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Leselupe.de > Science Fiction
Feuer
Eingestellt am 23. 05. 2001 00:20


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Doc Sternau
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2001

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Feuer

Komplizierte Berechnungen begannen im Speicherkern des riesigen Computers als die Sensoren die Eingabe von nicht autorisierten Daten bemerkten. Schon mit den ersten Routinen des neuen Programms bemerkte die riesige Maschine den Widerspruch mit ihren Originalbefehlen und diese waren, egal wie, zu beachten!
Eine Niederlage konnte nicht hingenommen werden!

Sevek eilte durch die G├Ąnge des riesigen Frachters, ohne sich eines bestimmten Zieles bewusst zu sein. Sein einziger Gedanke drehte sich darum, da├č es ein Fehler gewesen war, auf diesem Frachtschiff mitzufliegen, aber es war die einzige M├Âglichkeit, um rechtzeitig nach Vulkan zu kommen.
Diese Verz├Âgerung war nicht vorherzusehen gewesen.
Das Schiff trieb jetzt seit drei Tagen unkontrollierbar durch die Klingonische Neutrale Zone und f├╝r Sevek wurde die Zeit knapp! Mit einem leisen Zischen ├Âffneten sich die T├╝ren vor Sevek, der ├╝berrascht registrierte, da├č er sich im Turbolift des Schiffes befand. Ohne recht zu wissen warum, nannte er als Ziel die Br├╝cke. Lautlos setzte sich die Kabine in Bewegung, um kurz darauf mit einem sanften Ruck zum Stillstand zu kommen. Die T├╝r ├Âffnete sich und gab den Blick auf die kleine, aber effektive Br├╝cke frei.
Mit einem Knurren fuhr Captain Mahoon herum: "Ich hatte doch gesagt, dass die Br├╝cke bis auf weiteres nicht zu betreten ist!", mit einem Seufzer erkannte er, wer sein Besucher war, und meinte bes├Ąnftigt: "Ich verstehe ja, dass Sie es eilig haben, Botschafter, aber wenn Sie uns st├Ąndig unterbrechen, kommen wir auch nicht voran!"
Sevek zog eine Augenbraue nach oben und entgegnete mit seiner sp├Âttisch klingenden Stimme: "Captain Mahoon, ich verstehe nicht, warum Sie sich von meiner Anwesenheit gest├Ârt f├╝hlen, aber , um Sie zu beruhigen, ich werde sofort wieder gehen, ich wollte nur wissen, ob Sie das Problem gefunden haben?"
Captain Mahoon sah den Vulkanier irritiert an und sagte dann aufgebracht: "Das Problem haben wir schon vor drei Tagen erkannt, nur eine L├Âsung haben wir noch nicht gefunden!"
Pl├Âtzlich schien es dem Captain, als loderten Flammen in den Augen des Vulkaniers und er entschied, dass er sich entschuldigen sollte - sp├Ąter, wenn dieser ungl├╝ckselige Flug vor├╝ber war.
Sevek schien auch dieser Ansicht zu sein, denn er drehte sich wortlos um und verlie├č die Br├╝cke.
Mahoon dachte an den Tag ihres Abflugs zur├╝ck, damals hatte die Welt noch gut ausgesehen, der Frachtraum war mit begehrten Waren aus dem klingonischen Imperium gef├╝llt und alles war bereit f├╝r den Abflug, als dieser vulkanische Botschafter aufgetaucht war und um eine Passage nach Vulkan ersucht hatte.
Dadurch hatte sich ihr Abflug um mehrere Stunden verz├Âgert und sie waren in diesen Meteoritenhagel geraten und seit drei Tagen trieben sie antriebslos durch die Neutrale Zone!
Mahoon schreckte aus seinen Gedanken auf, als er von seiner Partnerin angesprochen wurde: "Kommt dir der Botschafter nicht auch merkw├╝rdig vor, Dick?"
Mahoon blickte Leonora an und fragte sich wieder einmal, was so eine intelligente und noch dazu attraktive junge Frau auf einem alten abgetakelten Frachter wie seinem machte, dann meinte er: Sei blo├č vorsichtig Len', er scheint ein Auge auf dich geworfen zu haben!" ein sp├Âttisches L├Ącheln huschte ├╝ber sein Gesicht.
Sevek war in seiner Kabine, als ihn erneut eine Welle der Unruhe ├╝berfiel. Er st├╝rmte aus seiner Kaj├╝te und schlug schon den Weg zur Br├╝cke ein, als ein Sturm aus Feuer seine Gedanken erfasste und ihn st├Âhnend gegen die Wand taumeln lie├č.
"Beherrschung, Sevek, Beherrschung! Besiege deine Emotionen, denn sie sind der Untergang!"
Schwei├č lief ihm ├╝ber die Stirn, obwohl es f├╝r einen Vulkanier, in diesem Schiff, recht kalt war. Erneut zitterte er unkontrolliert, dann fiel er in wohltuende Finsternis.

"Br├╝cke an Botschafter Sevek! Botschafter Sevek, bitte melden Sie sich!", Mahoon nahm beunruhigt die Hand von der Kommunikationseinheit und sah Leonora irritiert an: "Da stimmt doch was nicht, da├č ist jetzt der dritte Anruf, den er nicht beantwortet! W├╝rdest Du bitte mal losgehen und schauen was ihn aufh├Ąlt?"
Leonora nickte kurz und verschwand im Turbolift.

Kurze Zeit sp├Ąter hatte sie den Botschafter gefunden, auf dem Gang vor seiner Kabine, bewusstlos gegen eine der W├Ąnde gesunken!
"Botschafter? Botschafter, fehlt ihnen etwas?" sanft sch├╝ttelte sie den am Boden liegenden, der darauf st├Âhnte und erwachte, offenbar hatte er gro├če Schmerzen. Dann schlug er die Augen auf.
"Botschafter?" Besorgnis schwang in der Stimme der jungen Frau als sie in das gr├╝nliche Gesicht des Vulkaniers blickte.
Die Flammen loderten im Inneren und verzehrten seinen Geist. Sein Verstand war ein loderndes Inferno des Feuers. Sein Hirn verdorrte unter der Hitze des mentalen Brandes!
Mit einem wilden Aufschrei sprang Sevek auf die Beine und st├╝rzte sich auf die junge Frau, die mit einem Aufschrei vor ihm zur├╝ckwich.
"Warten Sie Miss Leonora, nur Sie k├Ânnen mir noch helfen!", dann riss er sie an sich.
"Botschafter?" Angst sprach aus ihrer Stimme als sie versuchte sich von dem Vulkanier loszurei├čen. "Bitte, beherrschen Sie sich doch!"
Sevek lie├č sie los und begann zu stammeln: "Muss mich beherrschen, der Geist besiegt den K├Ârper, Logik besiegt Emotionen! MUSS MICH BEHERRSCHEN!"
Der Botschafter taumelte davon und lie├č eine verst├Ârte und erschrockene Leonora zur├╝ck.
Nach einigen Minuten erwachte sie aus ihrer Erstarrung und beschloss Dick Mahoon ├╝ber den seltsamen Zustand des Vulkaniers zu informieren.

Sevek rannte durch die G├Ąnge des Frachters, blinde Zerst├Ârung markierte seinen Weg.
"Zu sp├Ąt, ich habe es nicht rechtzeitig geschafft!", verzweifelt st├╝rmte er weiter, immer wieder f├╝hlte er brennendes Verlangen nach Leonora. Langsam entstand ein Plan in seinem von Schmerzen verwirrten Geist.

"Hier ist die Potempkin, wir sind unterwegs, um ihnen zu helfen! Voraussichtliche Ankunftszeit in 15 Terranischen Minuten! Potempkin Ende!"
Jubel erfasste die f├╝nfk├Âpfige Br├╝ckenmannschaft - endlich w├╝rde die Reise weitergehen. Erleichtert atmete Mahoon auf, ihm war die Gefahr nur all zu bewusst, in der sie geschwebt hatten.
Als er auf den Bordchronometer sah, stellte er ├╝berrascht fest, dass sie schon seit ├╝ber einer dreiviertel Stunde fort war. Gerade wollte er zum Kommunikator greifen, als sie sichtlich verst├Ârt aus dem Turbolift trat.
"Len', ich wollte Dich gerade rufen, wo hast Du denn so lange gesteckt?"
"Dick, irgendetwas stimmt nicht mit dem Botschafter! Ich fand ihn bewusstlos auf dem Gang. Als ich ihn dann aufweckte, fiel er ├╝ber mich her und stammelte, dass nur ich ihm noch helfen k├Ânne, dann schrie er, dass er sich beherrschen m├╝sse und rannte davon!"
Dick Mahoon wusste nicht viel von Vulkaniern, aber was Leonora gerade erz├Ąhlte, erinnerte ihn an einen Zustand der Vulkanier, der nur alle sieben Jahre auftrat und Blutfieber oder Pon Farr genannt wurde.
Eisiger Schauer jagte ihm ├╝ber den R├╝cken und er sp├╝rte, wie sich seine Nackenhaare aufrichteten, sie waren in gro├čer Gefahr!
"Len', in welche Richtung ist er gegangen?"
Leonora zuckte mit den Schultern: "Ich wei├č nicht, er rannte einfach los!"
"Wir m├╝ssen ihn finden, unser aller Leben k├Ânnte davon abh├Ąngen!"
Eine Idee begann in Dick Gestalt anzunehmen: "Opui? W├Ąre es m├Âglich mit den Frachtsensoren ein Lebewesen aufzusp├╝ren?"
Opui, der Steuermann, kratzte sich an seinem blauen, kahlen Sch├Ądel und ├╝berlegte: "Es k├Ânnte gehen, aber nur wenn es sich bewegt!"
"Gut, dann checken Sie die Lader├Ąume und verriegeln sie dann. Falls Sie etwas finden geben Sie mir sofort Bescheid! Leonora, wir werden die G├Ąnge absuchen!"

Sie brauchten nicht lange, um die wenigen G├Ąnge des Frachters abzusuchen und befanden sich jetzt vor der T├╝r zum Maschinenraum, als das Pfeifen des Kommunikators ert├Ânte: "Dick? Hier Opui, ich habe alle Lader├Ąume mehrmals gescannt, dort ist er auf jeden Fall nicht!"
Dick best├Ątigte und wandte sich dann an Leonora: "Also m├╝sste er im Maschinenraum sein, ich verstehe nur nicht, warum Carl sich nicht gemeldet hat."

Sevek nahm seine Umgebung nur noch schemenhaft war, alles wurde von einem gr├╝nlichen Schleier bedeckt. Bruchst├╝ckhaft erinnerte er sich an sein fr├╝heres Leben, das er nicht wiedersehen w├╝rde, f├╝r ihn gab es nur noch eine M├Âglichkeit, den Tod!
Eine erneute Fieberwelle durchlief seinen K├Ârper, dass er glaubte, er m├╝sse verbrennen. Ein letztes Mal flackerte sein Verstand auf, als er die beiden Personen erkannte, die durch das Schott herein kamen - dann versank die Welt um ihn und wurde zur H├Âlle.

Als Dick und Len' den Maschinenraum betraten, erwartete sie ein Bild des Grauens und der Zerst├Ârung. S├Ąmtliche Konsolen lagen herausgerissen und zertr├╝mmert am Boden Und in einer Ecke lag der Techniker Carl, dessen Kopf in einem Winkel von seinem K├Ârper abstand, dass nur ein Schluss ├╝brig blieb, er war tot.
Dann sahen sie den Urheben des Chaos, eine Sekunde bevor sich die Welt in der Gluth├Âlle einer Antimateriereaktion aufl├Âste.

Ein Feuerball zierte von einer Sekunde zur anderen, das Weltall dort, wo sich eben noch der Frachter ÔÇÜKobayashi Maru' befunden hatte.
"NEIN!", der Aufschrei hallte ├╝ber die Br├╝cke des Simulators und lie├č die anwesenden Kadetten erschrocken zusammenfahren.
Lieutenant James T. Kirk war den meisten Kadetten als exzentrisch bekannt, aber dies war selbst f├╝r sie ├╝berraschend, sie konnten ja verstehen das diese Niederlage wirklich in allerletzter Sekunde kam, aber der 'Kobayashi Maru' - Test war ber├╝hmt daf├╝r, dass er nicht zu gewinnen war.
Nur Kirk wusste, dass er dieses Mal h├Ątte gewinnen m├╝ssen, daf├╝r hatte er die letzte Nacht die Subroutinen des Simulators ge├Ąndert! Doch der Computer hatte ihn wieder geschlagen, Kirk schwor sich, dass das nicht noch einmal geschehen w├╝rde!

Leise klickte es im Speicherkern des Simulators, als er nach getaner Arbeit seine Schaltkreise herunterfuhr und das neue Programm ÔÇÜKirk1' in einem Unterverzeichnis ablegte.
W├Ąre es keine Maschine, h├Ątte der Computer jetzt lauthals gelacht, es gab immer eine M├Âglichkeit, in diesem Fall hie├č sie

ÔÇÜZeit des Pon Farr'
-Ende-
by Doc (1997)
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"M├Âgt ihr in interessanten Zeiten leben!"

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flammarion
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wieder

eine echte folge von "Raumschiff Enterprise" gratuliere, du kannst das ganz ausgezeichnet! ganz lieb gr├╝├čt
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Old Icke

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Doc Sternau
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Danke

Ich sollte endlich mal von den ST-Geschichten loskommen aber irgendwie finde ich es einfacher, mit ausgearbeiteten Figuren und Hintergr├╝nden zu arbeiten, als mit solchen, die man erst selbst erschaffen muss. Aber das wird sicherlich auch noch...
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flammarion
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aber

das ist doch ganz einfach! gib den charakteren von der enterprise andere namen und versetze sie an andere orte und schon gehts los - du mu├čt nur wissen, was du erz├Ąhlen willst. ganz lieb gr├╝├čt
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Old Icke

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