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Leselupe.de > Anonymus
Feierabend...
Eingestellt am 08. 03. 2005 16:46


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Wieso sagen immer alle nur „Feierabend“, wenn sie sich vom Dienst verabschieden? Solch ein Wort steht doch eigentlich nur denen zu, die auch wirklich den Abend verfeiern! Das d├╝rften so viele nicht mehr sein. Denn wer macht nicht noch so dies und das nach seinem offiziellen Dienst, Amt, Beruf etc.?

Zum Beispiel der Feuerwehrmann, der sich zwar verabschiedet von den Kollegen, jedoch auf Grund seines Bereitschaftsdienstes mit einem neuerlichen Einsatz rechnen mu├č: sollte der sich nicht besser mit „Feuerabend“ verabschieden?

Oder die Finanzsachbearbeiterin. Sie w├Ąre ehrlicher, w├╝rde sie sich bei den Kolleginnen ihrer Abteilung mit dem Wort „Steuerabend“ ausklinken. Setzt sie sich doch flugs nach dem Salatblatt, das ihr Abendbrot bildet, an den PC und bastelt an Steuererkl├Ąrungen f├╝r Bekannte...

Die brave Sekret├Ąrin, die sich am sp├Ąteren Abend in Hihg-heels und Minirock nach zahlendem Publikum umschaut, m├╝├čte im Prinzip mit dem „Freierabend“-Gru├č das B├╝ro verlassen. Der Putzfrau, die weitere Privathaushalte durch den Abend bis in die Nacht bewienert, w├Ąre ein „Scheuerabend“ angemessen. Der alleinstehende Geizhals sollte sich mit „Teuerabend“ von den Mitarbeitern verabschieden, wenn er denn vor hat, sich diesen Abend mit einer D├Âner am n├Ąchsten Stande in Unkosten zu st├╝rzen...

Dem Bankr├Ąuber, der den n├Ąchsten Coup in der Stadtsparkasse von Pleitendorf plant und meint, diesmal beim Abtransport der Beute nicht ohne Hilfe auskommen zu k├Ânnen, sollte ein „Heuerabend“ als pr├Ąziser Abschiedsgru├č vom offiziellen Dienst gelten. (Wobei nur noch gekl├Ąrt werden m├╝├čte, ob es f├╝r einen solchen einen solchen gibt...)

Vom Schw├Ątzer will ich nicht reden. F├╝r ihn kommt nat├╝rlich nur ein „Seierabend“ in Frage. Aber Schw├Ątzer dr├╝cken sich nie pr├Ązise aus, man kann also von dieser Spezies keinesfalls Sprachpr├Ązision verlangen.
Weitere m├Âgliche Gru├čvarianten w├Ąren: „Schreierabend“ f├╝r den hysterischen Familienvater; „Meierabend“ f├╝r den Vereinsmeier; „Geierabend“ f├╝r den Hobbyornithologen; „Leierabend“ f├╝r den Besucher von Blockfl├Âtenkursen an Volkshochschulen; „Reiherabend“ f├╝r den Freizeitalkoholista; „Speierabend“ f├╝r den einsamen Zyniker – der Varianten sind unendlich viele.

Wie wir alle wissen, und wie meine Ausf├╝hrungen an Hand der bekannten Gru├čformel in ├╝berzeugender Weise zeigen, bietet unsere sch├Âne deutsche Sprache die diffizilsten M├Âglichkeiten zur Variation festgef├╝gter Idiome, mithin also eine fast unaussprechlich riesige Zahl von Wort- und Begriffskombinationen zur Findung eines der Situation semantisch ad├Ąquaten Ausdruckes. Leider liegt dieses Potential brach, bleibt ungenutzt, so wie die grauen Zellen der Anwender. Schade drum. Trotzdem w├╝nsche ich noch einen sch├Ânen

Feierabend!

PS.: Ich bitte um Entschuldigung, ich meinte nat├╝rlich: Writerabend!


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