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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Feuertod
Eingestellt am 27. 12. 2009 01:14


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Diana Leibacher
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Aug 2000

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Feuertod

Aufrecht stehe ich in den Flammen, auf Scheiten gr├Â├čer als ich selbst. Ich bin eines der Ersten von vielen die vergehen werden und der Qualm und die Hitze lassen meine mittlerweile von den Flammen fast aufgezehrte, ledrige Haut platzen.
Fr├╝her liebte ich das Feuer, ja, ich war fasziniert und wenn ich zur├╝ckdenke, erf├╝llen mich meine Erinnerungen mit Freude. Mag sein, dass mir niemand von euch glauben mag, dass niemand ├╝berhaupt daran glaubt, dass ich denken und f├╝hlen kann. Je mehr Rauch mich umh├╝llt und mich dahinwelken l├Ąsst, desto klarer werden die vergangenen Eindr├╝cke. Vielleicht sind es nur Trugbilder der Hitze, vielleicht aber auch die Erinnerungen meiner Freunde und einstmaligen Besch├╝tzer, wer wei├č?

Ich war jung, wohlbeh├╝tet und reiste viel mit meinen Freunden umher. Die halbe Welt habe ich gesehen und mit ihr viele freundliche Menschen kennen und sch├Ątzen gelernt. Nicht alle sind so, wie diejenigen die mich heute dem Feuer preis gaben.
Jahre voller wunderbarer Erlebnisse flossen dahin und nicht selten, wenn wir aus der K├Ąlte kamen, nach langen Reisen oder von aufregenden Diskussionen in B├╝rger- oder Gewerkschaftsh├Ąusern, lag ich nahe bei den Flammen um mich zu w├Ąrmen. Ich liebte es, wenn ich, kalt und feucht, die aufsteigende Hitze genie├čen durfte, wenn sie ├╝ber meinen R├╝cken und meine Seiten strich. Nur einmal habe ich zu nahe an den Flammen gelegen und verbrannte mir den R├╝cken, doch damals wurde ich gerettet und ein sch├╝tzender Umschlag verdeckte die entstandenen Narben.
Auch den Geruch des knisternden, rauchenden Holzes weckt Erinnerungen an gem├╝tliche Abende mit Gleichgesinnten. Nie h├Ątte ich mir tr├Ąumen lassen ein Ende in den Flammen zu finden. Der Funkentanz um mich herum gemahnt mich an die Verg├Ąnglichkeit der Sterne, wie sie aufleuchten und nach kleinen Ewigkeiten verblassen. ├ähnlich meiner Verg├Ąnglichkeit, war ich doch f├╝r die Ewigkeit bestimmt oder zumindest f├╝r eine kurze Ewigkeit. Nicht wenige meiner Art haben Jahrhunderte ├╝berlebt und ich neide es ihnen nun, da ich doch fr├╝her ├╝ber ihr Alter gel├Ąchelt habe.
Was mag wohl mit meinem Besitzer geschehen sein? Ich hoffe er ist entkommen und mit ihm einige meiner Gef├Ąhrten ...

Schon fressen sich die hei├čen Zungen in mein Innerstes und es gibt keine Rettung mehr f├╝r mich und meine Gef├Ąhrten. Vielleicht ├╝berleben einige im Verborgenen und d├╝rfen so wie ich einstmals als Grundstein zahlreicher Diskussionen dienen. Meine Seiten schmelzen dahin, die Druckerschw├Ąrze brennt sich in das glimmende Papier ein, ehe auch sie zu Asche verfallen wird. Mir schwinden die Worte... Ade.

├ťberarbeitet, mit herzlichen Dank an Gernot Jennerwein












Version vom 27. 12. 2009 01:14
Version vom 27. 12. 2009 15:05

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Gernot Jennerwein
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hallo Diana

Aufrecht stehe ich in den Flammen, auf Scheiten gr├Â├čer als ich selbst. Ich bin einereines der Ersten von vielen die vergehen werden und der Qualm und die Hitze lassen meine mittlerweile von den Flammen fast aufgezehrte, ledrige Haut platzen.
Fr├╝her liebte ich das Feuer, ja, ich war fasziniert und wenn ich daran zur├╝ckdenkekomma erf├╝llen mich meine Erinnerungen mit Freude. Mag sein, dass mir niemand von euch glauben mag, dass niemand ├╝berhaupt daran glaubt, dass ich denken und f├╝hlen kann. Je mehr Rauch mich umh├╝llt und mich dahinwelken l├Ąsst, desto klarer werden die vergangenen Eindr├╝cke. Vielleicht sind es nur Trugbilder der Hitze, vielleicht aber auch die Erinnerungen meiner Freunde und einstmaligen H├╝ter, wer wei├č?

Ich war jung, wohlbeh├╝tet und reiste viel mit meinen Freunden umher. Die halbe Welt habe ich gesehen und mit ihr viele freundliche Menschen kennen und sch├Ątzen lernen d├╝rfengelernt. Nicht alle sind so, wie diejenigenkomma die mich heute dem Feuer preis gaben.
Jahre voller wunderbarer Erlebnisse flossen dahin und nicht selten, wenn wir aus der K├Ąlte kamen, nach langen Reisen oder von aufregenden Diskussionen in B├╝rger- oder Gewerkschaftsh├Ąusern, lag ich nahe bei den Flammen um mich zu w├Ąrmen. Ich liebte es, wenn ich, kalt und feucht, die aufsteigende Hitze genie├čen durfte, wenn sie ├╝ber meinen R├╝cken und meine Seiten strich. Nur einmal habe ich zu nahe an den Flammen gelegen und verbrannte mir den R├╝cken, doch damals wurde ich gerettet und ein sch├╝tzender Umschlag verdeckte die entstandenen Narben.
Auch den Geruch des knisternden, rauchenden Holzes weckt Erinnerungen an gem├╝tliche Abende mit Freunden und Bekannten(hier vermenschlichst du zu sehr). Nie h├Ątte ich mir tr├Ąumen lassen ein Ende in den Flammen zu finden. Der Funkentanz um mich herum gemahnt mich an die Verg├Ąnglichkeit der Sterne, wie sie aufleuchten und nach kleinen Ewigkeiten verblassen. ├ähnlich der meinigen Verg├Ąnglichkeit, war ich doch f├╝r die Ewigkeit bestimmt oder zumindest f├╝r eine kurze Ewigkeit. Nicht wenige meiner Art haben Jahrhunderte ├╝berlebt und ich neide es ihnen nun, da ich doch fr├╝her ├╝ber ihr Alter gel├Ąchelt habe.
Was mag wohl mit meinem Besitzer geschehen sein? Ich hoffe er ist entkommen und mit ihm einige meiner Gef├Ąhrten...(immer ein Leerzeichen vor den drei Punkten)

Schon fressen sich die hei├čen Zungen in mein Innerstes und es gibt keine Rettung mehr f├╝r mich und meine Gef├Ąhrten. Vielleicht ├╝berleben einige den Biblioklasmus(hier solltest du vielleicht besser einen Metapher verwenden und das Kind nicht beim Namen nennen) und d├╝rfen so wie ich einstmals als Grundstein zahlreicher Diskussionen dienen. Meine Seiten schmelzen dahin, die Druckerschw├Ąrze brennt sich in das glimmende Papier ein, ehe auch sie zu Asche verfallen wird. Mir schwinden die Worte... Ade.

Das Lyrich ist also ein Buch. Das ist mal etwas Neues. "Biblioklasmus" brauchst du nicht zu erw├Ąhnen, man wei├č es auch so. Der Text liest sich ein bisschen stockend. Ich denke, dass m├╝sste alles weicher daherkommen.

sch├Âne gr├╝├če
gernot

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Retep
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Hallo Diana,

bin z.Zt. in Suedamerika, ziemlich beschaeftigt, habe aber ab und zu Zugang zum Internet und will dir kurz einen kleinen Kommentar schreiben.


Ich denke, dein Text entspricht einer Kurzgeschichte, hat geringen Umfang, einen personalen Erzaehler, du kommst sofort zur Sache, hast am Schluss eine Pointe, die ich nicht erwartet hatte.

Eine "Person" steht im Mittelpunkt, es handelt sich um einen entscheidenden Einschnitt in deren "Leben". Die Handlung ist einstraengig, die Sprache einfach, entspricht dem Text.
Das Thema ist oder war ein Problem unserer Zeit.

Zum Text:

quote:
Ich bin eines der Ersten von vielen die vergehen werden
- Hier fing ich an, mich zu wundern, "eines"?

Auch die Erinnerungen kamen mir zunaechst etwas raetselhaft vor, machten mich neugierig.

quote:
wie diejenigen die mich heute dem Feuer preis gaben.
- geben ?

quote:
Meine Seiten schmelzen dahin, die Druckerschw├Ąrze brennt sich in das glimmende Papier ein, ehe auch sie zu Asche verfallen wird. Mir schwinden die Worte... Ade.
- alles wird klar, ein gelungener Schluss.

Ich habe deine Geschichte gerne gelesen.

Saludos cordiales

Retep


__________________
>Die Kritiker nehmen eine Kartoffel, schneiden sie zurecht, bis sie die Form einer Birne haben, dann bei├čen sie hinein und sagen: ÔÇ×Schmeckt gar nicht wie Birne.ÔÇť< (Max Frisch)

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Haremsdame
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Hallo Diana,

Dein Text liest sich gut, wenn Du nun noch die verbliebenen Fehler ausmerzt ...

quote:
Ich war jung, wohlbeh├╝tet und reiste viel mit meinen Freunden umher. Die halbe Welt habe ich gesehen und mit bist Du sicher, w├Ąre auf nicht passender?ihr viele freundliche Menschen kennen und sch├Ątzen gelernt. Nicht alle sind so, wie diejenigen die mich heute dem Feuer preis gaben.
Jahre voller wunderbarer Erlebnisse flossen dahin und nicht selten, wenn wir aus der K├Ąlte kamen, nach langen Reisen oder von aufregenden Diskussionen in B├╝rger- oder Gewerkschaftsh├Ąusern, lag ich nahe bei den FlammenKomma um mich zu w├Ąrmen. Ich liebte es, wenn ich, kalt und feucht, die aufsteigende Hitze genie├čen durfte, wenn sie ├╝ber meinen R├╝cken und meine Seiten strich. Nur einmal habe ich zu nahe an den Flammen gelegen und verbrannte mir den R├╝cken, doch damals wurde ich gerettet und ein sch├╝tzender Umschlag verdeckte die entstandenen Narben.
Auch den m├╝sste hier nicht "der" stehen ?Geruch des knisternden, rauchenden Holzes weckt Erinnerungen an gem├╝tliche Abende mit Gleichgesinnten. Nie h├Ątte ich mir tr├Ąumen lassen ein Ende in den Flammen zu finden. Der Funkentanz um mich herum gemahnt mich an die Verg├Ąnglichkeit der Sterne, wie sie aufleuchten und nach kleinen Ewigkeiten verblassen. ├ähnlich der meinigen h├Ârt sich arg geschwollen an, was h├Ąltst Du von "meiner" Verg├Ąnglichkeit, war ich doch f├╝r die Ewigkeit bestimmt oder zumindest f├╝r eine kurze Ewigkeit. Nicht wenige meiner Art haben Jahrhunderte ├╝berlebt und ich neide es ihnen nun, da ich doch fr├╝her ├╝ber ihr Alter gel├Ąchelt habe.
Was mag wohl mit meinem Besitzer geschehen sein? Ich hoffe er ist entkommen und mit ihm einige meiner Gef├Ąhrten ...

Gr├╝├če von der Haremsdame
__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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suzah
Guest
Registriert: Not Yet

hallo diana,

haremsdame hat recht, wenn sie schreibt:
"├ähnlich der meinigen h├Ârt sich arg geschwollen an, was h├Ąltst Du von "meiner" Verg├Ąnglichkeit,"

"eines der Ersten von vielen die vergehen"
m.e. schreibt man "ersten" klein, da es sich auf die b├╝cher bezieht.
aber davon abgesehen, man hat bei den b├╝cherverbrennungen nicht mit einem einzigen buch begonnen, sondern gleich einen ganzen stapel aufgeh├Ąuft und fortw├Ąhrend unter johlendem hassgeschrei weitere in die flammen geworfen.
der text klingt etwas zu harmlos.

liebe gr├╝├če suzah

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