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Leselupe.de > Humor und Satire
Fleischmacht.
Eingestellt am 16. 08. 2002 11:10


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pleistoneun
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Keimel hielt den Beamten das Fleisch unter die Nase. Diese verzogen jedoch nur ihr Gesicht und verlangten nach weiteren Argumenten. Keimel erzĂ€hlte, wie er einem StĂŒck lebendem Fleisch das Sitzen beibrachte. Es verhielt sich anfangs so, dass es immer wieder in seine liegende Ausgangsposition zurĂŒckfiel, aber nach vielen Trainingswochen konnte das StĂŒck Fleich plötzlich aufrecht sitzen. Der Übergang zum Stehen war dann nur noch ein kleiner Dressurakt. Keimel ging auf Tournee damit, prĂ€sentierte der Welt das Sitz- und Stehfleisch. Viele Menschen zuhause an den Fernsehschirmen versuchten ihr Fleisch dorthin zu erziehen, doch ihre Versuche scheiterten. Man dachte daran, dass es sich bei Keimels Sitz- und Stehfleisch um ein ganz besonderes StĂŒck handle und forderte ihn auf, dieses KunststĂŒck mit einem x-beliebigen Fleischteil zu machen. Es misslang, Keimel wurde des Betruges angeklagt und stand nun vor zwei Beamten, die ErklĂ€rungen haben wollten. Vor ihnen erklĂ€rte das Fleisch, das mittlerweile sprechen konnte und an der UniversitĂ€t in London Rechtsmedizin studierte, dass nur der Schritt zur völligen Entfleischung die Grenzhaftigkeit seiner individuellen Möglichkeit auflösen könnte und inszenierte daraufhin einen skandalösen Aufruf an die Weltbevölkerung. Das Fleisch hatte gewaltigen Einfluss auf die Menschen, weil es das verkörperte, was es lebte. Nur mit MĂŒhe konnte man den allerorts aufkeimenden Fleischexzessen unter den Menschen Einhalt gebieten. Es gab so gut wie keine GemĂŒseesser mehr und alles Vieh und Getier der Welt fiel den reißenden MenschenhĂ€nden zum Opfer. Man vergaß die ethischen GrundsĂ€tze. Fleisch regierte die Welt und verfinsterte das kollektive Bewusstsein der Erde. Alles wurde mit einem Mal böse, furchtbare Fleischkriege entflammten und die Zerstörung wurde fĂŒr immer in die Seelen der fleischhungrigen Menschenmassen gebrannt. Wenn Fleisch an zuviel Macht gelangt, wird es diese auch nutzen. Keimel selbst lebt zur Zeit auf einer kleinen unbewohnten Insel. Die Betonung liegt auf "unbewohnt". Er ist tot. Die BĂ€ume und StrĂ€ucher hatten sich am Urheber des Bösen gerĂ€cht.

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