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Leselupe.de > Ungereimtes
Fluch der Lyrik
Eingestellt am 23. 02. 2004 21:00


Autor
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Kerstin Jäckel
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Ich nehme einfach ein tönernes Gefäß,
um meine Tränen zu sammeln,
und wenn ich hineinsehe,
entdecke ich staunend darin das Meer.

Ich kaufe einen edlen hölzernen Sarg,
um meine alten √Ąngste zu betten,
und beim z√∂gernden √Ėffnen,
entdecke ich mich begraben unter ihnen.

Ich schwinge unerm√ľdlich den K√§scher,
um meine Träume einzufangen,
und ihren Anblick wagend,
entdecke ich sterbende Schmetterlinge.

Ich greife endlich zu schwersten Ketten,
um meine Gef√ľhle zu b√§ndigen,
und als ich sie im Verlies suche,
entdecke ich mich zerfallend zu Staub.


Version vom 23. 02. 2004 21:00

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Duisburger
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Hallo Kerstin,

willkommen auf der Leselupe und besonders im meinen Bereich.
Wir kennen uns bereits von anderen Foren. Solltest du noch Fragen haben, so kannst du mir eine kurze PN schicken.

Dein Gedicht spricht mich an, da es verst√§ndliche Methapern benutzt und dem Leser deutlich vermitteln, was du ausdr√ľcken willst. Du hast deine "Endeckungsreise" durch dich selbst anschaulich und ohne Kitsch und Pathos zu Papier gebracht. Meine Hochachtung.
Einige Anmerkungen ghabe ich doch.

Ein wenig st√∂ren mich die F√ľllw√∂rter in der jeweils ersten Zeile der Verse.

Ich nehme einfach ein tönernes Gefäß
Ich kaufe einen edlen hölzernen Sarg,
Ich schwinge unerm√ľdlich den K√§scher,
Ich greife endlich zu schwersten Ketten

Ich meine, sie bringen das Werk nicht weiter, da sie die Aussage nicht beeinflussen.

Noch ein kleiner Stellungsfehler:

und als sie ich im Verlies suche
und als ich sie im Verlies suche

√Ąndert aber nicht an meinem positiven Urteil.

lg

Uwe
__________________
Unter den Kastraten ist der eineiige König (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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Kerstin Jäckel
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Vielen Dank ...

Hallo Uwe,

vielen Dank f√ľr den netten Empfang in deiner Rubrik der LL. Ich hatte schon lange vor, mir die LL n√§her anzuschauen und bin sehr gespannt auf Atmosph√§re und Leute.

Schön, dass man Schreibpatzer hier so problemlos korrigieren kann. :-)

Deinen Hinweis auf die "F√ľllw√∂rter" der ersten Zeilen finde ich sehr interessant.
Sie markierten f√ľr mich einen Prozess - der mit der spontanen Beobachtung beginnt, zu bewusstem und bedachten Reagieren f√ľhrt und nach einem systematischen Ringen in "endg√ľltiger" Resignation/ Verweigerung endet.

Aber vielleicht ist diese Verdeutlichung tats√§chlich gar nicht n√∂tig? F√ľr mich selbst nat√ľrlich nicht.
Wenn du sie nun als √ľberfl√ľssig empfindest, dann ist das wirklich spannend.

Genau solche Tipps machen Foren dieser Art so wertvoll.

Viele Gr√ľ√üe
Kerstin

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Sandra
Guest
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Hallo Kerstin,

auch von mir ein herzliches Willkommen in der LL. Mir gefallen die Bilder, die Du mit Deinem weitschwingenden Pinsel malst sehr gut. Spontan ist mir das Gleiche aufgefallen wie Uwe. Die F√ľllw√∂rter sind m.E. √ľberfl√ľssig. Ich verstehe, warum Du sie verwendet hast, aber Deine Lyrik erkl√§rt dies auch ohne. Ich h√§tte Dir gerne noch anders irgendwie weiter geholfen, aber an Deinem Werk gibt es nichts zu meckern. Also - mit F√ľllw√∂rter oder ohne, Deine Zeilen sprechen mich sehr an.

Vielen Dank f√ľr's Lesen d√ľrfen.

LG

Sandra

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Kerstin Jäckel
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Kann nicht ...

Liebe Sandra,
tausend Dank f√ľr dein Willkommen und auch ganz besonders f√ľr deine Meinungs√§u√üerung zu den "F√ľllw√∂rtern".

Ich habe mich riesig gefreut, die Gedanken von Uwe auch bei einer Frau wieder zu finden.
Also habe ich die reduzierte Version geschrieben, √ľberschlafen und heute wieder gelesen, wie ich das immer bei der Entscheidung zwischen Varianten tue....
Doch - ich kann es nicht.

Ehrlich gesagt, steckt in diesen Worten ein ganz wichtiger Teil meiner Entwicklung.
Ich habe "einfach" mal so Lyrik geschrieben, um in meine Seele zu sehen, ohne beachten zu m√ľssen, was ich meine, sehen zu m√ľssen.
Ich habe so intensiv und "teuer erkauft" darum gek√§mpft, meinen √Ąngsten und Zweifeln zu begegnen.
Ich habe so unverdrossen √ľber Jahre versucht, in einer sterbenden Ehe die Tr√§ume zu retten, die sie geschmiedet hatten.
Und erst als letzten Schritt, nach dem Aufgeben jeder Hoffnung auf Gl√ľck, wollte ich einfach nur noch funktionieren, nur noch Begonnenes zu Ende bringen.

Ich kann diese Worte nicht wirklich aus diesem Gedicht streichen - es w√ľrde meine Seele verlieren.

Liebe und dankbare Gr√ľ√üe
Kerstin

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Kerstin,
Du hast Dich wunderbar erkl√§rt, obwohl Du es nicht h√§ttest tun m√ľssen und welche Begr√ľndung w√§re einleuchtender als die, die Du uns gegeben hast. Ganz sicher m√ľssen die W√∂rter jetzt stehen bleiben

Wie gesagt: So oder so - ein wunderschönes Gedicht.

LG

Sandra

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Nachtigall
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Freue mich Dich hier zu treffen, liebe Kerstin.
Bin ich doch eine Bewunderin Deiner Werke.

Ein gelungenes Werk.

Liebe Gr√ľ√üe
Alma Marie

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