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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Fieber
Eingestellt am 16. 07. 2012 09:40


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marau
Hobbydichter
Registriert: Jul 2012

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Das Kuhfieber


In einer vergessenen deutschen Gegend erz├Ąhlt man sich diese Geschichte:

12 Jahren verrichtete sie unerm├╝dlich treue Dienste. Dann kamen sie und haben sie mitgenommen.

Ihrem Mann, dem Bauern R. aus L., war sie auch in herben Zeiten ein treues Weib und Gef├Ąhrtin. Sie gebar ihm 3 Kinder und war ihnen, trotz der harten Arbeit und hagerer Gestalt, -┬╗nicht unbedingt die feiste Mutter, gibt dem Kind am meisten Futter┬ź-, eine pr├Ąchtige und vorbildliche Erzieherin.

Auch mit dem Vieh, schlechthin mit dem Rindvieh, hatte die B├Ąuerin eine gl├╝ckliche Hand. Sie war der gute Geist im Stalle und die K├╝he hatte einen besonders sanften Blick, wenn sie molk. Alles in ihrer Umgebung bl├╝hte und gedieh und sie schwelgte im Gl├╝ck.

Sogar Zeit f├╝r eine Liebhaberei konnte sie sich stehlen; sie blies die Trompete zu festlichen Anl├Ąssen und probte alleweil mit gro├čem Eifer. Zum Barbarafeste buk sie die besten Hefekr├Ąnze im ganzen Flecken.

Nur einmal, noch nicht lange her, hatte sie Grund mit sich zu tadeln. Der Martin, Knecht bei einem Bauern im Nachbarort, machte ihr den Hof. Sie war ihm wohlgewogen und sie suchten sich oft heim.

Martin weckte etwas in ihr, das sie nicht ergr├╝ndete indessen doch geschehen lies. Sie ereiferten sich so, da├č, als sie unl├Ąngst den Hof betrat, sich das Gesinde danach umtat, ob sie fiebere. Bisweilen, wenn sie an ihn dachte, ├╝berkam sie Schamesr├Âte und das Blut pochte in ihren Lenden.

L├Ąngst ma├č sie den Bauern an dem Knecht und begann an sich zu zweifeln und mit ihm zu hadern. Doch als die Weiber im Dorf zu schwatzen begannen, wu├čte sie, da├č sie sich von Martin, der ja ohnehin nur Knecht war, abwenden mu├čte.

Als sie sich zum letzten Male bewu├čt aufsuchten, es war in der Pfarrgasse nach der Beichte, ihr ging es sehr schlecht und sie war noch hagerer geworden, er├Âffnete er ihr etwas, zu dessen Ermessung sie schon au├čer Stande war: "B├Ąuerin, eure Klugheit l├Ą├čt immer mehr zu W├╝nschen ├╝brig. Ihr sagt ihr m├╝├čt zum Melken, doch ihr habt schon gemolken. Ihr meint ihr m├╝├čt zum Rosenkranze, doch da kommt ihr doch her. Seht! Ihr habt ihn noch in der Hand, ├Ą├Ąh, den Rosenkranz."

Martin plagten gro├če Sorgen um die geliebte Frau. Doch in seiner bescheidenen Fasson wu├čte er ihr nicht zu helfen. Als er die Bauersfrau abermals beim Kirchgang traf, war sie sehr befremdlich. Er wurde ihr nicht mehr gewahr. Sie stob an ihm vorbei und in ihren Augen war irrsinniges Leuchten.

ÔÇ×Ob sie wohl verhext ist", dachte er und beschlo├č sich ┬╗Im Gebete an den Herrn zu wenden┬ź, um Abhilfe oder wenigstens Besserung zu erflehen. Doch auch sein Schicksal war schon besiegelt.

Als die B├Ąuerin immer mehr zu darben begann, darbte auch bald das Vieh. Es machte den Eindruck, als ob ein Fluch ├╝ber dem Stalle lag.

Der Bauer schickte nach dem Veterin├Ąr in der Kreisstadt. Gewissenhaft und ohne Eile untersuchte dieser das Vieh. Sein Befund kam f├╝r das ganze Dorf j├Ąh und unerwartet: Die Rinder waren von einer erst seit kurzem bekannten Krankheit, die ihren Ursprung in England hat, befallen.

Anfangs wollte es niemand glauben. Doch als fundierte Untersuchungsergebnisse vorlagen, war unleugbar, was noch jahrelang auf diesem Landstrich haften sollte: ┬╗Das Vieh und Martin waren von der armen B├Ąuerin angesteckt worden┬ź.

Martin nebst dem Vieh, wurde ebenfalls weggebracht. Es wird erz├Ąhlt, da├č er freiwillig als Versuchsperson bis zu seinem erb├Ąrmlichen Tode, der Wissenschaft wertvolle Dienste leistete. Das Serum, welches aus seinem Gehirn gewonnen wurde, rettete das Leben der B├Ąuerin, die Dasselbe, welches in gn├Ądiger geistiger Umnachtung verlief, nach langer Zeit in einem Kloster beschlo├č. Ihre letzten Worte waren:

" B ├Ąurin S ein E rledigt ".

__________________
MR

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mavys
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2010

Werke: 39
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Marau!

So genau wei├č ich noch nicht was ich davon halten soll. Was rausscheint ist ein Bem├╝hen um einen alt wirkenden Sprachstil der eine Geschichte in der Jetztzeit beschreibt. Diese Inszenierung bietet parallel zum Inhalt Raum f├╝r Ironie, Satire. Das Kom├Âdiantische ist aber halbherzig, nicht ├╝berzeichnet genug und so gelingt alles ein bi├čchen orientierungslos.

Alles liebe mavys

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marau
Hobbydichter
Registriert: Jul 2012

Werke: 2
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Mavys,

danke f├╝r die M├╝he meine Geschichte zu kommentieren.
Du hast sicher Recht. Ich schreibe ziemlich spontan und betrachte
vielleicht nicht das Ganze bis zum Ende.


alles Gute


Marau
__________________
MR

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