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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Ferdinand und Steven Pinker treffen sich zum Tee
Eingestellt am 06. 06. 2010 10:49


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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

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Ferdinand hat unverhofft Besuch
und er deckt den Tisch mit einem Tuch
und bÀckt Kuchen und bereitet Tee,
es klopft an: "Mich freut's, dass ich Sie seh'!

Guten Tag, und nehmen Sie gleich Platz!"
"Guten Tag, Sie sind ein wahrer Schatz,
denn der Kuchen duftet wirklich gut,
sieht gut aus, ich liebe auch den Sud

aus den BlÀttern besten Hochland-Tees,
lasst uns widmen jetzt den A's und B's und C's!
Gestern gab es wirklich guten Kach,
die Studenten riefen 'O!' und 'Ach!"

"Wirklich guten Kach? Wie du ihn kachtest,
wĂŒsst' ich gern, und wie du das wohl machtest!
Ob mit Zwiebeln, Pfeffer oder Salz?
Ob mit Butter, Rapsöl oder Schmalz?"

"Anfangs kachte ich ihn kurz und bĂŒndig,
und dann kuch ich ihn mit Butter mĂŒndig,
Doch beachte, mir ist nicht ganz klar,
ob der Kach denn wirklich mÀnnlich war.

Oder ist die Kach gar feminin?
oder ist das Kach 'es' anstatt 'ihn'?
Haben wir 'gekacht' oder 'gekachen'?
(Denn es heißt 'gelacht' und nicht 'gelachen!')"

Ferdinand denkt nach, bevor er spricht:
"Steven, hören Sie, das hat Gewicht,
es ist wichtig, ich hab' auch gekacht
und danach die ganze Zeit gelacht.

Aber kachten Sie denn all die Zeit?
oder kiechen Sie?" "Sie sind wohl nicht gescheit?"
Niemals habe jemals ich gekiecht,
nur gekacht, sonst hÀtte ich gesiecht!

Aber warten Sie: ich fĂŒhl' mich kachlich,
und ich schlage vor, wir bleiben fachlich:
Welche Form des Wortes, denken Sie,
ist verkucht?" "Ich denk' und frag mich, wie

ich so schell bekachen konnte bald,
denn: ich koch durch unsern kachen Wald.
Und ich freu mich auf ein Wiedersehn.
Es ist wirklich kach, dass Sie jetzt gehn!"


---------------------------------------------------
Fußnote
zur
nÀheren
ErlÀuterung:

Steven Pinker
ist ein Linguist.
Er machte einige Tests,
darunter den "Kach"-Test
innerhalb
der deutschen Sprache.
Die Aufgaben waren
unter
Anderem:
Verb- und Substantiv-Formen
bilden
und
konjugieren
bzw.
deklinieren.
Das Ziel war,
festzustellen,
wie Muttersprachler
ein neues
oder
unbekanntes
Wort
verwenden.

Welchen Einfluss hat der Reim?

Außerdem war
eine Zielstellung,
welchen Einfluss
Aphasien
verschiedener Art
darauf haben,
wie das Wort
gebildet
wird.

Beim Verb:
ist es
regelmĂ€ĂŸig
oder
unregelmĂ€ĂŸig.

Beim Substantiv:
Ist es
mÀnnlich,
weiblich
oder sÀchlich?

Außerdem eignet sich
das Wort,
um zu testen,
wie
Adjektive
und
Adverbien
verarbeitet
werden.

Nun bin ich einfach kach.



__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Version vom 06. 06. 2010 10:49

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