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Leselupe.de > Ungereimtes
Flügellahm
Eingestellt am 09. 08. 2004 12:08


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Stoffel
gesperrt
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Flügellahm

Ich recke
und strecke mich
auf Zehenspitzen
meine Hände ringen
deinen Himmel zu berühren
stehe ich da

Wart' noch
eine kleine Weile
du Himmelblau
ich komme bald.








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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Das ist sehr schön, liebe Sanne. Hab gar nichts zu meckern
Das "Händeringend" lässt das schiere Wollen des Prot. durchblitzen endlich doch den ersehnten Himmel zu berühren. Wie ein Kind, das noch ein wenig zu klein ist, um endlich den Marmeladentopf auf dem Schrank zu erreichen.
Ein sehr schönes und gelungenes Gedicht


LG
Sandra

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lapismont
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Hallo Stoffel,

genau das "Händeringend" kommt mir schief vor.
Es will mir nicht zum Strecken und Recken passen.
Für mich findet das Ringen der Hände eher in Hüfthöhe statt, somit bildet sich vor meinen Augen ein anatomisches Schmunzelbild:
Jemand, der die Hände zum Himmel emporstreckt, die sich dabei ringen. Schon schwierig dabei den Himmel zu berühren.


unter "Flügellahm" habe ich auch eher eine gewisse endgültige Resignation im Kopf, während Dein Text auf mich fröhlich und optimistisch wirkt.

In der letzten Strophe wird mit "du Himmelblau" jemand angesprochen, dem in der ersten Strophe ein Himmel zugesprochen wird. Meinst Du nun den Himmel selbst oder eine Person?
Im ersten Fall würde auch ein "dich berühren" genügen?
Im zweiten Fall würde ich mir eine Erklärung zu "deinem Himmel" wünschen; was ist der Himmel der angesprochenen Person?

cu
lap

__________________
Kunst passiert.

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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Hallo Sanne,

ich assoziiere zu "flügellahm" eher eine vorübergehend eingeschränkte Flugfähigkeit (z.B. durch Verletzung). Demgegenüber finden sich im Text Motive eines kindlichen Noch-Wachsen-Müssens. Was an sich keinen großen Unterschied macht: in beiden Fällen hat man es mit einer anrührenden Form von Unbeholfenheit und einem Handicap zu tun, das sich mit der Zeit und Bewegungsübungen geben wird. Es gibt aber einen feinen Unterschied - einer mit gebrochenem Flügel würde vermutlich sagen:

Wart' noch
eine kleine Weile
du Himmelblau
ich komme bald
wieder

Ich weiß nicht, auf welche der beiden Nuancen (Heilung vs. Wachstum) dir es hier ankommt. 100%ig kombinieren lassen sie sich nach meinem Empfinden jedenfalls nicht.

Viele Grüße
Martin
__________________
Lyrik ist Logopädie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
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Guten Tag,

danke liebe Sandra
Ja, das ist wie mit dem "Kind". Oder sagen wir eher..das "kindliche" im Innern.
Ob Marmelade, oder Kekse..da ist etwas, was der Prot sieht, weiß wie es schmeckt, oder es steht drauf was es ist, gern haben möchte, aber noch zu "klein" ist.
Ich stelle mir das "Kind" dann so vor, dass es die Hände ausstreckt, mit ihnen "rumfuchtelt".....
ich nannte es "händeringend".
Wobei, bei einem Kind die Flügel wachsen müssten. Hier sind sie "nur" lahm geworden durch etwas.
(Svalin)

Wie Du, Lapi es empfindest, so hatte ich auch das Gefühl...aber was könnte ich statt dessen für einen Begriff wählen, um das zu beschreiben?
Da reckt und streckt sich einer und die Hände zeigen ja nicht einfach starr nach oben. Sie versuchen zu greifen, heran zu kommen.
Es ist jemand, der lieber gern in diesem Himmel fliegen würde, in ihm sein würde, und es angestrengt versucht.

"Deinen Himmel", das ist "Deine Welt".
In der möcht ich sein, ihn teilen.
"Du Himmelblau" ist demnach "Er".
(ok, nichts neues, hab ihn auch schon einmal verwendet, aber mir gefällt das.Hat hier ja einen anderen Hintergrund)

Ja Svalin, genau so ist es gedacht.Das hast Du wirklich klasse beschrieben.
Ich habe herum überlegt,ob ich dazu noch etwas erwähne (Verletzung,Eingeschränktheit...das Warum. Ließ es aber dann. Mir fiel spontan ein Vogel ein, der in einer vom Tanker verursachten Öllache gekommen ist, oder aber sie sind einfach lahm vom Fliegen in eines anderen Himmel, in dem es nur Unwetter gab)
Sicher, "Noch-wachsen-müssen", eher um das Wieder-wachsen müssen. Das allerdings würde dann nicht zu dem Bild des Kindes passen.

Sicher würde auch passen "Ich komme wieder".
Nicht aber in dem Fall es sich um eine neue Beziehung handelt. Das "Himmelblau" soll Geduld haben, warten...bis eben das "Handicap/Verletzung, dieses Flügellahm beseitigt ist.
"Ich komme bald"heißt also:
Hab Geduld mit mir.

Ich danke Euch sehr,
werde auch noch etwas drüber nachdenken.

lG
Sanne


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Urbinia
Guest
Registriert: Not Yet

hallo Stoffel,
ich finde es auch "Hoffnung- verströmend", für mein Empfinden widerspricht sich nichts.. man kann auch Hoffnung haben, wenn man erst noch "händeringend " auf dem Weg ist, denn ohne Hoffnung macht man sich vielleicht garnicht erst auf den Weg..
tschüssi vonurbinia
Tschüssi vonurbinia

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