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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Florentine, Chopin und die Liebe
Eingestellt am 22. 10. 2011 10:46


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Carina M.
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2009

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Florentine spielte gerade die letzten Akkorde von Chopins "L' Adieu".
Sie straffte den R├╝cken und lie├č die H├Ąnde sinken, die eben noch so leicht ├╝ber die Tasten geglitten waren. Dann klappte sie den Deckel des Klaviers sachte herunter.

Langsam drehte sie ihren Kopf, schaute in Richtung Terrassent├╝r, die sich rechts von ihr befand und dessen Fl├╝gel weit ge├Âffnet waren. Eine leichte Brise wehte den Duft des Maiabends herein. Die langen, wei├čen Vorh├Ąnge, aus Voile waren zur├╝ckgezogen und gaben den Blick auf den Park frei.
Das in Melonengelb gestrichene Haus im Villenstil, erreichte man ├╝ber eine lange, mit B├Ąumen bestandene Auffahrt. Hinter dem Haus befand sich der Park, in dem Jasmin, Rosen und Holunder standen, die einen schweren, s├╝├člichen Geruch verstr├Âmten. Petunien und Geranien, die in Terrakottak├╝beln von Efeu umrankt auf der Terrasse standen, f├╝gten weitere aromatische D├╝fte hinzu.

Etwas vertr├Ąumt und von der Musik noch ganz beseelt, schaute Florentine weiter hinein in den Park. An dessen Ende befand sich ein gro├čer, schilfbewachsener Teich mit Seerosen und Wasserlilien.
Einer ihrer Lieblingspl├Ątze. Besonders sp├Ątabends oder manchmal auch des Nachts, wenn sich hellgelb der Mond darin spiegelte. Wenn er mit seinem Lichtfinger auf dem Wasser lag und den See zu verzaubern schien, wenn ein milder Wind eines Sommerabends seichte Kreise auf das Wasser malte.

Heute allerdings w├╝rde Florentine nicht dort hingehen k├Ânnen, obwohl der Abend dazu einlud. Sie sollte noch auf einem Empfang spielen und mit ihrer Musik die G├Ąste unterhalten. Schade, dachte sie wehm├╝tig und mit einem Seufzer, wo doch heute der Tag im Mai ist, der mir unvergesslich bleibt. Sch├Âne und traurige Erinnerungen durchfluteten sie, ein k├╝hler Schauer ergriff sie, trotz der W├Ąrme des verblassenden Tages.
Wo mochte er wohl sein? Lebte er noch, ging es ihm gut? Seit jenem Maitag hatte sie nichts mehr von ihm geh├Ârt oder gelesen. Florentine runzelte die blasse Stirn und ein m├╝des L├Ącheln legte sich um ihren Mund.

Sie hatte seine Liebe verloren, hatte ihn verloren aber eine neue Liebe gefunden.
Die Liebe zur Musik.

__________________
Alles was ich schreibe ist haschen nach Wind

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