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Leselupe.de > Humor und Satire
Feindschaft will gepflegt sein.
Eingestellt am 06. 03. 2003 20:26


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M├Â├čner, Bernhard
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Es gibt Menschen, die brauchen, um gl├╝cklich zu sein, nicht nur ein paar gute Freunde, sie brauchen dazu auch mindestens einen richtigen Feind. Aber auch die Kunst, sich Feinde zu machen, will gelernt sein!
Die sicherste Methode dazu ist die, einem Freund etwas zu schenken, und das Geschenkte nachher von ihm zur├╝ck zu fordern.
Maddas Niessuh war einmal so ein Freund von mir, das hei├čt, eine richtige M├Ąnnerfreundschaft war es nie, es war eher eine enge Interessengemeinschaft, was uns verband. Maddas und ich, wir hatten damals einen gemeinsamen Feind. Es handelte sich dabei um Nari, einem fanatischen Spinner mit religi├Âsem Heilswahn. Nari war eigentlich mein Feind, aber Maddas Niessuh konnte den Typen auch nicht ausstehen, so gelang es mir, ihn davon zu ├╝berzeugen, dass es Nari haupts├Ąchlich auf ihn abgesehen h├Ątte.
Ich erz├Ąhlte ihm, was Nari, der fr├╝her einmal mein guter Kumpel war, mir alles ├╝ber ihn, Maddas Niessuh, anvertraut h├Ątte.
Maddas regte sich furchtbar auf und t├Ânte in der ganzen Stadt herum, wie er Nari diese L├╝gerei heimzahlen wolle: An den Ohren werde er ihn hochziehen, und ihn anschlie├čend r├Ądern und vierteilen lassen!
"Du bist daf├╝r aber denkbar schlecht ausger├╝stet", sagte ich zu ihm, aber Maddas begann, mir seine bew├Ąhrten Kampftechniken als einem gerichtsbekannten Raufbold zu erkl├Ąren.
"Was du brauchst, ist eine Waffe", erkl├Ąrte ich ihm, "Nari ist ein gef├Ąhrlicher Gegner, der in seinem Haus ├╝ber ein ganzes Waffenarsenal verf├╝gt", gab ich ihm zu bedenken.
Meine Verkaufsstretegie war erfolgreich! Maddas brauchte ganz schnell und "hintenherum" gute Waffen, und ich konnte ihm rein zuf├Ąllig einiges in dieser Richtung anbieten.
Ich verschaffte ihm ein Gewehr und einen Revolver, dazu die passende Munition, und zwar GESCHENKT!
Na ja, also fast geschenkt! Jedenfalls sehr g├╝nstig gegen├╝ber dem Neupreis, den ich zwanzig Jahre zuvor daf├╝r bezahlt hatte.
Maddas wollte Nari, mit dem er manch H├╝hnchen zu rupfen hatte, bei Nacht und Nebel auf dessen Hof besuchen und geh├Ârig verpr├╝geln, wie er mir sagte. Mich ging das alles ja nichts an! Rein ├╝berhaupt nichts!
Aber Nari schien vorgewarnt zu sein. Maddas zog den K├╝rzeren, trotz meiner fast geschenkten Waffen; er kam mit einem dick verbundenen Kopf bei mir vorbei. Nari verf├╝gte tats├Ąchlich ├╝ber ein ganzes Arsenal modernster Waffen.
"Ich habe es gewusst und ich habe dich gewarnt", sagte ich zu Maddas, "aber du bist ein ganz miserabler Sch├╝tze!"
Nari hatte die besseren Waffen, und du hast ihn damit ausger├╝stet", z├╝rnte nun Maddas Niessuh, und "mir hast du offfensichtlich nur alten Schrott geliefert!"
"Sagtest du geliefert?", fragte ich, "Ich habe sie dir geschenkt!" Ich br├╝llte ihn an: "Wenn das so ist, dann will ich meine Waffen zur├╝ckhaben, sofort und komplett, mit Munition, schriftlichen Unterlagen und Ersatzteillisten."
Seitdem sind wir Todfeinde! Mir macht das nichts aus. Nari ist mir inzwischen ohnehin sympathischer, als dieser R├Ąuber Maddas. Wir prozessieren fast pausenlos gegeneinander. Maddas weigert sich hartn├Ąckig, mir meine Waffen zur├╝ck zu geben. Er behauptet, er brauche sie zu seinem Schutz. Zudem w├╝rden sie ihm geh├Âren, er h├Ątte sie bezahlt und er musste sie noch kampftauglich herrichten lassen. Und ├╝berhaupt...
auf seinem Hof habe er zu bestimmen!
Dank meines Anwaltes sieht das Gericht dies anders. Das Gericht tagt n├Ąmlich in einem Haus, das mir geh├Ârt. UMSONST!
Also, fast umsonst, wenn ich die Miete nicht rechne, die das Gericht monatlich auf mein Konto ├╝berweist.
Ich habe Maddas gedroht, dass ich mir mein Eigentum mit Gewalt aus seinem Haus herausholen werde. Das Gericht hat ihm verboten, sich dagegen zu wehren. Da gab Maddas Niessuh endlich nach. Er erkl├Ąrte, einverstanden zu sein.
Ich werde darauf nicht eingehen, ich werde den Kerl aus unserer Stadt vertreiben, koste es, was es wolle!
Das Gericht wird mir recht geben, darauf halte ich jede Wette! Sollten die Richter anders entscheiden, werde ich sie aus meinem Haus hinauswerfen: Husch, hinaus mit euch!
Maddas ist ein blutr├╝nstiger Tyrann, der uns alle fressen wird, wenn wir ihn jetzt nicht vernichten.
Selbst Nari hat mir inzwischen signalisiert, dass er meine Strafaktion gegen Maddas Niessuh billigen werde. Somit sind fast alle guten Menschen auf meiner Seite. Die B├Âsen werde ich mir nachher vorkn├Âpfen.









__________________
-Bernhard M├Â├čner-

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Alexander Kongegaard
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Hm...

...wenn man das mit den Waffen nicht w├Şrtlich nimmt, sondern eher symbolisch sieht, dann ist das Ganze irgendwie viel zu wahr, um wirklich komisch zu sein...
...von deinen "Ich"┬┤s gibt┬┤s leider viel zu viele...

Gr├╝ssle
Alex

P.S.: Eine Wertung ist von mir. "Text gut und durchaus, etc."

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M├Â├čner, Bernhard
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Feindschaft will gepflegt sein

Lieber Alexander Kongegaard, vielen Dank f├╝r deine zustimmende Kritik. Allerdings h├Ąttest du meine Glosse falsch verstanden, wenn du dir die Waffen wegdenkst. Du musst nur die Namen einmal r├╝ckw├Ąrts lesen, dann bekommt der Text seinen Sinn.
-Bernhard-
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-Bernhard M├Â├čner-

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Alexander Kongegaard
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Hi,

Ach so, dann bekommt die Geschichte einen anderen Sinn, das stimmt! Da hab ich den Text als echter Schwabe, dem Nachbarschaftstreitigkeiten ja quasi schon p.d. nicht fremd sind, wohl etwas vorschnell in meine eigene Richtung gedr├╝ckt...

Gr├╝ssle
Alex

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