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Leselupe.de > Kindergeschichten
Fenja Fee hat Angst vorm Fliegen
Eingestellt am 06. 09. 2003 23:31


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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

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Fenja Fee hat Angst vorm Fliegen

„Nein, nein, nein!“, brĂŒllte Fenja Fee ihre Eltern an, „Auf gar keinen Fall springe ich hier von dem Baum herunter. Der ist doch viel zu hoch. Da breche ich mir doch alle meine FlĂŒgel. Und das Gras da unten, das ist mir viel zu grĂŒn. Wenn ich da reinplumpse, dann bin ich nachher auch ganz grĂŒn. Wie sieht denn das aus: eine grĂŒne Fee. Nein, nein!“ WĂŒtend und entschlossen blickte sie ihre Eltern an.
„Aber Fenja, jede Fee kann fliegen. Auch Du! Wenn Du es doch nur mal probieren wĂŒrdest!“
„Kommt nicht in Frage!“. Trotzig ließ sich Fenja mit dem Po auf den Ast fallen, hielt sich mit ihren Armen daran fest und guckte einfach in eine andere Richtung.
„Fenja, jetzt spring endlich!“, rief ihr Vater ungeduldig. Seit mehr als einer Woche waren er und seine Frau damit beschĂ€ftigt, ihrer Tochter das Fliegen beizubringen. Diese jedoch weigerte sich stĂ€ndig. Vom Stein auf der Mauer wollte sie nicht springen, weil er ihr zu rund war und vom Steg am Bach nicht, weil er zu holzig war. Lieber wollte sie es von einem großen Apfelbaum aus versuchen. Aber auch dies funktionierte anscheinend nicht.
„Nein!“, brummte Fenja erneut vom Baum herunter.
„Stell Dich doch nicht so an!“, schrie ihre Mutter, „Und nun: Spring!“
„Nein! Ich springe nicht!“
Und wĂ€hrend sie diese Worte immer und immer wiederholte, kletterte sie, wĂŒtend und traurig zugleich, vom Baum herunter und rannte nach Hause. Verstanden ihre Eltern nicht, dass sie nicht Fliegen konnte? Fenja schluchzte in ihre Kopfkissen.
Genau genommen wollte sie schon fliegen, aber das war bei weitem nicht so einfach, wie ihre Eltern immer erzĂ€hlten. Immer wenn Fenja vor einem Abgrund stand und springen sollte, brummelte ihr Bauch so komisch. Ihre Beine und Knie klapperten und zitterten wie ein Grashalm bei Wirbelwind und ihr kleines Feenherz schlug so schnell, dass ihr fast ĂŒbel dabei wurde. Wenn es ihr jedes Mal so schlecht dabei ging, wieso sollte sie dann ĂŒberhaupt Fliegen lernen? BetrĂŒbt guckte sie aus ihrem Fenster und beobachtete zwei muntere MaikĂ€fer, die sich langsam von einer GĂ€nseblume erhoben, ihre FlĂŒgel ausbreiteten und Richtung Sonne flogen. Fröhlich sahen sie aus und frei.
„Hmmm“, ĂŒberlegte Fenja, „Vielleicht sollte ich es doch noch mal probieren. Aber diesmal alleine!“
Nichts war schlimmer, als wenn ihre Eltern und ihre Freunde bei ihren Flugversuchen zuschauten und sie fĂŒr einen Feigling hielten. Diesmal wĂŒrde sie es schaffen, aber alleine, beschloss Fenja und schlich sich aus dem Haus heraus. Sie durchquerte das hohe Gras und kletterte auf einen klitzekleinen Kieselstein. Selbst fĂŒr eine Fee war er nicht sehr hoch, und so konnte Fenja ohne Angst von ihm herunter springen.
„War ja gar nicht schlimm!“, murmelte Fenja und suchte gleich darauf einen etwas grĂ¶ĂŸeren Stein. Und wieder sprang sie ohne Probleme. Richtig fliegen konnte sie jedoch noch nicht. DafĂŒr waren die Steine einfach zu klein. Von einer Blume mĂŒsste sie springen, dachte Fenja, blickte sich um und entschied sich fĂŒr eine Pusteblume. Vorsichtig kletterte sie hinauf und schaute von oben in die Tiefe hinab. Puhhh! Wie hoch das war! Und wieder wuchs dieses komische GefĂŒhl in ihrem Magen. Schnell schloss Fenja die Augen und ĂŒberlegte. Dann hatte sie eine Idee. Sie stellte sich ganz einfach vor, dass sie auf dem klitzekleinen Kieselstein stehen wĂŒrde. Das war ja nicht so hoch und auch gar nicht schlimm gewesen. Sie holte tief Luft, ging in die Knie und sprang mutig los. Ein paar Millimeter fiel sie nach unten, doch dann plötzlich, begann sie zu fliegen. Wie selbstverstĂ€ndlich fingen ihre kleinen glĂ€nzenden FlĂŒgelchen an zu schlagen. Genau, wie ihre Eltern es ihr gesagt hatten. Wie wunderbar, dachte Fenja und flog fröhlich und feenleicht durch den Sommerwind. Vor Freude drehte sie noch eine Schleife und landete erst dann, unter großem Applaus, in der weichen Wiese. Ihre Eltern waren ihr nĂ€mlich heimlich gefolgt und hatten so ihren ersten Feenflug beobachtet. Begeistert und freudig umarmten sie ihre strahlende Tochter und feierten anschließend ein wunderbares Feenfest. Ein Fest fĂŒr die mutige Fenja, die das erste Mal in ihrem Leben geflogen war.


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EllenH
Hobbydichter
Registriert: Sep 2003

Werke: 1
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Hallo Flitzi,
schönes Thema! Und gut geschrieben. Deine Geschichte eignet sich sicher gut als Mutmach(bilder)buch fĂŒr Kinder. Ein paar Anmerkungen noch:

Der Name Fenja Fee ist schön!
Die Ideen mit der grĂŒnen Fee und spĂ€ter mit dem Sprung von einem kleinen Stein - ganz sĂŒĂŸ!
.. schluchzte in IHR Kopfkissen
... schlich sich heimlich aus dem Haus ("heraus" streichen)
Sie stellte sich ganz einfach vor, sie stĂŒnde ... (nicht "wĂŒrde stehen")
"kleine glĂ€nzende FlĂŒgelchen" ist doppelter Diminutiv, also besser ohne "kleine"
Das war's schon. Viele GrĂŒĂŸe!
Ellen

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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

Werke: 29
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Vielen Dank fĂŒr Deinen Kommentar. Schön, dass Dir die Geschichte gefallen hat und vielen Dank fĂŒr die Korrekturanmerkungen. Manche Dinge sieht man selber einfach nicht, wenn man den Text so oft gelesen hat.

Gruss

Sabine

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