

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