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Leselupe.de > Ungereimtes
Ferngespräch
Eingestellt am 16. 09. 2003 11:02


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DarkskiesOne
???
Registriert: Aug 2003

Werke: 11
Kommentare: 43
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Ferngespräch


Komm schon, lass` es uns tun!
Ich weiss, dass du Angst davor hast, Schätzchen.
Ich kann sie hören,
wie sie sich bebend in deiner Stimme verkriecht,
um die verbotenen Worte
tief in deiner Kehle einzusperren.

Worte, die auszusprechen uns beiden
unsägliches Vergnügen bereiten könnte.
Ich weiss, sie ist hartnäckig, deine Angst.
Aber keine Sorge, Kleines,
ich bin es auch!

Worauf wartest du?
Es gehört nur ein bisschen Mut dazu,
dieses unberührte Land zu betreten,
welches so viele köstliche Schätze in sich birgt.
Du brauchst dich nicht zu schämen.
Vertrau` mir. Ich werde dich an die Hand nehmen.

Kannst du meine Stimme spüren?
Fühlst du, wie sie zärtlich über deinen Körper gleitet?
Wie sie dich leise berührt?
Ich kann dich damit streicheln, wenn ich es möchte.
Und glaub` mir, ich werde es tun.

Lass` mich hören, was du trägst.
Schenk` mir das geheimnisvolle Knistern
von Stoff auf deiner fernen Haut.
Lass´ mich lauschen,
wie ein Knopf nach dem anderen
sich willig deinen schlanken Fingern ergibt.
Mach` mich glauben, dass zarte Seide
weich über deine Schultern fliesst.
Vertrau` meinen Ohren das scharfe Ratschen
des Reissverschlusses an,
wenn du,
aufreizend langsam,
deine Stiefel öffnest
Gönn` mir schliesslich
das raschelnde Zubodengleiten deines Rockes

Das ist verdammt gut, Baby!
Mir gefällt, was ich da zu hören bekomme!
Aber du musst auch mit mir reden,
um die Wünsche zu befreien,
die sich widerspenstig,
zögernd noch,
in deiner Kehle drängen.

Sprich es aus!
Sag´ mir doch einfach,
was du dir von mir wünschst.
Ich möchte es aus deinem Mund hören!

Erzähl´ mir,
was du in diesem Augenblick tust.
Wenn du willst, flüstere es nur,
lass´ den Hauch deiner Phantasie
mein wartendes Ohr streifen,
mach` mich gierig
und ich werde dir verraten,
was ich gerade tue

Kannst du spüren, wie meine Stimme dich
an Stellen berührt,
die meine Augen nie erblicken durften?
Fühlst du, wie meine Worte
an geheime Orte
vordringen,
welche meine Hände niemals erkundet haben?

Nichts ist unaussprechlich,
ist der Bann einmal gebrochen.
Es ist nur ein winziger Schritt
aus deinem Kopf in die Wirklichkeit.
Komm!
Es ist ein aufregendes Spiel.
Und du kannst lernen, es zu spielen.

Ich warte auf dich.
Lausche. Atemlos.
Da, jetzt kann ich es hören!.
Ein Hauch von Lust,
der mit der Angst ringt.
Und dieses Mal wird deine Angst
Ihr Leben lassen.

Ich kann dich nicht sehen,
doch bald verrät dein Atem mir,
dass deine Hände mir jetzt zu Hilfe kommen,
das zärtliche Werk meiner Worte an deinem
Körper vollenden wollen.

Ein leises Keuchen am anderen Ende,
das verhaltene Vibrieren in deiner Stimme.
Ein sanftes Schnurren.
Der samtige Tonfall,
mit dem du mutig die Worte
aus deiner Kehle befreist.

Endlich berührt deine Stimme
meinen Körper,
Faser für Faser,
schnell zum Zerreissen gespannt.
Sprich` es aus,
verdammt, ich will es jetzt,
lass` mich nicht länger warten!

Und dann sprichst du es aus.
Ich traue meinen Ohren kaum!
Nicht deine Hände könnten mich jetzt
stärker berühren,
als diese Laute und Worte
aus deinem eben noch unschuldigen Mund.
Und wie du es geniesst!

Nur Worte.
Schmeichelnd.
Scharf.
Unzensiert.
Sie fassen mich an.
Forschend.
Fordernd.
Hart sogar!
Na warte, das kann ich auch!

Gemeinsam treiben wir,
unaufhaltsam jetzt,
der Erlösung entgegen.
Einander so weit entfernt und doch
nah wie niemals zuvor.

Morgen werden wir vielleicht
nicht glauben, dass es wirklich passiert ist
Aber heute Nacht werde ich einschlafen
mit dem Klang deiner Stimme
auf meiner Haut


__________________
Die Liebe ist ein Tod, den ich nicht sterben kann.

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Traumtod
???
Registriert: Jul 2003

Werke: 1
Kommentare: 36
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Alleine schon deshalb, weil good old Jim in der Signatur zitiert wird, würde ich subjektiv bewerten.
Aber darum geht's ja nich'.

Wunderschön, irgendwie fantastisch lebendig. MIch persönlich spricht dieses Gedicht sehr an.

Liebe Grüße
traumtod

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Minds Eye
Guest
Registriert: Not Yet

Hey hoo laaangsam...
Puh.
Ich versuche, was intelligentes dazu zu schreiben, sobald mir wieder Blut in den Kopf gestiegen ist.

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

...
"Nichts ist unaussprechlich,
ist der Bann einmal gebrochen.
Es ist nur ein winziger Schritt
aus deinem Kopf in die Wirklichkeit."
...

Ich lese die Worte gebannt.
Zum Zerreissen gespannt
alle Sinne. Mein Blick
geht nach innen zurück.
Ich sehe das gleiche Bild
wo ich nachts den Hörer hielt.
Seine Stimme - von Wollust schwer.
Es ist nun lange, lange Jahre her...

Dein poetisch-erotischer Text ist schön.

Lotte Werther

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Shiraz1961
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2003

Werke: 5
Kommentare: 15
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....wow!! Einfach wunderbar!!

Für mehr fehlen mir die Worte.

Lieben Gruß
__________________
Shiraz

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Gunnar Zimtstick
Häufig gelesener Autor
Registriert: Sep 2003

Werke: 0
Kommentare: 36
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Hi,
schade, dass der Beitrag nicht unter Poesie steht, dann hätte ich ihn nämlich nicht gelesen und müsste nun auch nicht antworten.
Gleich beim ersten Lesen hatte ich ein ungutes Gefühl.
Vermutlich war es dieses Fordern. Dagegen is ja nichts einzuwenden, das mag ja etwas ganz Natürliches sein.
Aber das Verhältnis des Anrufers zur Angerufenen gefällt mir nicht. Da ist dieser Typ, der meint zu wissen, was seiner Angebetenen/Freundin/Frau gefällt. Das ist kein Verhältnis von Gleichberechtigten. Das ist eher der Lehrer mit seiner Schülerin. Er nennt es Angst, versucht diese Angst aufzubrechen. Aber im Endeffekt muss sie tun, was er sagt. Er wird sogar richtig sauer. "Verdammt ich will es jetzt, lass mich nicht länger warten." Wie reagiert er, wenn sie es nicht tut, wenn sie sich nächstes Mal persönlich gegenüberstehen.
Ich kenne viele solcher Männer, nett, eloquent, freundlich. Wie sie zu Hause mit ihren Freundinnen umgehen, erfahre ich über meine Freundin, zu der ich ein gutes Verhältnis habe, bei der ihre Freundinnnen sich ausweinen. In der Regel leiden diese Freundinnen unter solch einer Behandlung. Sie fühlen sich erniedrigt, werden nicht für voll genommen ("Baby"). Er kann schließlich gut einschlafen, aber sie? Sie grübelt, ob sie ihn loswerden werden will, und wenn ja, wie sie es am besten macht.
Wenn das die Absicht dieses Textes ist, dann ist er gut, aber ethisch verwerflich.
Wenn nicht, dann ist er einfach schlecht, trotz des guten Ansatzes, der vielen schönen Wortspiele und des gut strukturierten Aufbaus.
Ich werde ihn deshalb auch nicht bewerten, weil ich mich nicht zwischen Hat was/verbesserungsfähig und einfach schlecht entscheiden kann.
Da ich nicht viel Humor in dem Text entdecken kann, finde ich den Kontrast zwischen dem nüchternen Titel "Ferngespräch" und dem lyrischen Text zu stark.
Persönlich kann ich mit solchen Telefonaten überhaupt nichts anfangen. Ich habe Frauen gekannt, die am Telefon eine ganze Menge versprachen, aber es dann doch nicht hielten. Das ist dann eher frustierend.
Ansonsten noch zur Form: Der Text ist nicht konsequent durchgezogen. Der größte Teil ist in der Du-Form, aber ab und zu verlässt der Text diesen Rahmen: "Ein leichtes Keuchen am anderen Ende", einmal wird zeitlich vom Konzept abgewichen "doch bald verrät dein Atem mir." Aber das sind Kleinigkeiten.

Nimm bitte diese Kritik nicht persönlich. Ich gehöre zwar zu den Leuten, die auf Parties beim Anblick des Covers von LA Woman ihre Sachen nahmen und bei den ersten Takten von Riders on the Storm schon in der Haustür waren. Es kann natürlich sein, dass mir dadurch ein Zugang zu deinem Text fehlt.
Aber bei so viel guter Kritik bisher, lassen sich vielleicht auch ein paar kritische Worte verschmerzen, vielleich sind sie sogar hilfreich.
Gruß
Gunnar

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