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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Fiktives in den Bergen
Eingestellt am 18. 07. 2003 15:13


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Woschanova
???
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Hoch oben im weichen Moos der Almwiese, der Blick s√ľdw√§rts wandert, gerad noch die Dachschindeln des Hofes, weit fort und kaum erahnbar, am Hang streift. Der See, weiter entfernt unten im Tal, eingerahmt von Bergen die im Dunst liegen, spiegelt schimmernd gl√§nzend in k√∂niglichem Blau den Himmel, unseren Himmel wieder. Seid Stunden schaukeln unsere Seelen auf dem Wellenmeer unserer Tr√§ume und W√ľnsche. Watteb√§uche von hell wei√üen Wolken, erz√§hlen uns die gleichen Geschichten, die langen ewig Alten, von der Zuneigung, der Liebe und des Begehrens. Erz√§hlen vom Sinn und Unsinn der Besitzgier, dem Mein und Dein und das T√§uschung auch keine L√∂sung ist. Sprechen vom reizen und necken und malen uns eine Welt in den √Ąther, die so verg√§nglich ist wie ein Augenschlag. Noch w√§hrend des Aufstieges, von 1000 m H√∂he an aufw√§rts, als Du vor mir ging‚Äôs, wegen der Enge am Hang, auf schmalen Pfad, dein Duft die Luft durchwehte und gewisserma√üen alles belanglos erschien lie√ü, die Sch√∂nheit der Natur fast verblasste. Eine Augenweide, deinen Gang zu beobachten. Du kanntest den Weg, warst ihn vielmal in all den Jahren beschritten, jeder Stein, jeder Fels, so mancher Baum und Strauch, war dir vertraut von vielen Aufstiegen her. Du kanntest das Ziel, die Alm und geschmeidig schrittest Du voran. Bei Deinen Erz√§hlungen √ľber die vielen Aufstiegen, um Vorr√§te hochzubringen, die Viecher zu versorgen, nach dem Rechten schauen, Reparaturen durchzuf√ľhren, Feiertags mit den Kindern rumzutollen, oder einfach nur um in Stille zu Tr√§umen, zu schreiben, sog ich jedes Wort von dir, in mir auf. Die Sch√∂nheit deiner Stimme, deine Bestimmtheit in manch erz√§hlter Anekdote, dein Dialekt der mich reizte, so vieles was dich noch liebenswerter machte, mich begeisterte. Nur selten konnten wir uns die H√§nde reichen, ein Stadtbummel war es schlie√ülich nicht. Die wenigen male aber, wo die M√∂glichkeit bestand, suchend und schnell findend, wussten wir, wir waren im Recht. Die Wiese, neulich von dir gem√§ht, nun wieder mit kleinen Heublumen gezierte duftige Bettstatt unserer Liebe, lag oberhalb der H√ľtte, die schon viel, sehr viel gesehen und geh√∂rt hatte. Quasi, das verl√§sslich schweigende Geschichtsbuch vieler Generationen Verliebter in den Bergen. Waren wir √ľberhaupt verliebt? Bestand die Zuneigung unserer Seelen aus Liebe, aus dem Versuch den eigenen ‚ÄúMarktwert‚Äú zu finden, einem Spiel aus dem I_Net oder nur aus Gier, oder, oder, oder? Warum √ľberhaupt waren hier? Das aber waren Gedanken die erst viel sp√§ter, ja Monate sp√§ter auf uns ein str√∂mten. Im Bewusstsein gr√∂√üter Anziehung, st√§rker als jedes Magnetfeld, gr√∂√üter Gravitation zweier Herzen, umarmten wir uns k√ľssend, mit Gl√ľckstr√§nen in den Augen, schauten wir uns an, erkennend, das wir endlich allein, fern aller Untiefen des Schicksals, wir Selbst sein durften. Aus dem Korb den wir mit brachten, zauberten wir eine k√∂stliche schmeckende Brotzeit, K√§rntener Spezialit√§ten hervor. Das Quellwasser aus dem nahen Brunnen, der dir als Kind riesig und unergr√ľndlich vorkam, erfischte, schmeckte nach Fels, Eis und tiefen Geheimnisse. In den langen Wintern, so erz√§hltes du, als drau√üen der Schnee kniehoch lag, seiest Du als Kind mit Deinen Geschwistern, jauchzend, nach Stunden nass und durchgefroren, immer √ľber diese Wiese heruntergerodelt, auf der wir nun lagen. Der Brunnen dann eingefroren sei und in Eiszapfen geh√ľllt, fast wie ein Gespenst aussah. Einmal auch sei eine Lawine mit Get√∂se herunter gekommen, die aber keine gro√üen Sch√§den hinterlie√ü. Nun aber nach Ewigkeiten des Wartens aufeinander, es war nicht einfach gewesen uns zu treffen, lag eine Welt vor uns, die sch√∂ner nicht sein konnte. Ein Alpengras unsere Nacken kitzelte, die dicht nebeneinander ruhen. Sanft und leise, bed√§chtig ruhig, mit einem Glanz in den Augen der Diamanten √§hnlich war, fuhrst du mit deiner Hand mir durchs Haar, sprachst von der Sehnsucht, all der Jahre, deiner Seelenverwandtschaft endlich zu begegnen und von den L√∂sungssuchen, die dir durch den Kopf gingen. Musste unser Zusammentreffen ein Geheimnis bleiben?

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Michael Schmidt
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Hallo Woschanova,

was auc immer dein Text ist, eine Kurzgeschichte wohl nicht, oder?

An manchen Stellen sind die Formulierungen und W√∂rter nicht durchg√§ng und lassen mich beim Lesen stocken ( Viecher, Dialekt, etc.). Dabei lebt dein Bild von dem Gef√ľhl, dass du hervorrufst.

Ich w√ľrde dies nochmal in der Richtung √ľberdenken.

Bis bald,
Michael

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Woschanova
???
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Hallo Michael,
Danke f√ľr Deine Kritik¬ī. Es ist ein "Kreuz", unter emotionalen Einfluss zu schreiben.
Die Objktivität verfärbt, durch rosa rote Brillen.
Mit etwas Abstand werde ich mir den Text nochmals vornehmen.
Herzlichen Gruss Wolfgang

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Woschanova
???
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1.te korrektur

Fiktives aus den Bergen

Hoch oben im weichen Moos der Almwiese, der Blick s√ľdw√§rts wandert, gerad noch die Dachschindeln des Hofes, weit fort und kaum erahnbar, am Hang streift. Der See, weiter entfernt unten im Tal, eingerahmt von Bergen, die im Dunst liegen, spiegelt schimmernd gl√§nzend in k√∂niglichem Blau den Himmel, unseren Himmel wieder. Seit Stunden schaukeln unsere Seelen auf dem Wellenmeer unserer Tr√§ume und W√ľnsche. Watteb√§uche von hell wei√üen Wolken, erz√§hlen uns die gleichen Geschichten, die langen ewig alten, von der Zuneigung, der Liebe und des Begehrens. Erz√§hlen vom Sinn und Unsinn der Besitzgier, dem Mein und Dein und das T√§uschung auch keine L√∂sung sei. Sprechen vom reizen und necken und malen uns eine Welt in den √Ąther, die so verg√§nglich ist wie ein Augenschlag. Noch w√§hrend des Aufstieges, von 1000 m H√∂he an aufw√§rts, als Du vor mir gingst, wegen der Enge am Hang, auf schmalen Pfad, dein Duft die Luft durchwehte und gewisserma√üen alles belanglos erschienen lie√ü, dass die Sch√∂nheit der Natur fast verblasste. Eine Augenweide, deinen Gang zu beobachten. Du kanntest den Weg, warst ihn viele Mal in all den Jahren beschritten, jeder Stein, jeder Fels, so mancher Baum und Strauch, war dir vertraut von vielen Aufstiegen her. Du kanntest das Ziel, die Alm und geschmeidig schrittest Du voran. Bei Deinen Erz√§hlungen √ľber die vielen Aufstiegen, um Vorr√§te hochzubringen, die Viecher zu versorgen, nach dem Rechten schauen, Reparaturen durchzuf√ľhren, feiertags mit den Kindern rumzutollen, oder einfach nur um in Stille zu tr√§umen, zu schreiben, sog ich jedes Wort von dir, in mir auf. Die Sch√∂nheit deiner Stimme, deine Bestimmtheit in manch erz√§hlter Anekdote, dein Dialekt, der mich reizte, so vieles, was dich noch liebenswerter machte, mich begeisterte. Nur selten konnten wir uns die H√§nde reichen, ein Stadtbummel war es schlie√ülich nicht. Die wenigen Male aber, wo die M√∂glichkeit bestand, suchend und schnell findend, wussten wir, wir waren im Recht. Die Wiese, neulich von dir gem√§ht, nun wieder mit kleinen Heublumen gezierte duftige Bettstatt unserer Liebe, lag oberhalb der H√ľtte, die schon viel, sehr viel gesehen und geh√∂rt hatte. Quasi, das verl√§sslich schweigende Geschichtsbuch vieler Generationen Verliebter in den Bergen. Waren wir √ľberhaupt verliebt? Bestand die Zuneigung unserer Seelen aus Liebe, aus dem Versuch, den eigenen "Marktwert" zu finden, einem Spiel aus dem I_Net oder nur aus Gier, oder, oder, oder? Warum √ľberhaupt waren wir hier? Das aber waren Gedanken, die erst viel sp√§ter, ja Monate sp√§ter auf uns ein str√∂mten. Im Bewusstsein gr√∂√üter Anziehung, st√§rker als jedes Magnetfeld, gr√∂√üter Gravitation zweier Herzen, umarmten wir uns k√ľssend, mit Gl√ľckstr√§nen in den Augen, schauten wir uns an, erkennend, dass wir endlich allein, fern aller Untiefen des Schicksals, wir Selbst sein durften. Aus dem Korb, den wir mit brachten, zauberten wir eine k√∂stliche schmeckende Brotzeit, K√§rntener Spezialit√§ten hervor. Das Quellwasser aus dem nahen Brunnen, der dir als Kind riesig und unergr√ľndlich vorkam, erfrischte, schmeckte nach Fels, Eis und tiefen Geheimnissen. In den langen Wintern, so erz√§hltest du, als drau√üen der Schnee kniehoch lag, seiest Du als Kind mit Deinen Geschwistern, jauchzend, nach Stunden nass und durchgefroren, immer √ľber diese Wiese heruntergerodelt, auf der wir nun lagen. Der Brunnen dann eingefroren sei und in Eiszapfen geh√ľllt, fast wie ein Gespenst aussah. Einmal auch sei eine Lawine mit Get√∂se herunter gekommen, die aber keine gro√üen Sch√§den hinterlie√ü. Nun aber nach Ewigkeiten des Wartens aufeinander, es war nicht einfach gewesen, uns zu treffen, lag eine Welt vor uns, die sch√∂ner nicht sein konnte. Ein Alpengras unsere Nacken kitzelte, die dicht nebeneinander ruhten. Sanft und leise, bed√§chtig ruhig, mit einem Glanz in den Augen der Diamanten √§hnlich war, fuhrst du mit deiner Hand mir durchs Haar, sprachst von der Sehnsucht, all der Jahre, deiner Seelenverwandtschaft endlich zu begegnen und von dem L√∂sungssuchen, dass dir durch den Kopf gingen. Musste unser Zusammentreffen ein Geheimnis bleiben?

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